Irans Außen­mi­nis­ter und der »Poli­ti­sche Islam«: Araght­schis Dok­tor­ar­beit an der Uni­ver­si­ty of Kent (1996)

Die Dis­ser­ta­ti­on des heu­ti­gen ira­ni­schen Außen­mi­nis­ters Sey­ed Abbas Araght­schi bie­tet einen tie­fen Ein­blick in sein ideo­lo­gi­sches Ver­ständ­nis des »Poli­ti­schen Islam«. Der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Arno Tausch zeigt, dass Araght­schi zen­tra­le Denk­tra­di­tio­nen isla­mis­ti­scher Bewe­gun­gen posi­tiv deu­tet, gött­li­che Sou­ve­rä­ni­tät über Volks­sou­ve­rä­ni­tät stellt und die ira­ni­sche Ver­fas­sungs­ord­nung als theo­kra­ti­sches Modell affir­ma­tiv wer­tet. Zugleich wirft die Annah­me die­ser Arbeit an einer bri­ti­schen Uni­ver­si­tät grund­sätz­li­che Fra­gen an die Qua­li­täts­si­che­rung in der Poli­tik­wis­sen­schaft und ihre nor­ma­ti­ven Maß­stä­be auf. Der Bei­trag wider­spricht aus­drück­lich jenen Deu­tun­gen, etwa aus der »Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung« (BPB), die den Begriff »Poli­ti­scher Islam« als blo­ßen Kampf­be­griff zurück­wei­sen.