Warum dieser Prozess »AK Polis – Wertecharta«?
Seit der Gründung im November 2024 ist der AK Polis gewachsen: personell, thematisch und in seiner gesellschaftspolitischen und medialen Relevanz. Mit diesem Wachstum stellt sich die Frage nach der gemeinsamen Verortung: Was eint uns über die Vielfalt unserer Herkünfte, Weltanschauungen und politischen Ansichten hinweg? Wofür stehen wir gemeinsam ein? Und wofür nicht?
Mit dem Prozess der Erarbeitung einer Wertecharta wollen wir aus der Gründungsresolution und den seither erarbeiteten Positionen ihren nicht verhandelbaren Kern herausschälen und ihn für neue Mitstreiter, Netzwerkpartner und die Öffentlichkeit besser greifbar machen.
Ablauf
• Bis 15. September 2026: Konsultation Entwurf 1 im engeren Verteiler
• Bis 19. Oktober: Konsultation Entwurf 2 im erweiterten Verteiler sowie von Netzwerkpartnern und potentiellen Netzwerkpartnern per Online-Entwurf
• Bis 31. Oktober: Offene Videokonferenz zur Vergemeinschaftung für Entwurf 3
• Bis 16. November: Finalisierung als Entwurf 4, sodann redaktionelle Endfassung und Layout auf einer Seite DIN A3
• 24. November 2026: Veröffentlichung
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AK Polis – Wertecharta
Wofür wir stehen und einstehen
Der Politische Islam bedroht die Freiheit, Sicherheit und Gleichberechtigung aller Menschen in Deutschland und Europa durch seinen totalitären Herrschaftsanspruch. Dem stellen wir uns entgegen. Auf dem Boden des Grundgesetzes und im Geiste der Aufklärung.
Unser Netzwerk ist offen für Menschen aller Religionen und Weltanschauungen: Muslime, Ex-Muslime, Christen, Juden, Angehörige weiterer Religionen und Religionsfreie. Was uns eint, ist nicht der religiöse Glaube oder dessen Ablehnung, sondern das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung (FDGO) und der säkularen Verfasstheit unseres Staates. Diese Vielfalt macht deutlich: Die Konfliktlinie verläuft nicht zwischen Kulturen, Religionen oder Weltanschauungen – und auch nicht entlang parteipolitischer Grenzen. Sie verläuft zwischen der FDGO und dem Politischen Islam.
#1 | Freiheitliche demokratische Grundordnung (FDGO)
Die FDGO ist die unverhandelbare Grundlage des Zusammenlebens in Deutschland. Wir verteidigen sie gegen den Politischen Islam, der sie unter Berufung auf absolute »höhere Wahrheiten« und politisch-ideologische Ansprüche beseitigen will. Die Menschenrechte, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und im Grundgesetz verankert sind, gelten universell. Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind die tragenden Prinzipien der FDGO. Weder die Menschenrechte noch die Prinzipien der FDGO kennen kulturell oder religiös begründete Ausnahmen.
#2 | Säkularismus
Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zu religiöser und weltanschaulicher Neutralität. Er muss Äquidistanz zu allen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften halten, ist aber nicht wertneutral. Säkularismus bedeutet für uns die Neutralität des Staates und die Trennung von Religion und Politik. Religiöse Sonderrechte sind mit dem Grundgesetz nicht vereinbar: Religionsgemeinschaften ordnen ihre Angelegenheiten »innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes« (Art. 140 Grundgesetz). Der Schutz der Religionsfreiheit hindert Staat und Recht nicht daran, Organisationen zu verbieten, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richten.
#3 | Unterscheidung von Islam und Politischem Islam
Der Politische Islam strebt die Umgestaltung von Gesellschaft, Staat und Recht anhand von solchen Normen an, die von deren Verfechtern als islamisch angesehen werden, jedoch mit der FDGO nicht vereinbar sind. Wir unterscheiden zwischen Religion und Herrschaftsideologie, auch wenn es keine scharfe Trennlinie zwischen Islam und Islamismus gibt. Denn es besteht eine Kompatibilität: Der Politische Islam knüpft an Bestandteile islamisch-religiöser Überzeugungen an, deren Deutungsvielfalt sowohl freiheitliche als auch totalitäre Interpretationen zulässt. Den Politischen Islam – legalistisch wie militant – bekämpfen wir entschieden. Die positive und negative Religionsfreiheit von Musliminnen und Muslimen bleibt davon unangetastet.
#4 | Individuum statt Kollektiv
Alle Menschen sind Individuen mit einem grundgesetzlich verbrieften Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Niemand darf auf ein Kollektiv, seine Herkunft, Religion oder Ethnie reduziert werden – weder von außerhalb noch von innerhalb einer kulturellen, nationalen oder religiösen Gemeinschaft. Integration soll individuelle Freiheit und Teilhabe ermöglichen; sie darf keine Verhandlung zwischen kulturellen oder religiösen Gruppen über die Köpfe der Menschen hinweg sein. Islamverbände in Deutschland vertreten nur einen kleinen Teil der Muslime. Die Ziele und Strukturen dieser Verbände sind in wesentlichen Teilen islamistisch geprägt oder auf die Diaspora-Politik ausländischer Regierungen orientiert – dennoch erheben sie einen Vertretungsanspruch für »die Muslime« insgesamt. Diesen weisen wir in aller Entschiedenheit zurück.
#5 | Gegen islamistischen Antisemitismus
Wir lehnen Antisemitismus in jeder Form ab. Der islamistisch motivierte Antisemitismus ist in den vergangenen Jahren offen auf deutschen Straßen sichtbar geworden und stellt eine wachsende Bedrohung dar: für jüdisches Leben in Deutschland, für Liberalismus und für die FDGO insgesamt. Wir benennen ihn und treten ihm entschieden entgegen. Das Existenzrecht Israels ist für uns nicht verhandelbar.
#6 | Schutz der Bedrohten
Wir stehen an der Seite derer, die durch den Politischen Islam bedroht sind: Islamismuskritiker, liberale und säkulare Muslime, Ex-Muslime, Konvertiten, Apostaten, Atheisten, Christen, Juden, Frauen, Homosexuelle, queere Menschen und viele mehr. Ihr Schutz ist Prüfstein dafür, wie ernst es unserer Gesellschaft mit ihren eigenen Werten ist. Viele der Bedrohten haben Übergriffe aus islamistischen Milieus heute stärker zu fürchten als aus anderen Richtungen. Ebenso stehen wir an der Seite derjenigen Musliminnen und Muslime, die mit Muslimenfeindlichkeit konfrontiert sind. Der Rechtsextremismus, der Muslime pauschal zur Bedrohung erklärt, und der Islamismus, der sie pauschal für seine Ideologie vereinnahmt, stärken sich in ihrer Polarisierung wechselseitig: Wir wenden uns gegen beide.
#7 | Keine falsche Toleranz
Eine freiheitliche Gesellschaft erträgt vieles, was ihre Mitglieder befremdet – aber keine Menschenrechtsverletzungen: Zwangsheiraten, Kinderheiraten, Zwangsbeschneidungen, »Ehrenmorde«, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und Gewalt gegen Nicht-Heterosexuelle verstehen wir als Straftaten oder menschenfeindliche Haltungen – keinesfalls als tolerierbare kulturelle oder religiöse Eigenheiten. Kulturrelativismus ist kein Ausdruck von Toleranz, sondern von Ignoranz. Er überlässt die Schwächsten der Gewalt der Stärkeren.
#8 | Schutz der Kinder
Kinder haben ein unveräußerliches Recht auf eine vorurteilsfreie, gewaltfreie Erziehung und auf die Entwicklung ihrer eigenen Urteilskraft und Weltanschauung. Dieses Recht steht nicht zur Disposition und muss durch den Schutzauftrag des Staates stets gewährleistet sein. Deshalb müssen Kinder vor Übergriffen und der Vereinnahmung durch den Politischen Islam geschützt sein. Dies gilt in öffentlichen Räumen wie Kitas, Schulen und Vereinen ebenso wie in ihren Familien und Gemeinschaften.
Wie wir arbeiten
Wir analysieren, beraten und vernetzen. Wir informieren Politik und Öffentlichkeit über die Bedrohungen durch den Politischen Islam, fördern die wissenschaftliche Forschung zu diesem Phänomen und vernetzen alle, die die FDGO verteidigen wollen. Wir arbeiten parteiübergreifend und weltanschaulich plural. Wir suchen den sachlichen Dialog, scheuen die offene Auseinandersetzung aber nicht – auch dort nicht, wo sie Widerspruch innerhalb der eigenen Reihen bedeutet. Wir hinterfragen, was als unhinterfragbar gilt, auch bei uns selbst.
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Bis 19. Oktober 2026 hier.