»Islamic Relief Worldwide Under Pressure«: GWU-Paper dokumentiert Ergebnisse transnationaler Recherchen

Die Autoren Lorenzo Vidino und Samantha Wampold vom Program on Extremism der George Washington University (GWU) zeichnen in einem Briefing vom 14. Juli 2026 nach, wie das weltweit operierende Organisationsnetzwerk Islamic Relief in den vergangenen Monaten in den USA, in Deutschland und in Schweden unter Druck geraten ist – ausgelöst durch weitere Transparenz bei Extremismusbezügen und Mängel bei Rechenschaftspflichten.
Selektiv entkonkretisiert: Zehnjahresvergleich der Islamismus-Berichterstattung des Berliner Verfassungsschutzes (2016–2025)

Der Berliner Senat legte vor wenigen Wochen seinen ersten Islamismus-Monitor vor und stieß damit auf fachliche Kritik: Die Darstellung des legalistischen Spektrums sei über die Jahre unkonkreter geworden. Daraufhin hat der AK Polis einen indikatorgestützten Zehnjahresvergleich (2016–2025) durchgeführt. In den Blick rücken mehrere Mängel, insgesamt 20 verschlechterte Indikatoren, fünf Kernbefunde und ein Widerspruch: Der Verfassungsschutz zählt mehr Extremisten, benennt die konkreten Berliner Strukturen aber nicht mehr. Ein gestiegenes Personenpotenzial bei verschwundener Benennung lässt sich nicht mit nachlassender Gefahr erklären. Die Entkonkretisierung trifft dabei nur das legalistische islamistische Spektrum.
Zweites CERIF-Kolloquium in Paris zur Muslimbruderschaft in Europa

Bei der zweiten internationalen Tagung des CERIF in Paris trugen Forscher aus fünf Ländern den Stand des Wissens zur Muslimbruderschaft in Europa zusammen. Aus Berlin bezifferte Ruud Koopmans mit aktuellen Umfragedaten den Resonanzraum, auf den islamistische Organisationen treffen – und am Fall Islamic Relief wurde deutlich, dass die deutsche Förderpraxis Teil eines europäischen Problems ist.
Terminhinweis 24. Juni: Vom »Blindflug« zur Transparenz: Was folgt aus dem Förderskandal um Islamic Relief?

Rund 15 Millionen Euro Steuergeld flossen vom Auswärtigen Amt an Islamic Relief Deutschland – trotz behördlich dokumentierter Nähe zur Muslimbruderschaft. Der Bundesrechnungshof spricht von einem »Blindflug«. Nach mehrjähriger Klage liegt der Bericht endlich vor. Erstmals öffentliche Diskussion mit Juristin und Autorin Seyran Ateş, Staatsminister a. D. im Auswärtigen Amt Michael Roth (SPD), Islamismusexpertin Sigrid Herrmann, Investigativjournalist Sascha Adamek, Prof. Dr. Jessica Hamed (Direktorin des Instituts für Weltanschauungsrecht), Dr. Hans-Jakob Schindler (Senior Director, Counter Extremism Project), Dr. Lorenzo Vidino (Direktor des Program on Extremism, George Washington University), Dr. Remko Leemhuis (Direktor des AJC Ramer Institute Berlin) und Ali Ertan Toprak (Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland).
Niedersachsen führt die »Islamische Gemeinschaft Milli Görüş« (IGMG) nach über zehn Jahren wieder im Verfassungsschutzbericht

Der niedersächsische Verfassungsschutzbericht 2025 führt im Kapitel der »Milli Görüs-Bewegung« (MGB) die »Islamische Gemeinschaft Milli Görüş« (IGMG) nach 2014 erstmals wieder auf. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) stellte den Bericht am 11. Juni 2026 in Hannover vor.
»Demokratie-unterwandernder Islamismus«: Einordnung eines neuen Begriffs aus dem Brandenburger Verfassungsschutz

Der Verfassungsschutzbericht 2025 des Landes Brandenburg, vorgelegt im Juni 2026, führt mit dem »demokratie-unterwandernden Islamismus« eine Bezeichnung ein, die in dieser Kombination neu ist. Die Behörde beschreibt damit die Methode der Unterwanderung und benennt die ihr zugeordneten Strukturen. Dieser Artikel dokumentiert die zentrale Passage im Wortlaut und ordnet sie begriffsgeschichtlich sowie sicherheitspolitisch ein.
»Im Blindflug« – Steuermillionen an Islamic Relief vom Auswärtigen Amt

Sachstand AK Polis | Nr. 4 | 10. Juni 2026: »Im Blindflug« – Steuermillionen an Islamic Relief vom Auswärtigen Amt
Vierzehn Merkmale: Umberto Ecos »Ewiger Faschismus« angewendet auf die Hamas

1995 beschrieb Umberto Eco vierzehn Merkmale faschistischer Bewegungen, die in unterschiedlicher historischer Gestalt auftreten können. In diesem Artikel fragt Jan Kapusnak: Taugt Ecos Merkmalskatalog zum Verständnis und zur Analyse der islamistischen Terrororganisation Hamas? Die Hamas bezeichnet sich als »Islamische Widerstandsbewegung«, ging 1987 aus dem palästinensischen Zweig der Muslimbruderschaft hervor und hat als ihr Ziel erklärt, den Staat Israel zu vernichten und auf dessen Gebiet einen islamischen Gottesstaat zu errichten. Und warum erkennen Teile der heutigen Linken Faschismus zwar in seiner europäischen Form, wollen ihn aber nicht erkennen, sobald er in der arabischen Welt unter als »Widerstand« und »Antiimperialismus« auftritt?
Terminhinweis 19. Juni im Bezirksrathaus Neukölln: »Muslimbruderschaft in Berlin«

Am 19. Juni 2026 findet im Rathaus Neukölln der erste »Neuköllner Dialog für Integration: Muslimbruderschaft in Berlin – Strategien des Politischen Islam erkennen, Freiheit und Demokratie stärken« statt. Nach einem Grußwort von Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) spricht der Investigativjournalist Sascha Adamek über Befunde zur Muslimbruderschaft. Auf dem Podium diskutieren anschließend Aziz Bozkurt (SPD), Hannes Rehfeldt (CDU), Seyran Ateş und Sascha Adamek – moderiert von Frederik Schindler (Welt) – gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern.
Verfassungsschutz-Präsident Sinan Selen warnt vor islamistischer Unterwanderung der Politik

Bei einem nichtöffentlichen parlamentarischen Frühstück im Bundestag hat der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Sinan Selen, laut einem Bericht der BILD-Zeitung vom 3. Juni 2026 davor gewarnt, dass islamistische Organisationen versuchen, deutsche Institutionen und Parteien zu unterwandern. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand demnach die Muslimbruderschaft.