Inhaltsverzeichnis

»AK Polis – Wer­te­char­ta« (Ent­wurf 2)

Der AK Polis ist seit 2024 gewachsen, personell, thematisch und in seiner öffentlichen Wirkung. Mit dieser Entwicklung stellt sich die Frage nach der gemeinsamen Verortung. Was eint uns über die Vielfalt unserer Herkünfte, Weltanschauungen und politischen Ansichten hinweg? Die Wertecharta soll Antwort geben, für uns und potentielle Netzwerkpartner. Entwurf 2 liegt nun zur Konsultation vor. Rückmeldungen sind bis 19. Oktober 2026 willkommen. Die finale Fassung erscheint am 24. November 2026, dem zweiten Jahrestag der Gründung.

Inhaltsverzeichnis

War­um die­ser Pro­zess »AK Polis – Wer­te­char­ta«?

Seit der Grün­dung im Novem­ber 2024 ist der AK Polis gewach­sen: per­so­nell, the­ma­tisch und in sei­ner gesell­schafts­po­li­ti­schen und media­len Rele­vanz. Mit die­sem Wachs­tum stellt sich die Fra­ge nach der gemein­sa­men Ver­or­tung: Was eint uns über die Viel­falt unse­rer Her­künf­te, Welt­an­schau­un­gen und poli­ti­schen Ansich­ten hin­weg? Wofür ste­hen wir gemein­sam ein? Und wofür nicht?

Mit dem Pro­zess der Erar­bei­tung einer Wer­te­char­ta wol­len wir aus der Grün­dungs­re­so­lu­ti­on und den seit­her erar­bei­te­ten Posi­tio­nen ihren nicht ver­han­del­ba­ren Kern her­aus­schä­len und ihn für neue Mit­strei­ter, Netz­werk­part­ner und die Öffent­lich­keit bes­ser greif­bar machen.

Ablauf

• Bis 15. Sep­tem­ber 2026: Kon­sul­ta­ti­on Ent­wurf 1 im enge­ren Ver­tei­ler

• Bis 19. Okto­ber: Kon­sul­ta­ti­on Ent­wurf 2 im erwei­ter­ten Ver­tei­ler sowie von Netz­werk­part­nern und poten­ti­el­len Netz­werk­part­nern per Online-Ent­wurf

• Bis 31. Okto­ber: Offe­ne Video­kon­fe­renz zur Ver­ge­mein­schaf­tung für Ent­wurf 3

• Bis 16. Novem­ber: Fina­li­sie­rung als Ent­wurf 4, sodann redak­tio­nel­le End­fas­sung und Lay­out auf einer Sei­te DIN A3

• 24. Novem­ber 2026: Ver­öf­fent­li­chung

+++ Ent­wurf 2 +++ Ent­wurf 2 +++ Ent­wurf 2 +++

AK Polis – Wer­te­char­ta

Wofür wir ste­hen und ein­ste­hen

Der Poli­ti­sche Islam bedroht die Frei­heit, Sicher­heit und Gleich­be­rech­ti­gung aller Men­schen in Deutsch­land und Euro­pa durch sei­nen tota­li­tä­ren Herr­schafts­an­spruch. Dem stel­len wir uns ent­ge­gen. Auf dem Boden des Grund­ge­set­zes und im Geis­te der Auf­klä­rung.

Unser Netz­werk ist offen für Men­schen aller Reli­gio­nen und Welt­an­schau­un­gen: Mus­li­me, Ex-Mus­li­me, Chris­ten, Juden, Ange­hö­ri­ge wei­te­rer Reli­gio­nen und Reli­gi­ons­freie. Was uns eint, ist nicht der reli­giö­se Glau­be oder des­sen Ableh­nung, son­dern das Bekennt­nis zur frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung (FDGO) und der säku­la­ren Ver­fasst­heit unse­res Staa­tes. Die­se Viel­falt macht deut­lich: Die Kon­flikt­li­nie ver­läuft nicht zwi­schen Kul­tu­ren, Reli­gio­nen oder Welt­an­schau­un­gen – und auch nicht ent­lang par­tei­po­li­ti­scher Gren­zen. Sie ver­läuft zwi­schen der FDGO und dem Poli­ti­schen Islam.

#1 | Frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung (FDGO)

Die FDGO ist die unver­han­del­ba­re Grund­la­ge des Zusam­men­le­bens in Deutsch­land. Wir ver­tei­di­gen sie gegen den Poli­ti­schen Islam, der sie unter Beru­fung auf abso­lu­te »höhe­re Wahr­hei­ten« und poli­tisch-ideo­lo­gi­sche Ansprü­che besei­ti­gen will. Die Men­schen­rech­te, wie sie in der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te und im Grund­ge­setz ver­an­kert sind, gel­ten uni­ver­sell. Men­schen­wür­de, Demo­kra­tie und Rechts­staat­lich­keit sind die tra­gen­den Prin­zi­pi­en der FDGO. Weder die Men­schen­rech­te noch die Prin­zi­pi­en der FDGO ken­nen kul­tu­rell oder reli­gi­ös begrün­de­te Aus­nah­men.

#2 | Säku­la­ris­mus

Das Grund­ge­setz ver­pflich­tet den Staat zu reli­giö­ser und welt­an­schau­li­cher Neu­tra­li­tät. Er muss Äqui­di­stanz zu allen Reli­gi­ons- und Welt­an­schau­ungs­ge­mein­schaf­ten hal­ten, ist aber nicht wert­neu­tral. Säku­la­ris­mus bedeu­tet für uns die Neu­tra­li­tät des Staa­tes und die Tren­nung von Reli­gi­on und Poli­tik. Reli­giö­se Son­der­rech­te sind mit dem Grund­ge­setz nicht ver­ein­bar: Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten ord­nen ihre Ange­le­gen­hei­ten »inner­halb der Schran­ken des für alle gel­ten­den Geset­zes« (Art. 140 Grund­ge­setz). Der Schutz der Reli­gi­ons­frei­heit hin­dert Staat und Recht nicht dar­an, Orga­ni­sa­tio­nen zu ver­bie­ten, die sich gegen die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung rich­ten.

#3 | Unter­schei­dung von Islam und Poli­ti­schem Islam

Der Poli­ti­sche Islam strebt die Umge­stal­tung von Gesell­schaft, Staat und Recht anhand von sol­chen Nor­men an, die von deren Ver­fech­tern als isla­misch ange­se­hen wer­den, jedoch mit der FDGO nicht ver­ein­bar sind. Wir unter­schei­den zwi­schen Reli­gi­on und Herr­schafts­ideo­lo­gie, auch wenn es kei­ne schar­fe Trenn­li­nie zwi­schen Islam und Isla­mis­mus gibt. Denn es besteht eine Kom­pa­ti­bi­li­tät: Der Poli­ti­sche Islam knüpft an Bestand­tei­le isla­misch-reli­giö­ser Über­zeu­gun­gen an, deren Deu­tungs­viel­falt sowohl frei­heit­li­che als auch tota­li­tä­re Inter­pre­ta­tio­nen zulässt. Den Poli­ti­schen Islam – lega­lis­tisch wie mili­tant – bekämp­fen wir ent­schie­den. Die posi­ti­ve und nega­ti­ve Reli­gi­ons­frei­heit von Mus­li­min­nen und Mus­li­men bleibt davon unan­ge­tas­tet.

#4 | Indi­vi­du­um statt Kol­lek­tiv

Alle Men­schen sind Indi­vi­du­en mit einem grund­ge­setz­lich ver­brief­ten Recht auf freie Ent­fal­tung ihrer Per­sön­lich­keit. Nie­mand darf auf ein Kol­lek­tiv, sei­ne Her­kunft, Reli­gi­on oder Eth­nie redu­ziert wer­den – weder von außer­halb noch von inner­halb einer kul­tu­rel­len, natio­na­len oder reli­giö­sen Gemein­schaft. Inte­gra­ti­on soll indi­vi­du­el­le Frei­heit und Teil­ha­be ermög­li­chen; sie darf kei­ne Ver­hand­lung zwi­schen kul­tu­rel­len oder reli­giö­sen Grup­pen über die Köp­fe der Men­schen hin­weg sein. Islam­ver­bän­de in Deutsch­land ver­tre­ten nur einen klei­nen Teil der Mus­li­me. Die Zie­le und Struk­tu­ren die­ser Ver­bän­de sind in wesent­li­chen Tei­len isla­mis­tisch geprägt oder auf die Dia­spo­ra-Poli­tik aus­län­di­scher Regie­run­gen ori­en­tiert – den­noch erhe­ben sie einen Ver­tre­tungs­an­spruch für »die Mus­li­me« ins­ge­samt. Die­sen wei­sen wir in aller Ent­schie­den­heit zurück.

#5 | Gegen isla­mis­ti­schen Anti­se­mi­tis­mus

Wir leh­nen Anti­se­mi­tis­mus in jeder Form ab. Der isla­mis­tisch moti­vier­te Anti­se­mi­tis­mus ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren offen auf deut­schen Stra­ßen sicht­bar gewor­den und stellt eine wach­sen­de Bedro­hung dar: für jüdi­sches Leben in Deutsch­land, für Libe­ra­lis­mus und für die FDGO ins­ge­samt. Wir benen­nen ihn und tre­ten ihm ent­schie­den ent­ge­gen. Das Exis­tenz­recht Isra­els ist für uns nicht ver­han­del­bar.

#6 | Schutz der Bedroh­ten

Wir ste­hen an der Sei­te derer, die durch den Poli­ti­schen Islam bedroht sind: Isla­mis­mus­kri­ti­ker, libe­ra­le und säku­la­re Mus­li­me, Ex-Mus­li­me, Kon­ver­ti­ten, Apo­sta­ten, Athe­is­ten, Chris­ten, Juden, Frau­en, Homo­se­xu­el­le, que­e­re Men­schen und vie­le mehr. Ihr Schutz ist Prüf­stein dafür, wie ernst es unse­rer Gesell­schaft mit ihren eige­nen Wer­ten ist. Vie­le der Bedroh­ten haben Über­grif­fe aus isla­mis­ti­schen Milieus heu­te stär­ker zu fürch­ten als aus ande­ren Rich­tun­gen. Eben­so ste­hen wir an der Sei­te der­je­ni­gen Mus­li­min­nen und Mus­li­me, die mit Mus­li­men­feind­lich­keit kon­fron­tiert sind. Der Rechts­extre­mis­mus, der Mus­li­me pau­schal zur Bedro­hung erklärt, und der Isla­mis­mus, der sie pau­schal für sei­ne Ideo­lo­gie ver­ein­nahmt, stär­ken sich in ihrer Pola­ri­sie­rung wech­sel­sei­tig: Wir wen­den uns gegen bei­de.

#7 | Kei­ne fal­sche Tole­ranz

Eine frei­heit­li­che Gesell­schaft erträgt vie­les, was ihre Mit­glie­der befrem­det – aber kei­ne Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen: Zwangs­hei­ra­ten, Kin­der­hei­ra­ten, Zwangs­be­schnei­dun­gen, »Ehren­mor­de«, Frau­en­feind­lich­keit, Anti­se­mi­tis­mus und Gewalt gegen Nicht-Hete­ro­se­xu­el­le ver­ste­hen wir als Straf­ta­ten oder men­schen­feind­li­che Hal­tun­gen – kei­nes­falls als tole­rier­ba­re kul­tu­rel­le oder reli­giö­se Eigen­hei­ten. Kul­tur­re­la­ti­vis­mus ist kein Aus­druck von Tole­ranz, son­dern von Igno­ranz. Er über­lässt die Schwächs­ten der Gewalt der Stär­ke­ren.

#8 | Schutz der Kin­der

Kin­der haben ein unver­äu­ßer­li­ches Recht auf eine vor­ur­teils­freie, gewalt­freie Erzie­hung und auf die Ent­wick­lung ihrer eige­nen Urteils­kraft und Welt­an­schau­ung. Die­ses Recht steht nicht zur Dis­po­si­ti­on und muss durch den Schutz­auf­trag des Staa­tes stets gewähr­leis­tet sein. Des­halb müs­sen Kin­der vor Über­grif­fen und der Ver­ein­nah­mung durch den Poli­ti­schen Islam geschützt sein. Dies gilt in öffent­li­chen Räu­men wie Kitas, Schu­len und Ver­ei­nen eben­so wie in ihren Fami­li­en und Gemein­schaf­ten.

Wie wir arbei­ten

Wir ana­ly­sie­ren, bera­ten und ver­net­zen. Wir infor­mie­ren Poli­tik und Öffent­lich­keit über die Bedro­hun­gen durch den Poli­ti­schen Islam, för­dern die wis­sen­schaft­li­che For­schung zu die­sem Phä­no­men und ver­net­zen alle, die die FDGO ver­tei­di­gen wol­len. Wir arbei­ten par­tei­über­grei­fend und welt­an­schau­lich plu­ral. Wir suchen den sach­li­chen Dia­log, scheu­en die offe­ne Aus­ein­an­der­set­zung aber nicht – auch dort nicht, wo sie Wider­spruch inner­halb der eige­nen Rei­hen bedeu­tet. Wir hin­ter­fra­gen, was als unhin­ter­frag­bar gilt, auch bei uns selbst.

+++ Ent­wurf 2 +++ Ent­wurf 2 +++ Ent­wurf 2 +++

Ihr Feed­back zu die­sem Ent­wurf ist will­kom­men!

Bis 19. Okto­ber 2026 hier.