Inhaltsverzeichnis

Auf­de­ckung des Fal­les Aus­wär­ti­ges Amt und Isla­mic Reli­ef: Deut­sche Steu­er­mil­lio­nen »im Blind­flug« (Rech­nungs­hof) in die Kriegs­re­gi­on Nah­ost

Dass Islamic Relief Deutschland (IRD) eine Organisation aus dem Umfeld der extremistischen Muslimbruderschaft ist, ist behördlich vielfach dokumentiert – und war im Auswärtigen Amt bekannt. Trotzdem förderte das Amt über Jahre Projekte von IRD mit rund 15 Millionen Euro Steuergeld. Ein Prüfbericht des Bundesrechnungshofes, der dieses Versagen im Detail nachzeichnet, war lange unter Verschluss. Nach einer Klage liegt er nun mit Schwärzungen vor. Er offenbart ignorierte Warnungen, vernichtete Akten, verschleppte Prüfungen und verschwendete Steuergelder – und ein Ministerium, das Hinweise von BND und Verfassungsschutz und seine eigenen Regeln systematisch missachtete.
Islamic Relief in Berlin (Bild: imageBROKER.com / Alamy)

Inhaltsverzeichnis

Von Sey­ran Ateş und Sig­rid Herr­mann

Über sechs Jah­re lang waren die Befun­de unter Ver­schluss. Am 10. Dezem­ber 2019 hat der Bun­des­rech­nungs­hof (BRH) sei­ne Prü­fung der Zuwen­dun­gen des Aus­wär­ti­gen Amts (AA) an Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V. (IRD) abschlie­ßend im Sin­ne von § 96 Abs. 4 Satz 1 Bun­des­haus­halts­ord­nung (BHO) fest­ge­stellt.1

Der BRH beschreibt IRD als 1996 in Köln gegrün­de­te deut­sche Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on. Zweck des steu­er­be­güns­tig­ten Ver­eins sei es, »Men­schen in Not­si­tua­tio­nen und bei Natur­ka­ta­stro­phen Hil­fe zu leis­ten«, ins­be­son­de­re in Ent­wick­lungs­län­dern, sowie Flücht­lin­ge zu unter­stüt­zen. Der Sat­zungs­zweck wer­de unter ande­rem durch das Sam­meln von Spen­den erfüllt, »die zur Ver­tei­lung an die Begüns­tig­ten an Isla­mic Reli­ef (UK) wei­ter­ge­lei­tet wer­den«.2

IRD setz­te die vier vom AA geför­der­ten Syri­en-Pro­jek­te dem BRH zufol­ge nicht selbst um, son­dern »durch sei­ne Part­ner Isla­mic Reli­ef World­wi­de (IRW), Isla­mic Reli­ef Tür­kei (IRT) sowie den Deutsch-Syri­schen Ver­ein zur För­de­rung der Frei­hei­ten und Men­schen­rech­te e. V. (DSV)«.3

Zustän­dig für die Bear­bei­tung huma­ni­tä­rer Hilfs­pro­jek­te war im AA das Fach­re­fe­rat S09, zuvor S05 bzw. VN05. Die­ses prüf­te die Pro­jekt­an­trä­ge und fer­tig­te nach ein­heit­li­chem Mus­ter einen Prü­fungs­ver­merk mit Votum, der von der Refe­rats­lei­tung gezeich­net wur­de. Je nach Pro­jekt­um­fang oder poli­ti­scher Bedeu­tung wur­den außer­dem Abtei­lungs­lei­tung, Staats­se­kre­tär oder Bun­des­mi­nis­ter betei­ligt.

Der BRH unter­such­te vier IRD-Pro­jek­te, die das AA in den Jah­ren 2013 bis 2016 för­der­te: SYR 23/13, SYR 28/14, SYR 06/15 und SYR 17/16. Sie soll­ten der Auf­recht­erhal­tung einer medi­zi­ni­schen Grund­ver­sor­gung in Syri­en die­nen – etwa durch Lie­fe­rung von Medi­ka­men­ten, medi­zi­ni­schen Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en und Aus­stat­tungs­ge­gen­stän­den sowie durch die Bezah­lung von Kran­ken­haus­per­so­nal und lau­fen­den Kran­ken­haus­kos­ten, dar­un­ter Ben­zin für Gene­ra­to­ren.

Die bei­den Prü­fungs­mit­tei­lun­gen – Teil 1 zur grund­sätz­li­chen Eig­nung des Zuwen­dungs­emp­fän­gers, Teil 2 zum zuwen­dungs­recht­li­chen Ver­fah­ren – tru­gen die Ein­stu­fung »VS – Nur für den Dienst­ge­brauch«. Sie wären ohne juris­ti­sches Erzwin­gen bis heu­te geheim.

Trans­pa­renz nur unter Zwang

Die Geschich­te des Prüf­vor­gangs begann vor zehn Jah­ren. Am 30. Novem­ber 2016 wand­te sich eine der Autorin­nen die­ses Bei­trags mit einer Ein­ga­be an den BRH. Die Isla­mis­mus­exper­tin Sig­rid Herr­mann wies den BRH auf eine mög­li­che Zweck­ent­frem­dung von För­der­mit­teln des AA hin und reg­te eine Prü­fung an. Der BRH bestä­tig­te den Ein­gang mit Schrei­ben vom 21. Dezem­ber 2016 (Akten­zei­chen II 1 – 05 20 35 – 3801/2016): Das Aus­wär­ti­ge Amt sei »um Stel­lung­nah­me gebe­ten wor­den«; der Fall wer­de »ggf. bei anste­hen­den Prü­fun­gen berück­sich­tigt«.1 Über das Prüf­ver­fah­ren und sei­ne Ergeb­nis­se gelang­ten zunächst kei­ne Infor­ma­tio­nen an die Öffent­lich­keit. Sicht­bar wur­de ledig­lich, dass die IRD-För­de­rung durch das AA recht abrupt ende­te.

Ant­wort­schrei­ben des Bun­des­rech­nungs­ho­fes vom 21. Dezem­ber 2016 an die Ein­ga­be von Sig­rid Herr­mann über mög­li­che Zweck­ent­frem­dung von För­der­mit­teln durch das Aus­wär­ti­ge Amt.

Bereits vor dem Beginn der För­de­rung durch das AA lagen ein­schlä­gi­ge Erkennt­nis­se vor. Das israe­li­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um bezeich­ne­te laut Medi­en­be­rich­ten den deut­schen Able­ger von Isla­mic Reli­ef als »Teil des Finanz-Sys­tems der Hamas-Orga­ni­sa­ti­on«. Aus die­sem Grund sei es der Orga­ni­sa­ti­on ver­bo­ten, in Isra­el Geschäf­te abzu­wi­ckeln. Im Juni 2014 sei damit eine frü­he­re Ent­schei­dung aus dem Jahr 2008 bestä­tigt wor­den. Die Behör­de teil­te mit: »Es han­delt sich um eine Orga­ni­sa­ti­on, die Spen­den für die Hamas sam­melt, dies tut sie mit welt­wei­ten Chap­ters, dar­un­ter in Euro­pa und Deutsch­land.« Dass die­se Ver­flech­tun­gen öffent­lich the­ma­ti­siert wur­den, woll­te IRD gericht­lich unter­bin­den. Die Ver­su­che, ent­spre­chen­de Ver­öf­fent­li­chun­gen von Sig­rid Herr­mann unter­sa­gen zu las­sen, schei­ter­ten im Okto­ber 2016 vor dem Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt sowie Anfang 2017 vor dem Land­ge­richt Köln.4

Im Janu­ar 2017 bestä­tig­te die Bun­des­re­gie­rung auf eine Anfra­ge des dama­li­gen Grü­nen-Abge­ord­ne­ten Vol­ker Beck enge Ver­bin­dun­gen zwi­schen Isla­mic Reli­ef Deutsch­land und der Isla­mi­schen Gemein­schaft in Deutsch­land (IGD, heu­te DMG) – jener Orga­ni­sa­ti­on, die das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz als zen­tra­le Orga­ni­sa­ti­on der Mus­lim­bru­der­schaft-Anhän­ger­schaft in Deutsch­land ein­stuft. Knapp zwei Jah­re spä­ter, auf eine Klei­ne Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on im Jahr 2019, erklär­te die Bun­des­re­gie­rung zwar, dass »sowohl Isla­mic Reli­ef World­wi­de als auch Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V. über signi­fi­kan­te per­so­nel­le Ver­bin­dun­gen zur Mus­lim­bru­der­schaft oder ihr nahe­ste­hen­den Orga­ni­sa­tio­nen ver­fü­gen«. Die Fra­ge aber, ob deut­sche Steu­er­gel­der von IRD oder IRW an die Hamas, ihr Per­so­nal oder Vor­feld­or­ga­ni­sa­tio­nen geflos­sen sei­en, ließ sie aus »Grün­den des Staats­wohls« unbe­ant­wor­tet.5 Der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und Direk­tor des Ame­ri­can Jewish Com­mit­tee (AJC) Ber­lin, Rem­ko Leem­huis, kom­men­tier­te damals in der ZEIT: Akteu­re der Hamas hät­ten »min­des­tens indi­rekt von deut­schem Steu­er­geld pro­fi­tiert«, alles ande­re wäre »naiv«.6

Anfang 2021 stell­te die ande­re Autorin die­ses Bei­trags – die Juris­tin Sey­ran Ateş, zugleich Grün­de­rin der Ibn-Rushd-Goe­the-Moschee, Bei­rä­tin des Insti­tuts für Welt­an­schau­ungs­recht (ifw) und spä­te­re Mit­grün­de­rin des Arbeits­krei­ses Poli­ti­scher Islam (AK Polis) – einen Antrag auf Akten­ein­sicht in die Prü­fungs­er­geb­nis­se des Bun­des­rech­nungs­hofs. Der Antrag stütz­te sich auf § 96 Abs. 4 BHO, § 1 Abs. 1 Satz 1 Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz (IFG) sowie Art. 5 Abs. 1 GG.7

Der BRH lehn­te ab. Bei einer »Wei­ter­ga­be des hier maß­geb­li­chen Prü­fungs­er­geb­nis­ses« sei eine »miss­ver­ständ­li­che Dar­stel­lung in der Öffent­lich­keit zu befürch­ten«, wel­che die inter­na­tio­na­len Bezie­hun­gen der Bun­des­re­pu­blik »unver­hält­nis­mä­ßig stark belas­ten könn­te«.8 Ateş erhob dar­auf­hin – mit Unter­stüt­zung des Insti­tuts für Welt­an­schau­ungs­recht (ifw) – Kla­ge. Ihre Bewer­tung des Ableh­nungs­be­scheids fiel deut­lich aus: »Bei der Gefahr einer ›miss­ver­ständ­li­chen Dar­stel­lung in der Öffent­lich­keit‹ han­delt es sich nicht um einen juris­tisch aner­kann­ten Aus­schluss­grund für den Infor­ma­ti­ons­zu­gang. Viel­mehr mutet die­ses Argu­ment will­kür­lich an und offen­bart ein höchst pro­ble­ma­ti­sches Demo­kra­tie­ver­ständ­nis des Bun­des­rech­nungs­ho­fes, da die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger letzt­lich als unmün­dig abqua­li­fi­ziert wer­den.«9

Eine spä­te­re Begrün­dung lie­fer­ten die Bun­des­be­hör­den im Ver­wal­tungs­ge­richts­ver­fah­ren – mit einer noch erstaun­li­che­ren Wen­dung. Vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin gaben sie zur Ver­tei­di­gung an, die Bekannt­ga­be der Infor­ma­tio­nen könn­te »zu Pole­mi­ken füh­ren«; es bestehe »die Gefahr, dass die Dis­kus­sio­nen in eine bestimm­te Rich­tung gelenkt wer­den, die dem Wohl des Bun­des nicht för­der­lich wäre«.

Erst nach einem mehr­jäh­ri­gen ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren – das unter Außen­mi­nis­te­rin Anna­le­na Baer­bock (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) begon­nen und unter Außen­mi­nis­ter Johann Wade­phul (CDU) abge­schlos­sen wur­de – kam es zur Eini­gung mit der Klä­ge­rin und zur Frei­ga­be der Berich­te. Mit Sper­rer­klä­rung vom 9. Juni 2023 hat­te das AA die Vor­la­ge der Prüf­be­rich­te zunächst abge­lehnt und unter ande­rem damit begrün­det, das Bekannt­wer­den der Doku­men­te wür­de die Zusam­men­ar­beit der Nach­rich­ten­diens­te erschwe­ren. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt stell­te mit Beschluss vom 10. Sep­tem­ber 2025 fest, die Sper­rer­klä­rung sei in wesent­li­chen Tei­len rechts­wid­rig. Die AA-Begrün­dung erwei­se sich »als teil­wei­se unzu­tref­fend«; zahl­rei­che Text­pas­sa­gen beträ­fen ledig­lich »die Zusam­men­ar­beit von Bun­des­be­hör­den, die nicht zu den Nach­rich­ten­diens­ten zäh­len«. Die Ermes­sens­ent­schei­dung des Aus­wär­ti­gen Amts, die Berich­te voll­stän­dig zurück­zu­hal­ten, stüt­ze sich »auf sach­frem­de Erwä­gun­gen«: Die Behaup­tung, eine Teil­of­fen­le­gung füh­re zu »Ver­zer­rung des Aus­sa­ge­ge­halts« der Berich­te, recht­fer­ti­ge es nicht, von Schwär­zun­gen »als mil­de­ren Maß­nah­men von vorn­her­ein Abstand zu neh­men«.10 Bei­de Berich­te lie­gen seit Febru­ar 2026 vor – mit Schwär­zun­gen, deren Reich­wei­te durch den Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt-Beschluss zugleich gericht­lich begrenzt wur­de.

Das ist der Kon­text, in dem das Fol­gen­de zu lesen ist. Die Behör­den­spra­che des Berichts ist zurück­hal­tend; in der Sache sind die Fest­stel­lun­gen außer­or­dent­lich. Sie betref­fen nicht nur Feh­ler in einem ein­zel­nen För­der­fall oder punk­tu­el­les mensch­li­ches Ver­sa­gen, son­dern die jah­re­lan­ge Miss­ach­tung zen­tra­ler Anfor­de­run­gen an die Ver­ga­be von Steu­er­gel­dern in Mil­lio­nen­hö­he an Struk­tu­ren von IRD und IRW, deren Risi­ko­pro­fil an ande­rer Stel­le bereits doku­men­tiert wur­de.11

Wor­um es poli­tisch geht: MB, Hamas, Tür­kei, Syri­en

Bevor die ein­zel­nen Befun­de ver­ständ­lich wer­den, ist eine Ein­ord­nung nötig: in das Netz­werk der Mus­lim­bru­der­schaft und in die Kon­flikt- und Kriegs­re­gio­nen im Nahen Osten, in die die deut­schen Steu­er­gel­der flos­sen. Die Bun­des­re­gie­rung hat die Ver­bin­dun­gen von IRD und IRW zur Mus­lim­bru­der­schaft (MB) selbst ein­ge­räumt. Was bedeu­tet das?

Die Mus­lim­bru­der­schaft ist nach Ein­schät­zung des Ver­fas­sungs­schut­zes »die ältes­te und ein­fluss­reichs­te isla­mis­ti­sche Bewe­gung« und »der Ursprung des moder­nen poli­ti­schen Islam«. Sie strebt »ein Regie­rungs­sys­tem auf Grund­la­ge der Scha­ria« an und betrach­tet säku­la­re Demo­kra­tie höchs­tens als »Über­gang zu einer isla­mi­schen Ord­nung«. Ihre Stra­te­gie ist die »Isla­mi­sie­rung von unten«: über kari­ta­ti­ve, sozia­le und reli­giö­se Struk­tu­ren wer­den Bewusst­seins­wan­del und gesell­schaft­li­che Prä­gung ange­strebt. Gegrün­det 1928 in Ägyp­ten von Hasan al-Ban­na, ist die MB heu­te glo­bal ver­netzt – mit Able­gern in zahl­rei­chen Län­dern der ara­bi­schen Welt, in Euro­pa und in Nord­ame­ri­ka. Die deut­sche Haupt­or­ga­ni­sa­ti­on der MB-Anhän­ger­schaft – die Deut­sche Mus­li­mi­sche Gemein­schaft (DMG, vor­mals IGD) – wird im Ver­fas­sungs­schutz­be­richt 2024 als »die wich­tigs­te und zen­tra­le Orga­ni­sa­ti­on der Mus­lim­bru­der­schaft-Anhän­ger­schaft in Deutsch­land« bezeich­net. Meh­re­re Grün­dungs­ak­teu­re von IRD waren in der DMG bzw. ihrer Vor­gän­ger­or­ga­ni­sa­ti­on IGD in lei­ten­der Funk­ti­on tätig.12

Für die hier geprüf­ten För­der­fäl­le sind zwei regio­na­le Able­ger der MB von beson­de­rer Bedeu­tung: die paläs­ti­nen­si­sche Hamas und die syri­sche MB. Die Hamas wur­de 1987 im Gaza­strei­fen »als regio­na­ler Able­ger der Mus­lim­bru­der­schaft durch Scheich Ahmed Yas­sin und wei­te­re Mus­lim­brü­der gegrün­det«.13 Ziel laut Hamas-Char­ta von 1988: die Ver­nich­tung Isra­els und ein isla­mi­scher Staat »Paläs­ti­na« vom Mit­tel­meer bis zum Jor­dan. Mit dem Ter­ror­an­griff vom 7. Okto­ber 2023 – dem schwers­ten Mas­sa­ker an Juden seit dem Holo­caust – hat die Hamas die­ses Ziel in bei­spiel­lo­ser Bru­ta­li­tät ope­ra­tio­na­li­siert. Der Islam­wis­sen­schaft­ler Gui­do Stein­berg von der Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik (SWP) fasst das Ver­hält­nis wie folgt zusam­men: »Die Hamas ist aus dem paläs­ti­nen­si­schen Able­ger der ägyp­ti­schen Mus­lim­bru­der­schaft her­vor­ge­gan­gen« – Juden­hass und Anti­se­mi­tis­mus sei­en »tief in der Geschich­te der Hamas, der Mus­lim­bru­der­schaft in Paläs­ti­na und der Mut­ter­or­ga­ni­sa­ti­on in Ägyp­ten ver­wur­zelt«.14

In die­sen ideo­lo­gi­schen Kon­text gehö­ren die seit 2017 öffent­lich rezi­pier­ten Social-Media-Bei­trä­ge des lang­jäh­ri­gen IRD-Vor­sit­zen­den Almou­taz Taya­ra, der die Hamas-Füh­rung als »gro­ße Män­ner« lob­te, die dem »gött­li­chen und hei­li­gen Ruf der Mus­lim­bru­der­schaft« gefolgt sei­en, und die Izz-al-Din-al-Qas­sam-Bri­ga­den – den mili­tä­ri­schen Arm der Hamas – aus­drück­lich pries. Taya­ra leg­te sei­nen Vor­stands­pos­ten 2020 nach öffent­li­chem Druck nie­der. Die Hin­wei­se auf pro­ble­ma­ti­sche Ver­bin­dun­gen beschrän­ken sich nicht auf Taya­ra und die­se Äuße­run­gen.15

Geo­gra­phisch von beson­de­rer Bedeu­tung sind die Tür­kei und Syri­en. Die Tür­kei ist seit den 2000er Jah­ren unter der MB-affi­nen AKP-Regie­rung zu einer der wich­tigs­ten Anlauf­stel­len für MB-nahe Orga­ni­sa­tio­nen im sun­ni­ti­schen Isla­mis­mus gewor­den. Poli­tisch ver­bann­te MB-Funk­tio­nä­re aus Ägyp­ten fan­den in Istan­bul Zuflucht; in Gazi­antep, der tür­ki­schen Grenz­stadt zu Syri­en, kon­zen­trier­ten sich wäh­rend des syri­schen Bür­ger­kriegs zahl­rei­che Hilfs- und Logis­tik­struk­tu­ren die­ses Spek­trums. Genau dort hat auch Isla­mic Reli­ef Tür­kei (IRT) – einer der zen­tra­len Pro­jekt­part­ner von IRD bei den vom AA geför­der­ten Syri­en-Vor­ha­ben – sein Büro: »IRT hat sein Büro in Gazi­antep (Tür­kei). IRT hat zudem meh­re­re Büros in Syri­en«, hält der BRH-Bericht fest.16

Syri­en ist für die Mus­lim­bru­der­schaft his­to­risch besetz­tes Ter­rain: Der Auf­stand der syri­schen MB gegen das Assad-Regime ende­te 1982 mit dem Mas­sa­ker von Hama, bei dem die Armee Hafiz al-Assads zehn­tau­sen­de MB-Anhän­ger und Zivi­lis­ten töte­te. Seit­dem ope­riert die syri­sche MB über­wie­gend aus dem Exil – mit Struk­tu­ren vor allem in der Tür­kei. Wäh­rend des syri­schen Bür­ger­kriegs ab 2011 orga­ni­sier­ten sich in den nord­sy­ri­schen Rebel­len­ge­bie­ten zahl­rei­che kari­ta­ti­ve und zivil­ge­sell­schaft­li­che Akteu­re, von denen ein erheb­li­cher Teil dem MB-Spek­trum zuzu­rech­nen ist. Genau auf die­ses Risi­ko hat das Län­der­re­fe­rat Syri­en (AS-SYR) des AA im Okto­ber 2018 intern hin­ge­wie­sen: Eine För­de­rung von IRD kön­ne »auch bei ord­nungs­ge­mä­ßer Ver­wen­dung für huma­ni­tä­re Zwe­cke zu einer nicht-inten­dier­ten För­de­rung kari­ta­ti­ver Struk­tu­ren der MB in SYR füh­ren« und damit ein »Risi­ko einer poli­tisch nicht-inten­dier­ten Stär­kung der MB als syri­en­po­li­ti­schem Akteur« ber­gen.17

In jün­ge­rer Zeit wur­de Isla­mic Reli­ef im deutsch­spra­chi­gen Raum in zwei Buch­pu­bli­ka­tio­nen the­ma­ti­siert, die mit unter­schied­li­cher Her­an­ge­hens­wei­se zei­gen, wel­che Erkennt­nis­se den Ent­schei­dern im AA zumin­dest dem Grun­de nach hät­ten bekannt sein müs­sen – und mög­li­cher­wei­se, vor­be­halt­lich der Schwär­zun­gen und bis­lang nicht offen­ge­leg­ter Akten, auch bekannt waren:

In ihrer Stu­die »Poli­ti­scher Islam – eine hybri­de Bedro­hung Euro­pas. Der ›Civi­liza­ti­on Jihad‹ der Mus­lim­bru­der­schaft« ord­nen Hei­ko Hei­nisch, Nina Scholz und Gus­tav E. Gus­ten­au IRD und Isla­mic Reli­ef World­wi­de (IRW) der zwei­ten Stra­te­gie­pha­se der Mus­lim­bru­der­schaft zu – der Pha­se »Vor­be­rei­tung – Ein­fluss­nah­me« – und dort dem Hand­lungs­feld der Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tio­nen. Zu den »bekann­tes­ten« MB-Spen­den­or­ga­ni­sa­tio­nen zäh­len sie neben Isla­mic Reli­ef die Holy Land Foun­da­ti­on in Nord­ame­ri­ka – 2009 in den USA wegen Hamas-Finan­zie­rung zu Haft­stra­fen zwi­schen 15 und 65 Jah­ren ver­ur­teilt – sowie den deut­schen Able­ger der tür­ki­schen IHH, den das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um im Juni 2010 wegen Unter­stüt­zung der Hamas ver­bo­ten hat. Hin­zu kommt: Das israe­li­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um hat Isla­mic Reli­ef World­wi­de im Jahr 2014 als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ein­ge­stuft und ver­bo­ten – mit dem Vor­wurf, IRW sei Teil des Finanz­sys­tems der Hamas und habe Gel­der an die Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on wei­ter­ge­lei­tet. Isla­mic Reli­ef wies die Vor­wür­fe zurück. Auf Initia­ti­ve von Yus­uf al-Qara­da­wi wur­de 1997 dar­über hin­aus die Uni­on of Good als inter­na­tio­na­ler Dach­ver­band von über 50 MB-nahen Spen­den­or­ga­ni­sa­tio­nen gegrün­det, »dar­un­ter die genann­ten« – sie wur­de 2008 in den USA als ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on ein­ge­stuft, »weil sie dem Zweck die­ne, Gel­der an die Hamas wei­ter­zu­lei­ten und sich in ihrer Lei­tung füh­ren­de Mit­glie­der der Hamas befan­den«.

In die­ser MB-Stra­te­gie­pha­se ver­or­ten Hei­nisch, Scholz und Gus­ten­au IRD und IRW. Per­so­nell kon­kre­ti­sie­ren sie das mit Ver­weis auf Ibra­him el-Zayat, von der Grün­dung 1996 bis 2006 im Vor­stand von IRD und von 1998 bis 2015 Direk­tor von IRW – eine der Schlüs­sel­fi­gu­ren des MB-Netz­werks in Euro­pa. IRD wie­der­um unter­stüt­ze in Deutsch­land »Orga­ni­sa­tio­nen aus dem Umfeld der MB, wie etwa die IGD und die MJD«.

Aus den Spen­den, die IRD in Deutsch­land ein­sam­melt, flos­sen im Zeit­raum 2011–2015 knapp 32 Mil­lio­nen Euro »nach­weis­lich« an die Dach­or­ga­ni­sa­ti­on IRW in Bir­ming­ham. IRW selbst wer­de »unter ande­rem von Qatar Cha­ri­ty finan­ziert« – einer Orga­ni­sa­ti­on, die laut den von Chris­ti­an Ches­not und Geor­ges Mal­bru­not aus­ge­wer­te­ten »Qatar Papers« als zen­tra­les Vehi­kel des kata­ri­schen Ein­flus­ses auf den Islam in Euro­pa fun­giert. Mit die­sen Mit­teln habe IRW unter ande­rem »die Isla­mi­sche Uni­ver­si­tät Gaza finan­zi­ell« unter­stützt, »in der Wer­bung für den Dschi­had zum guten Ton gehört und in deren Labo­ren Spreng­stoff für die Hamas ent­wi­ckelt und her­ge­stellt wur­de«. Dass IRW trotz die­ser Befun­de zwi­schen 2007 und 2020 mehr als 33 Mil­lio­nen Euro EU-För­der­mit­tel und wei­te­re rund 7 Mil­lio­nen für sei­ne natio­na­len Able­ger erhielt, sehen die Autoren als »ein wei­te­res Bei­spiel dafür, dass der Wes­ten mit Steu­er­gel­dern Orga­ni­sa­tio­nen aus dem Netz­werk der MB finan­ziert, die ihm feind­lich gegen­über­ste­hen«.

Die­se Befun­de ord­nen die Autoren ein in das, was sie als das eigent­li­che stra­te­gi­sche Vor­ha­ben der MB beschrei­ben: einen »Civi­liza­ti­on Jiha­dist Pro­cess«, der seit den 1980er Jah­ren gene­ra­tio­nen­über­grei­fend ange­legt ist und über sozia­le Diens­te, Bil­dungs­ein­rich­tun­gen, reli­giö­se Infra­struk­tur und poli­ti­sche Ein­fluss­nah­me ope­riert – belegt durch zwei inter­ne Stra­te­gie­pa­pie­re von 1982 (Euro­pa) und 1991 (Nord­ame­ri­ka), das letz­te­re mit der bekann­ten Selbst­be­schrei­bung als »grand Jihad in eli­mi­na­ting and des­troy­ing the Wes­tern civi­liza­ti­on from within«.18

Ergän­zend zur sicher­heits­po­li­ti­schen Ana­ly­se von Hei­nisch, Scholz und Gus­ten­au lie­fert auch die jour­na­lis­ti­sche Recher­che­li­te­ra­tur kon­kre­te Befun­de. Der Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­list Sascha Ada­mek wid­met in sei­nem Buch »Unter­wan­de­rung. Der Poli­ti­sche Islam wei­ter auf dem Vor­marsch« der För­de­rung von Isla­mic Reli­ef ein eige­nes Unter­ka­pi­tel mit dem spre­chen­den Titel »Stein­mei­er warb für Isla­mic Reli­ef«. Ada­mek doku­men­tiert, dass der Ver­fas­sungs­schutz Baden-Würt­tem­berg bereits in sei­nem Jah­res­be­richt 2009 öffent­lich auf per­so­nel­le und orga­ni­sa­to­ri­sche Zusam­men­hän­ge mit der Hamas hin­ge­wie­sen hat­te: Die Akti­vi­tä­ten der IRW sei­en »in den paläs­ti­nen­si­schen Auto­no­mie­ge­bie­ten per­so­nell und ideo­lo­gisch mit der Hamas ver­knüpft«. Ada­mek fol­gert: »Die­se also bereits seit 2009 öffent­li­chen Erkennt­nis­se haben aller­dings hoch­ran­gi­ge Poli­ti­ker nicht davon abge­hal­ten – sofern sie sich über­haupt danach erkun­digt haben –, die Orga­ni­sa­ti­on ganz per­sön­lich zu unter­stüt­zen.« Frank-Wal­ter Stein­mei­er (SPD) sei »für Isla­mic Reli­ef sicher­lich der wich­tigs­te Unter­stüt­zer – auch weil er früh­zei­tig an Bord war«; sein Enga­ge­ment habe wie ein »archai­sches Schnee­ball­sys­tem« die Betei­li­gung wei­te­rer poli­ti­scher und kirch­li­cher Wür­den­trä­ger nach sich gezo­gen. Kon­kret nennt Ada­mek für die Spen­den­kam­pa­gne »Spei­sen für Wai­sen« neben Stein­mei­er (2013, damals Außen­mi­nis­ter) nament­lich Aydan Özoğuz (SPD), Han­ne­lo­re Kraft (SPD), Malu Drey­er (SPD), Dilek Kolat (SPD) und Mar­got Käß­mann (EKD).19

Ada­mek doku­men­tiert auch zwei Sach­ver­hal­te, die unmit­tel­bar an die Befun­de des Bun­des­rech­nungs­ho­fes anschlie­ßen. Zum einen quan­ti­fi­ziert er die finan­zi­el­le Ver­zah­nung über einen län­ge­ren Zeit­raum: »Von 2011 bis 2025 hat der deut­sche Ver­ein in aller Öffent­lich­keit ins­ge­samt rund 152 Mil­lio­nen Euro an die Mut­ter­or­ga­ni­sa­ti­on Isla­mic Reli­ef World­wi­de über­wie­sen. 16 Mil­lio­nen Euro pump­te die Bun­des­re­gie­rung in das Netz­werk – also immer­hin mehr als zehn Pro­zent der Spen­den­ein­nah­men.« Zum ande­ren zitiert er eine Spre­che­rin des israe­li­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums mit der Bewer­tung, IRW sei »Teil des glo­ba­len Finan­zie­rungs­ap­pa­rats der Hamas«; Isla­mic Reli­ef weist die­se Vor­wür­fe – wie Ada­mek doku­men­tiert – sämt­lich zurück.20

Bei­de Bücher machen sicht­bar, dass über die Erkennt­nis­se der Sicher­heits­be­hör­den hin­aus – über die der Zuwen­dungs­ge­ber hin­weg­ging und deren akten­kun­di­ge Grund­la­ge zu För­der­be­ginn ver­nich­tet wur­de – auch eine öffent­lich ver­füg­ba­re Befund­la­ge zur Risi­ko­ein­ord­nung von Isla­mic Reli­ef exis­tier­te. Die För­der­ak­ten des Aus­wär­ti­gen Amts bil­den die­se Befund­la­ge nicht ab; an meh­re­ren Stel­len scheint sie aktiv aus­ge­blen­det wor­den zu sein. Vor die­sem Hin­ter­grund ist nach­voll­zieh­bar, war­um die För­der­pra­xis nicht nur zuwen­dungs­recht­lich – und mög­li­cher­wei­se auch dienst- und beam­ten­recht­lich –, son­dern auch außen- und sicher­heits­po­li­tisch von beson­de­rem Inter­es­se ist.

Wor­um es kon­kret geht

Der BRH prüf­te vier huma­ni­tä­re Hilfs­pro­jek­te der Gesund­heits­ver­sor­gung in Syri­en aus den Jah­ren 2013 bis 2016 mit einem För­der­vo­lu­men von rund 8,45 Mil­lio­nen Euro.21 IRD setz­te die­se Pro­jek­te nicht selbst um, son­dern »durch sei­ne Part­ner Isla­mic Reli­ef World­wi­de (IRW), Isla­mic Reli­ef Tür­kei (IRT) sowie den Deutsch-Syri­schen Ver­ein zur För­de­rung der Frei­hei­ten und Men­schen­rech­te e. V. (DSV)«.22 Hin­zu kam ein wei­te­res Pro­jekt für den Zeit­raum 1. April 2017 bis 31. März 2020 mit einem Zuwen­dungs­be­trag von 6,76 Mil­lio­nen Euro23 – bewil­ligt, obwohl der BRH dem AA bereits emp­foh­len hat­te, »die För­de­rung von IRD ein­zu­stel­len«.24 Ins­ge­samt umfasst dies rund 15 Mil­lio­nen Euro an Bun­des­mit­teln aus dem AA-Haus­halt.

Der zen­tra­le Befund: Ver­stoß gegen die eige­ne Wei­sungs­la­ge

Der Kern­be­fund von Teil 1 ist in sei­ner for­mel­len Knapp­heit unmiss­ver­ständ­lich. Der BRH hält fest, das AA habe »in den Jah­ren 2013 bis 2016 vier Pro­jek­te von IRD« geför­dert. »War­um es die grund­sätz­li­che Eig­nung von IRD aner­kann­te und damit die eige­ne Wei­sungs­la­ge miss­ach­te­te, begrün­de­te es in sei­nen För­der­ent­schei­dun­gen nicht nach­voll­zieh­bar.«25

Die Wei­sungs­la­ge, gegen die das AA ver­stieß, ist nicht obskur. Sie ergibt sich aus drei klar benann­ten Quel­len.

Ers­tens dem Rund­erlass des AA RES 55–1 »Ver­hin­de­rung der Inan­spruch­nah­me staat­li­cher Leis­tun­gen durch extre­mis­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen« vom 8. Novem­ber 2011. Die­ser Erlass for­mu­liert aus­drück­lich die Stra­te­gie, »nicht nur direk­te Finan­zie­rungs­quel­len extre­mis­ti­scher und ter­ro­ris­ti­scher Orga­ni­sa­tio­nen zu bekämp­fen, son­dern auch indi­rek­te, ver­steck­te oder getarn­te Finan­zie­rungs­we­ge auf­zu­de­cken und zu blo­ckie­ren«. Es sol­le »grund­sätz­lich ver­hin­dert wer­den, dass Grup­pie­run­gen und Ein­zel­per­so­nen staat­li­che Leis­tun­gen in Anspruch neh­men, obwohl sie im Bereich Staats- und Ver­fas­sungs­schutz auf­fäl­lig gewor­den sind«. Ins­be­son­de­re nutz­ten Extre­mis­ten Ver­an­stal­tun­gen mit Bun­des­be­hör­den gezielt, »um mit­tels der für die Öffent­lich­keit wahr­nehm­ba­ren Nähe zu Bun­des­be­hör­den den Anschein staat­li­cher Akzep­tanz zu erwe­cken«.26

Zwei­tens den Erlas­sen des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des Innern – dem soge­nann­ten Diwell-Erlass vom 4. März 2004 und dem Haber-Erlass vom 6. Febru­ar 2017. Bei­de wei­sen die Bun­des­res­sorts an, bei Vor­lie­gen ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­ter Erkennt­nis­se von einer För­de­rung der betref­fen­den Orga­ni­sa­tio­nen abzu­se­hen. Die Gewäh­rung von Vor­tei­len an Orga­ni­sa­tio­nen, »zu denen ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te Erkennt­nis­se vor­lie­gen«, ste­he »im Wider­spruch zu einer Stra­te­gie der ganz­heit­li­chen Bekämp­fung von Extre­mis­mus und Ter­ro­ris­mus«.27 Der Diwell-Erlass von 2004, eine zen­tra­le Grund­la­ge der För­der­pra­xis, »war nicht in den Akten des AA« – wie der BRH in einer Fuß­no­te fest­hält.28

Drit­tens dem Res­sort­prin­zip nach Art. 65 Satz 2 Grund­ge­setz, dem­zu­fol­ge das AA für sei­ne För­der­ent­schei­dun­gen allein ver­ant­wort­lich ist.29

Der BRH stellt die zwin­gen­de Logik die­ser Wei­sungs­la­ge in einem Satz klar, der für jede För­der­ent­schei­dung zen­tral ist: »Lie­gen ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te Erkennt­nis­se zu einem Antrag­stel­ler vor, dann kommt es bei der Ent­schei­dung über die grund­sätz­li­che Eig­nung nicht (mehr) dar­auf an, ob der Antrag­stel­ler die Zuwen­dun­gen in Vor­gän­ger­pro­jek­ten zweck­ent­spre­chend und ord­nungs­ge­mäß ver­wen­det hat­te.«30

Mit ande­ren Wor­ten: Die Ant­wort auf die Fra­ge der Eig­nung ist bei Vor­lie­gen ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­ter Erkennt­nis­se vor­ge­ge­ben. Sie lau­tet: kei­ne För­de­rung. Mög­li­cher­wei­se gute Ein­schät­zun­gen aus Vor­pro­jek­ten ändern dar­an nichts.

Vom kla­ren Nein zur Mil­lio­nen­för­de­rung – »im Dun­keln«

Die Vor­ge­schich­te der För­de­rung zeigt fol­gen­des: Im Janu­ar 2009 hielt die Lei­te­rin des Arbeits­stabs Huma­ni­tä­re Hil­fe des AA für ihren Auf­ga­ben­be­reich unmiss­ver­ständ­lich fest: »Wir machen nichts mit Isla­mic Reli­ef! Klar ist: kei­ne Zuwen­dun­gen, kei­ne Auf­nah­me in Koor­di­nie­rungs­aus­schuss!«31 Im Juli 2009 bat das AA das BMI um »aktu­el­le und aus­führ­li­che Erkennt­nis­se« zu IRD. Es wies dar­auf hin, dass IR als Rah­men­ver­trags­part­ner von ECHO Geld von der EU und damit auch von Deutsch­land erhal­te: »Soll­ten Erkennt­nis­se vor­lie­gen, die einer För­de­rung ent­ge­gen­ste­hen, hät­ten wir Ver­an­las­sung, auch die EU-Ver­ga­be an IR zu hin­ter­fra­gen«.32

An die­ser Stel­le begin­nen in der Grund­satz­ak­te die Merk­wür­dig­kei­ten: Eine Ant­wort des BMI auf die­se Anfra­ge »sowie Hin­wei­se auf die wei­te­re Behand­lung des The­mas waren in der uns vor­ge­leg­ten Akte nicht ent­hal­ten. Auf Nach­fra­ge konn­te das AA auch aus ande­ren Quel­len (z. B. elek­tro­ni­sche Daten auf dem Refe­rats­lauf­werk) kei­nen wei­te­ren Schrift­ver­kehr hier­zu vor­le­gen. Auch ver­moch­te es nicht zu erklä­ren, war­um es in der Fra­ge zur Bewer­tung der Ver­bin­dung zwi­schen IRD und ECHO, die es selbst auf­ge­wor­fen hat­te, nicht wei­ter ermit­telt hat.«33

Die Wür­di­gung des BRH fasst dies in einem Satz zusam­men: »Maß­geb­li­che Grün­de für den Mei­nungs­um­schwung hin­sicht­lich der in die­sem Fall för­der­recht­lich wich­tigs­ten Fra­ge blei­ben im Dun­keln.«34

Eine ver­nich­te­te Akte – im Jahr des För­der­be­ginns

In die­sel­be Zeit fällt ein Vor­gang, der auf früh­zei­ti­ge Ver­de­ckung hin­deu­tet. Die Grund­satz­ak­te zu IRD bestand aus drei Bän­den. »Band 1 beginnt am 1. Janu­ar 1994 und endet am 3. Mai 2006. Er wur­de lt. Ver­merk auf Band 2 am 7. August 2013 ver­nich­tet.«35 Ver­nich­tet wur­de der Akten­band mit­hin in jenem Jahr, in dem die För­de­rung von IRD durch das AA begann – mit dem ers­ten Pro­jekt SYR 23/13.

Wel­che Unter­la­gen sich in Band 1 befan­den, lässt sich natur­ge­mäß nur noch aus den Fol­ge­bän­den rekon­stru­ie­ren. Band 2 und 3 ent­hiel­ten unter ande­rem den Schrift­ver­kehr mit dem BfV aus dem Jahr 2006 sowie spä­te­re Vor­gän­ge zur Mus­lim­bru­der­schaft – die ein­schlä­gi­gen Pas­sa­gen sind im frei­ge­klag­ten Bericht geschwärzt. In den nun öffent­lich ersicht­li­chen Pas­sa­gen ist der BRH in sei­ner Wür­di­gung deut­lich: »Soweit das AA eine voll­stän­di­ge Boni­täts­prü­fung von IRD wegen der frü­he­ren För­de­rung eines Paki­stan-Pro­jek­tes nicht für erfor­der­lich erach­tet haben soll­te, hät­te das AA dies ent­spre­chend doku­men­tie­ren und den ers­ten Band der IRD-Grund­satz­ak­te noch nicht ver­nich­ten dür­fen, zumin­dest aber Kopien rele­van­ter Unter­la­gen und Ent­schei­dun­gen auf­be­wah­ren müs­sen.«36

Antrags­prü­fung: ein »guter Ruf« als Begrün­dung

Wie die För­der­ent­schei­dun­gen begrün­det wur­den, lässt sich an einem cha­rak­te­ris­ti­schen Pas­sus aus dem Antrags­prüf­ver­merk vom 9. April 2013 zum ers­ten Pro­jekt SYR 23/13 able­sen. Dort heißt es im Votum des Refe­ren­ten: »In Abwä­gung des guten Rufs von IR als huma­ni­tä­re Orga­ni­sa­ti­on, dem beschränk­ten Zugang zu SYR sowie den aku­ten huma­ni­tä­ren Bedar­fen besitzt das Pro­jekt­vor­ha­ben Pilot­cha­rak­ter und soll­te als Ent­schei­dungs­grund­la­ge für För­de­run­gen von IR in ande­ren huma­ni­tä­ren Lagen zugrun­de gelegt wer­den.«37

Der BRH stellt zur Trag­fä­hig­keit die­ser Begrün­dung fest: »Das AA ver­mag nicht zu erklä­ren, auf wel­cher Grund­la­ge es zur Ein­schät­zung gelangt war, ›IR‹ habe als huma­ni­tä­re NRO einen guten Ruf. Im Janu­ar 2009 lehn­te es eine Zusam­men­ar­beit mit IR noch rund­her­aus ab.«38

Eben­falls bean­stan­det wird, dass die drei Fol­ge­pro­jek­te SYR 28/14, SYR 06/15 und SYR 17/16 auf den »Pilot­cha­rak­ter« des ers­ten Pro­jekts nicht ein­gin­gen und sich auch nicht mit den »Erkennt­nis­sen des BMI/BfV (›Fach­dienst‹)« aus­ein­an­der­setz­ten.39 Die spä­te­re Argu­men­ta­ti­on des AA, IRD habe »beson­de­re Exper­ti­se« oder einen »beson­de­ren Mehr­wert«, kann der BRH nicht nach­voll­zie­hen: »Da IRD nicht selbst son­dern IRW bzw. IRT und der DSV die Pro­jek­te von IRD als Imple­men­tie­rungs­part­ner vor Ort aus­führ­ten, kön­nen wir auch kei­ne ›beson­de­re Exper­ti­se‹ und kei­nen ›beson­de­ren Mehr­wert‹ gera­de von IRD für die vom AA geför­der­ten Pro­jek­te erken­nen.«40

Eine igno­rier­te War­nung aus dem eige­nen Haus

Im Okto­ber 2018 fand ein inter­nes Gespräch zwi­schen dem zustän­di­gen Fach­re­fe­rat S09 und dem Län­der­re­fe­rat Syri­en (AS-SYR) statt. Der Gesprächs­ver­merk vom 7. Novem­ber 2018 – auf Nach­fra­ge und nach mehr­ma­li­ger Erin­ne­rung an den BRH über­mit­telt – ist eines der wich­tigs­ten Doku­men­te in den Akten. AS-SYR »erläu­ter­te sei­ne prin­zi­pi­el­len Beden­ken einer För­de­rung von IRD vor dem Hin­ter­grund von des­sen vom BfV bestä­tig­ten Nähe zur Mus­lim­bru­der­schaft (MB) und sei­nem aus RES 55–1 und RES VS-nfD 5–19 fol­gen­den, grund­sätz­li­chen Aus­schei­den als Zuwen­dungs­emp­fän­ger. Wei­ter­hin mach­te AS-SYR Beden­ken gel­tend, dass eine För­de­rung von IRD auch bei ord­nungs­ge­mä­ßer Ver­wen­dung für huma­ni­tä­re Zwe­cke zu einer nicht-inten­dier­ten För­de­rung kari­ta­ti­ver Struk­tu­ren der MB in SYR füh­ren könn­te und damit das Risi­ko einer poli­tisch nicht-inten­dier­ten Stär­kung der MB als syri­en­po­li­ti­schem Akteur.«41

Dem BRH zufol­ge fand die­ser Gesprächs­ver­merk Ein­gang weder in die Grund­satz­ak­te noch in die Pro­jekt­ak­te: »Der Gesprächs­ver­merk war weder in der IRD-Grund­satz­ak­te noch in der Pro­jekt­ak­te abge­legt. Das Fach­re­fe­rat S09 hat­te das Gespräch bis zum Zeit­punkt unse­rer ergän­zen­den Erhe­bun­gen im Mai 2019 auch nicht zum Anlass genom­men, die aktu­el­le För­de­rung von IRD zu hin­ter­fra­gen.«42

Mit ande­ren Wor­ten: Die War­nung aus dem eige­nen Haus, for­mu­liert auf Grund­la­ge von nach­rich­ten­dienst­li­chen Erkennt­nis­sen, wur­de akten­mä­ßig nicht abge­bil­det und ope­ra­tiv nicht beach­tet. Die lau­fen­de Mil­lio­nen­för­de­rung lief wei­ter.

AA behaup­te­te »Zustim­mung« des BMI und BRH hat Zwei­fel am »Wahr­heits­ge­halt«

In sei­ner Stel­lung­nah­me berief sich das AA gegen­über dem BRH wie­der­holt auf eine angeb­li­che Zustim­mung des BMI. Das BMI habe »der För­de­rung von IRD ›zuge­stimmt‹« und die­se Zustim­mung 2017 bestä­tigt. Akten­kun­dig sei das nicht gemacht wor­den, dies habe man jedoch nach­träg­lich erle­digt.43

Die­se Ver­tei­di­gungs­li­nie hat für das AA zwei gra­vie­ren­de Pro­ble­me. Ers­tens wider­spricht das BMI. Der BRH hält fest: »Das BMI hat gegen­über dem Bun­des­rech­nungs­hof die Gesprä­che mit dem Aus­wär­ti­gen Amt in den Jah­ren 2013 und 2017 bestä­tigt, nicht jedoch die Zustim­mung zur För­de­rung von IRD.«44 Zwei­tens wür­de eine sol­che Zustim­mung – selbst wenn sie vor­ge­le­gen hät­te – das AA nicht ent­las­ten. »Auch die vom Aus­wär­ti­gen Amt ange­nom­me­ne ›Zustim­mung‹ des BMI konn­te die eige­ne För­der­ent­schei­dung kei­nes­falls legi­ti­mie­ren. Denn wegen des Res­sort­prin­zips ist das Aus­wär­ti­ge Amt allein ver­ant­wort­lich für die För­der­ent­schei­dung zu IRD.«45

Die abschlie­ßen­de Wür­di­gung des BRH lässt an Deut­lich­keit der Amts­füh­rung im AA kei­nen Spiel­raum übrig: »Zum einen zwei­feln wir ange­sichts des Gangs der Din­ge und der in ent­schei­den­den Fra­gen ekla­tant lücken­haf­ten Doku­men­ta­ti­on des AA am Wahr­heits­ge­halt sei­ner Beteue­rung zum Inhalt der Gesprä­che; zum ande­ren hät­te eine ›Zustim­mung‹ des BMI die För­der­ent­schei­dung des AA ohne­hin nicht legi­ti­mie­ren kön­nen. […] Das Vor­brin­gen des AA (BMI hat zuge­stimmt) wirkt nicht nur unglaub­wür­dig, son­dern gibt zur Hal­tung des AA gegen­über dem Kol­le­gi­al­res­sort BMI ein nicht über­zeu­gen­des Bild ab.«46

Fehl­be­darfs­för­de­rung trotz Über­schüs­sen und Mil­lio­nen-Rück­la­gen

Teil 2 des Berichts wid­met sich dem zuwen­dungs­recht­li­chen Ver­fah­ren. Hier liegt einer der mate­ri­ell schwers­ten Befun­de: Die Pro­jek­te wur­den über die soge­nann­te Fehl­be­darfs­fi­nan­zie­rung geför­dert. Das ist nach dem Pro­jekt­hand­buch Huma­ni­tä­re Hil­fe des AA »die ›Stan­dard-Finan­zie­rungs­art‹ bei Zuwen­dun­gen für huma­ni­tä­re Hilfs­pro­jek­te«; der Zuwen­dungs­emp­fän­ger hat einen Eigen­an­teil von min­des­tens 10 Pro­zent zu erbrin­gen, ein Eigen­an­teil von weni­ger als 5 Pro­zent ist zu begrün­den.47 Die Fehl­be­darfs­fi­nan­zie­rung ist eine nach­ran­gi­ge För­de­rung: Sie darf nur den Fehl­be­darf decken, den der Zuwen­dungs­emp­fän­ger nicht aus eige­nen oder frem­den Mit­teln decken kann.48

Der BRH hat sich die Finanz­struk­tur von IRD ange­schaut und stellt für die geprüf­ten Jah­re fest: »IRD ver­füg­te über Ein­nah­men aus Spen­den, die den Zuwen­dungs­be­trag des AA deut­lich über­stie­gen.« IRD erwirt­schaf­te­te in den Jah­ren 2012 bis 2015 durch­ge­hend Über­schüs­se (16.053 Euro / 19.683 Euro / 46.956 Euro / 80.619 Euro) und wies freie Rück­la­gen aus – »2013: 200.000 Euro, 2014: 1,556 Mio. Euro«.49 Zudem stell­te IRD jähr­lich rund 4 Mil­lio­nen Euro an IRW zur Ver­fü­gung – ein Viel­fa­ches des­sen, was das AA zur Pro­jekt­för­de­rung leis­te­te.50 Was IRD für IRW finan­zier­te, ist in einer Auf­stel­lung im Bericht teil­wei­se doku­men­tiert: Allein für die im Ver­ei­nig­ten König­reich ange­sie­del­te »Isla­mic Reli­ef Aca­de­my« – eine IRW-Schu­lungs­ein­rich­tung – soll IRD dem­nach im Jahr 2014 100.000 Euro und im Jahr 2015 wei­te­re 150.000 Euro über­wie­sen haben. Hin­zu kamen Bei­trä­ge für IRW-Kon­fe­ren­zen in der Tür­kei und im Jemen. Der BRH stellt dazu fest: »Das Aus­wär­ti­ge Amt erfrag­te nicht den Zweck der Spen­den.«51

Beim Pro­jekt SYR 28/14 lag der Eigen­an­teil von IRD bei 4,7 Pro­zent – unter der 5‑Pro­zent-Schwel­le, ab der nach dem eige­nen Pro­jekt­hand­buch eine Begrün­dung zwin­gend ist. Die­se Begrün­dung fehl­te. Bei zwei wei­te­ren Pro­jek­ten begrün­de­te das AA den Eigen­an­teil unter 10 Pro­zent »mit dem all­ge­mein gerin­gen Spen­den­auf­kom­men für die Syri­en­kri­se«. Die Bewer­tung des BRH lau­te­te: »Dies ist zu pau­schal und über­zeugt nicht ohne Wei­te­res.«52

Die Wür­di­gung des BRH zur Wirt­schaft­lich­keit fällt ent­spre­chend aus: »Der von IRD geleis­te­te Eigen­an­teil von unter 5 % bzw. unter 10 % der jewei­li­gen Pro­jekt­sum­me erscheint frag­wür­dig, die För­de­rung des Aus­wär­ti­gen Amts inso­fern kaum wirt­schaft­lich und spar­sam.«53

Unge­prüf­te Ver­wen­dungs­nach­wei­se – »im Blind­flug«

Ver­wen­dungs­nach­wei­se hat das AA »inner­halb von drei Mona­ten kur­so­risch und inner­halb von neun Mona­ten ver­tieft zu prü­fen«. Die­se Fris­ten sind eine zen­tra­le Vor­aus­set­zung für jede Fol­ge­för­de­rung. Der BRH stell­te fest: Ver­wen­dungs­nach­wei­se von IRD waren unge­prüft. Trotz­dem bewil­lig­te das AA Fol­ge­pro­jek­te. »Erst im Ver­lauf der Prü­fung des Bun­des­rech­nungs­ho­fes ver­an­lass­te es die Prü­fung von Ver­wen­dungs­nach­wei­sen zu drei bereits abge­schlos­se­nen IRD-Pro­jek­ten.«54

Die Bewer­tung des BRH ist ver­nich­tend: »Indem das Aus­wär­ti­ge Amt Fol­ge­pro­jek­te von IRD finan­zier­te, ohne sich vor­her von der Ord­nungs­mä­ßig­keit und Wirt­schaft­lich­keit der bis­he­ri­gen För­de­rung über­zeugt zu haben, för­der­te es ›im Blind­flug‹. Eine sol­che Pra­xis ist ange­sichts der in Rede ste­hen­den För­der­be­trä­ge und der för­der­po­li­ti­schen Trag­wei­te sei­ner Akti­vi­tä­ten nach­drück­lich zu bean­stan­den.«55

Die GIZ als Prüf­dienst­leis­ter – eine eige­ne Schicht von Män­geln

Mit der Prü­fung der Ver­wen­dungs­nach­wei­se hat­te das AA die Deut­sche Gesell­schaft für Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit (GIZ) GmbH beauf­tragt – ein Bun­des­un­ter­neh­men unter der dama­li­gen Lei­tung von Tan­ja Gön­ner (CDU, 2012 bis 2022). Die Befun­de des BRH zur Arbeit der GIZ bil­den eine eige­ne Schicht des Berichts; sie sind nicht weni­ger kri­tisch als jene zum AA selbst.

Ver­zö­ge­run­gen jen­seits jeder Norm. Zwi­schen Ein­rei­chung des Ver­wen­dungs­nach­wei­ses durch IRD und Abschluss der kur­so­ri­schen Prü­fung lagen im Fall SYR 23/13 bis zu 44 Mona­te. Die ver­tief­te Prü­fung des­sel­ben Pro­jekts schloss die GIZ »erst nach fünf Jah­ren« ab.56 Im April 2019 teil­te die GIZ dem AA mit, sie kön­ne nicht sagen, wann die Prü­fun­gen abge­schlos­sen sein wür­den.57 Der BRH bewer­tet das wie folgt: »Ein Zeit­raum von bis zu 44 Mona­ten für die kur­so­ri­sche Prü­fung bzw. von bis zu fünf Jah­ren für die ver­tief­te Prü­fung der VwN ist nicht hin­nehm­bar.«58 Wegen die­ser spä­ten Bear­bei­tung ent­gin­gen dem AA zudem Zins­ein­nah­men bei den Rück­for­de­run­gen, weil die GIZ den Zins­an­spruch nur für ein Jahr nach Erstel­lung des Ver­wen­dungs­nach­wei­ses berech­ne­te, »damit IRD kei­ne Nach­tei­le aus der ver­län­ger­ten Zeit der Prü­fung der VwN erwach­se«.59

Inkon­sis­ten­te Sank­tio­nie­rung. Die Prü­fun­gen der GIZ brach­ten »zahl­rei­che Ver­stö­ße von IRD gegen zuwen­dungs­recht­li­che Vor­schrif­ten« zuta­ge. Das AA for­der­te rund 155.000 Euro zuzüg­lich Zin­sen zurück.60 Der BRH stell­te aller­dings fest, dass die GIZ bei gleich gela­ger­ten Ver­stö­ßen unein­heit­lich vor­ging: »Die­sel­ben Ver­stö­ße hat­ten in einem Fall eine Rück­for­de­rung zur Fol­ge, in einem ande­ren Fall ledig­lich eine Ermah­nung.«61

Die Lis­te der Sach­ver­hal­te, die die GIZ ledig­lich mit Hin­wei­sen oder Ermah­nun­gen ver­sah, ist kon­kret: Emp­fän­ger der Leis­tung nicht aus­ge­wie­sen oder falsch bezeich­net; Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen und Lohn­ne­ben­kos­ten ohne ver­trag­li­che Grund­la­ge gezahlt; Flug­schei­ne lagen nicht vor; Über­set­zun­gen fehl­ten; kei­ne Anga­be zu Wech­sel­kur­sen; pau­scha­le Zah­lung von Ver­pfle­gungs­gel­dern; Taxi­kos­ten ohne Begrün­dung der Not­wen­dig­keit; für eine Zah­lung fehl­te der zugrun­de lie­gen­de Dienst­leis­tungs­ver­trag; es fehl­ten ein­deu­ti­ge Pro­jekt­zu­ord­nungs­merk­ma­le.62

Aner­ken­nung trotz feh­len­der Bele­ge. Die schärfs­te Wür­di­gung des BRH zur GIZ-Pra­xis lau­tet: »Zu bean­stan­den blei­ben auch Ent­schei­dun­gen der GIZ, die ord­nungs­ge­mä­ße Ver­wen­dung von Zuwen­dun­gen anzu­er­ken­nen, obwohl sie Zah­lun­gen nicht zuord­nen konn­te, Zah­lun­gen über­höht waren oder auch ohne Nach­weis oder ver­trag­li­che Grund­la­ge geleis­tet wor­den waren.«63 In kla­ren Wor­ten: Die GIZ hat Zah­lun­gen abge­seg­net, die nicht oder nicht rich­tig belegt waren.

Letzt­emp­fän­ger ohne Beleg­la­gen. Beson­ders gra­vie­rend ist der Befund zur zwei­ten Stu­fe des Zuwen­dungs­ver­hält­nis­ses, also zu den Pro­jekt­part­nern, die die Mit­tel tat­säch­lich ver­aus­gab­ten (IRW, IRT, DSV). Der GIZ lagen für die Prü­fung »weder die zah­len­mä­ßi­gen Nach­wei­se noch die Beleg­lis­ten der Wei­ter­lei­tungs­ver­trä­ge zur Prü­fung vor«. Im Prüf­ver­merk zu SYR 28/14 hielt die GIZ selbst fest, ein »Abgleich der tat­säch­lich ange­fal­le­nen Aus­ga­ben mit den Bud­gets ist bei den ein­zel­nen Wei­ter­lei­tungs­emp­fän­gern […] nicht mög­lich, da kei­ne sepa­ra­ten zah­len­mä­ßi­gen Nach­wei­se und Beleg­lis­ten ein­ge­reicht wur­den«.64

Die Reak­ti­on der GIZ dar­auf ist im Bericht wört­lich doku­men­tiert. Sie zeigt eine grund­le­gen­de Miss­ach­tung von Sorg­falts­pflich­ten. Statt die feh­len­den Bele­ge ein­zu­for­dern oder Rück­for­de­run­gen zu prü­fen, ver­merk­te die GIZ: »Ein per­ma­nen­tes Con­trol­ling und eine Über­prü­fung der Mit­tel­ver­wen­dung durch den ZE [Zuwen­dungs­emp­fän­ger, d. h. IRD] erfolg­te jedoch. Der ZE teil­te mit, dass kei­ne Auf­fäl­lig­kei­ten fest­ge­stellt wur­den.«65 An ande­rer Stel­le heißt es im Wort­laut: »Der VwN des Letzt­emp­fän­gers wur­de nicht ein­ge­reicht. Auch wur­de im VwN kei­ne Aus­sa­ge dar­über getrof­fen, ob der VwN des Letzt­emp­fän­gers ange­for­dert, über­prüft und nicht bean­stan­det wur­de. Aus der bis­he­ri­gen Pro­jekt­för­de­rung ist jedoch bekannt, dass der ZE über ein gemein­sa­mes Con­trol­ling-Sys­tem Zugriff auf die Buchungs­un­ter­la­gen der Letzt­emp­fän­ger hat und bis­her die VwN der Letzt­emp­fän­ger auch geprüft hat, wobei jeweils kei­ne Bean­stan­dun­gen fest­ge­stellt wur­den. Zuguns­ten des ZE wird des­halb davon aus­ge­gan­gen, dass auch bei die­sem Vor­gang ent­spre­chend ver­fah­ren wur­de, so dass die­se Prüf­punk­te zu beja­hen sind.«66

Mit ande­ren Wor­ten: Die GIZ hat dort, wo Nach­wei­se gänz­lich fehl­ten, »zuguns­ten« des Zuwen­dungs­emp­fän­gers ver­mu­tet, dass die­ser intern bereits geprüft habe. Geprüft wur­de damit nicht, was hät­te geprüft wer­den müs­sen – son­dern ohne Evi­denz unter­stellt. Die geprüf­te Stel­le wur­de von der GIZ zur eige­nen Prüf­in­stanz erho­ben.

Qua­li­täts­män­gel der Sach­ver­halts­fest­stel­lung. Im Prüf­ver­merk zu SYR 17/16 geht die GIZ schließ­lich davon aus, »dass IRD die Zuwen­dung, anders als in den drei Vor­gän­ger-Pro­jek­ten, nicht wei­ter­ge­lei­tet hat« – obwohl IRD die Pro­jek­te aus­nahms­los über Part­ner umsetz­te. Der BRH bewer­tet das so: »Dies offen­bart Qua­li­täts­män­gel bei der Prü­fung der VwN, die das AA nicht ein­fach hin­neh­men darf.«67

Fol­gen­lo­sig­keit der Befun­de. Die Gesamt­be­wer­tung des BRH fasst die Schicht »GIZ-Prü­fung« in einem Satz zusam­men: »All dies blieb letzt­lich ohne Fol­gen. Die GIZ beließ es in allen Fäl­len bei einer Ermah­nung.«68 Und an das AA gerich­tet: »IRD hat häu­fig und teils erheb­lich gegen sei­ne Pflich­ten als Zuwen­dungs­emp­fän­ger ver­sto­ßen. Mit sei­nen Nach­weis­pflich­ten, ein­schließ­lich den­je­ni­gen sei­ner Letzt­emp­fän­ger, nahm es IRD nicht so genau. Das AA beließ es häu­fig bei blo­ßen Ermah­nun­gen, statt kon­se­quent auf Durch­set­zung sei­ner Rech­te zu bestehen.«69

Hin­zu kommt ein Befund, der die Daten­grund­la­ge betrifft: Das AA ver­las­se sich, so der BRH, »aus unse­rer Sicht viel zu sehr, auf die von IRD ein­ge­rich­te­te Daten­bank. Solan­ge nicht fest­steht, dass die Daten­bank in punc­to tech­ni­scher Kon­fi­gu­ra­ti­on und Inhalt über­haupt mit den inso­weit maß­geb­li­chen, in Deutsch­land gel­ten­den Grund­sät­zen ord­nungs­ge­mä­ßer Buch­füh­rung ver­ein­bar ist, haben Sie auf der Vor­la­ge von Ori­gi­nal­be­le­gen zu bestehen. Dies gilt umso mehr, als IRD Ihnen für die ver­tief­te Prü­fung der VwN kei­ne zah­len­mä­ßi­gen Nach­wei­se und Bele­ge der Wei­ter­lei­tungs­ver­trä­ge vor­ge­legt hat.«70

Eine Vier­tel Mil­li­on Euro »Geld im Kof­fer« ohne Bele­ge

Ein Vor­gang aus dem Jahr 2015 ver­dient geson­der­te Auf­merk­sam­keit. Bar­geld­trans­fers in das nicht­eu­ro­päi­sche Aus­land sind ab 10.000 Euro beim deut­schen Zoll schrift­lich anzu­mel­den, um Geld­wä­sche sowie die Finan­zie­rung von Ter­ro­ris­mus und Kri­mi­na­li­tät zu unter­bin­den.71

Im Pro­jekt SYR 28/14 wand­te sich IRD per E‑Mail vom 22. Janu­ar 2015 an das AA: Der DSV habe »Schwie­rig­kei­ten mit dem Geld­trans­fer in die Tür­kei. Über­wei­sun­gen jeg­li­cher Art mit ›Syri­en‹ im Betreff sei­en nicht mög­lich. Der DSV woll­te daher in Abspra­che mit IRD ›Geld im Kof­fer‹ in die Tür­kei trans­por­tie­ren.«72 IRD über­mit­tel­te dem AA einen Ent­wurf eines ent­spre­chen­den Bestä­ti­gungs­schrei­bens. Der Ent­wurf selbst »befand sich nicht in der Akte«.

Eine inter­ne E‑Mail des AA äußer­te zunächst Beden­ken: »Aus mei­ner Sicht wäre es schwie­rig, ein sol­ches Schrei­ben aus­zu­stel­len, da wir nicht aus­schlie­ßen kön­nen, dass Miss­brauch damit betrie­ben wird. Außer­dem ist es auch nicht ganz kor­rekt, dass wir den DSV mit Geld­trans­por­ten beauf­tragt hät­ten.«73

Unge­ach­tet die­ser Beden­ken stell­te das AA am 28. Janu­ar 2015 »auf der Grund­la­ge der Text­vor­schlä­ge von IRD« ein Schrei­ben aus, das den DSV gegen­über dem Zoll legi­ti­mie­ren soll­te: »To whom it may con­cern. This is to con­firm that the Ger­man Fede­ral For­eign Office pro­vi­des finan­cial fun­ding to the Ger­ma­ny-regis­tered NGO Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V. for a huma­ni­ta­ri­an assis­tance pro­ject on main­ten­an­ce of ope­ra­ti­ons of seve­ral basic health faci­li­ties in Syria. The pro­ject is implan­ted [sic] by Isla­mic Reli­ef Ger­ma­ny and its part­ner orga­niza­ti­on, the Syri­an Ger­man Asso­cia­ti­on for the Pro­mo­ti­on of Free­dom and Human Rights in Syria.«74 Aus dem Bericht geht her­vor, dass mit letz­te­rem der bereits genann­te Deutsch-Syri­sche Ver­ein zur För­de­rung der Frei­heit und Men­schen­rech­te e. V. (DSV) gemeint ist.

Was danach geschah – nichts. Der BRH stellt knapp fest: »In den Akten des AA zum Pro­jekt SYR 28/14 haben wir zu die­sem Vor­gang kei­ne wei­te­ren Infor­ma­tio­nen gefun­den. Auf Nach­fra­ge erklär­te das AA, es habe die Sache nicht wei­ter ver­folgt. Weder habe es bei IRD noch beim DSV nach­ge­fragt, ob der DSV tat­säch­lich Bar­geld und wenn ja, in wel­cher Höhe von Deutsch­land in die Tür­kei trans­por­tiert sowie ob der DSV das Bar­geld beim Zoll ange­mel­det habe.«75

Auch die Plau­si­bi­li­tät des Vor­gangs steht in Fra­ge: »In kei­ner der Akten zu den vier von uns unter­such­ten Pro­jek­ten von IRD haben wir Hin­wei­se dar­auf gefun­den, dass es zu irgend­ei­nem Zeit­punkt Schwie­rig­kei­ten mit Bank­über­wei­sun­gen von Deutsch­land in die Tür­kei gege­ben hat.«76

Erst in sei­ner Stel­lung­nah­me an den BRH leg­te das AA eine Zahl vor: Der DSV habe dem AA auf Nach­fra­ge »im Juni 2018« – also rund drei­ein­halb Jah­re nach dem frag­li­chen Zoll-Bestä­ti­gungs­schrei­ben – fünf Anmel­dun­gen aus den Jah­ren 2014 und 2015 beim Haupt­zoll­amt Frank­furt am Main vor­ge­legt. Dem­nach wur­den »Bar­mit­tel­trans­fers von Deutsch­land in die Tür­kei per Flug« über »ins­ge­samt 240 000 Euro« ange­mel­det. Als Ver­wen­dungs­zweck gab der DSV an, das Bar­geld sei für »Gehäl­ter des medi­zi­ni­schen Per­so­nals und die Betriebs­kos­ten der Kran­ken­häu­ser im Hilfs­ge­biet« not­wen­dig gewe­sen.77

Ob das Bar­geld in Höhe von knapp einer Vier­tel Mil­li­on Euro tat­säch­lich dort ankam, wo es vor­ge­se­hen war, lässt sich akten­mä­ßig nicht bele­gen – Beleg­lis­ten zur Mit­tel­ver­wen­dung der Letzt­emp­fän­ger lagen, wie der BRH an ande­rer Stel­le fest­hält, weder dem AA noch der prü­fen­den GIZ vor. Damit ist nicht belegt, was mit dem Geld in der Tür­kei, im syri­schen Bür­ger­kriegs­ge­biet oder andern­orts tat­säch­lich geschah. In einer Regi­on, in der nach eige­ner Bewer­tung des AS-SYR-Refe­rats die nicht-inten­dier­te Stär­kung MB-naher Struk­tu­ren ein Risi­ko dar­stell­te, ist die­se Beleg­frei­heit nicht neben­säch­lich.

Was die Schwär­zun­gen ver­ber­gen – und was trotz Schwär­zun­gen sicht­bar ist

Der frei­ge­klag­te Bericht ist an zahl­rei­chen Stel­len geschwärzt; gan­ze Auf­zäh­lun­gen, Fuß­no­ten und Pas­sa­gen sind unkennt­lich gemacht. Aus dem Kon­text erschließ­bar ist aller­dings, dass es in den geschwärz­ten Berei­chen unter ande­rem um die kon­kre­ten nach­rich­ten­dienst­li­chen Hin­wei­se geht.

An meh­re­ren Stel­len lässt der Bericht die Stoß­rich­tung der geschwärz­ten Inhal­te indi­rekt erken­nen. Eine Fuß­no­te in der Grund­satz­ak­te bei­spiels­wei­se defi­niert die Mus­lim­bru­der­schaft unter Ver­weis auf den Ver­fas­sungs­schutz Nie­der­sach­sen aus­drück­lich als »Mut­ter­or­ga­ni­sa­ti­on des poli­ti­schen Islams«; sie ver­su­che, »die Regie­run­gen der jewei­li­gen Hei­mat­staa­ten abzu­lö­sen und einen isla­mi­schen Got­tes­staat auf der Grund­la­ge der Scha­ria zu errich­ten« und sei in Deutsch­land mit »rund 1.600 Anhän­gern in ver­schie­de­nen, in das inter­na­tio­nal ver­floch­te­ne Netz­werk ein­ge­bun­de­nen Grup­pie­run­gen ver­tre­ten«.78 Die­se Fuß­no­te ist sicht­bar geblie­ben.

Auch der Gesprächs­ver­merk vom 26. Okto­ber 2018 spricht offen aus, dass es um die »vom BfV bestä­tig­ten Nähe [von IRD] zur Mus­lim­bru­der­schaft« geht und um das »aus RES 55–1 und RES VS-nfD 5–19 fol­gen­de, grund­sätz­li­che Aus­schei­den als Zuwen­dungs­emp­fän­ger«.79 Im Abschnitt 3.7.1 der abschlie­ßen­den Wür­di­gung – nicht geschwärzt – heißt es: »Das AA hat auch bei der För­de­rung des aktu­el­len Pro­jekts von IRD trotz der Hin­wei­se des BND und damit ent­ge­gen sei­ner eige­nen Wei­sungs­la­ge die Eig­nung von IRD als Zuwen­dungs­emp­fän­ger bejaht.« Damit ist akten­kun­dig, dass neben dem Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) auch der Bun­des­nach­rich­ten­dienst (BND) – der Aus­lands­nach­rich­ten­dienst – mit Erkennt­nis­sen zu IRD befasst war. Das AA setz­te sich auch über die­se Hin­wei­se hin­weg.80

Die Ver­tei­di­gung des AA, IRD habe »einen erkenn­ba­ren Mehr­wert« gehabt und »exklu­si­ve Zugangs­mög­lich­kei­ten« – wird vom BRH ein­ge­hend zurück­ge­wie­sen: »Im Jahr 2017 waren meh­re­re ande­re deut­sche und inter­na­tio­na­le NRO in Syri­en auf dem Gebiet der Gesund­heits­ver­sor­gung aktiv.« Aus einer Auf­stel­lung des Refe­rats S09 vom 30. Janu­ar 2017 geht her­vor, dass das AA bereits Pro­jek­te von Cari­tas, Mal­te­ser Inter­na­tio­nal und Ärz­te der Welt in Syri­en auf dem Gebiet der Gesund­heits­ver­sor­gung för­der­te.81 Die im Gesprächs­ver­merk vom 7. Novem­ber 2018 fest­ge­hal­te­ne Aus­sa­ge von S09, die För­de­rung von IRD »als uner­setz­li­chem huma­ni­tä­ren Akteur« sei »aus­nahms­wei­se« und nur »vor­über­ge­hend« erfolgt, »scheint nach­ge­scho­ben: Denn die­se Aus­sa­ge fin­det sich weder in den Antrags­prü­fungs­ver­mer­ken der fünf IRD-Pro­jek­te noch taucht sie an ande­rer Stel­le in den Pro­jekt­ak­ten auf.«82

Eine Leer­stel­le: das BMZ

Der BRH-Prüf­auf­trag und damit auch die frei­ge­klag­ten Berich­te bezie­hen sich aus­schließ­lich auf die För­de­run­gen des Aus­wär­ti­gen Amts. Eine eigen­stän­di­ge Prü­fung der BMZ-För­de­run­gen an IRD ist nicht erfolgt – jeden­falls liegt sie nicht öffent­lich vor. Das BMZ taucht im Bericht nur an drei Stel­len am Ran­de auf: in der Auf­zäh­lung der Pres­se­vor­wür­fe von 2017 zur mög­li­chen Wei­ter­lei­tung deut­scher Mit­tel »über Umwe­ge« an die Hamas83; als Tele­fon­ge­sprächs­part­ner des AA-Fach­re­fe­rats S09 im April 201984; und als abge­stimm­tes Res­sort bei der Sank­ti­ons­klau­sel ab 2017.85

Was die BMZ-För­de­run­gen betraf, hat die Bun­des­re­gie­rung an ande­rer Stel­le Zah­len genannt. Aus Mit­teln des BMZ erhielt IRD zwi­schen 2013 und 2020 ins­ge­samt 965.040 Euro – 632.926 Euro aus der Gesell­schaft­li­chen Kri­sen­re­ak­ti­ons- und Sta­bi­li­sie­rungs­hil­fe im Jahr 2013, wei­te­re 332.114 Euro aus der Bila­te­ra­len Tech­ni­schen Zusam­men­ar­beit für ein GIZ-Vor­ha­ben in den Jah­ren 2018 bis 2020.86 Eine ver­gleich­ba­re zuwen­dungs­recht­li­che Prü­fung die­ser Mit­tel durch den BRH ist nicht ersicht­lich. Die struk­tu­rel­len Befun­de des BRH zur AA-För­der­pra­xis wer­fen die Fra­ge auf, ob die par­al­lel lau­fen­de BMZ-För­de­rung ande­ren Maß­stä­ben unter­lag. Auch hier­zu wäre eine Offen­le­gung im Sin­ne haus­halts­recht­li­cher Rechen­schafts­le­gung ange­zeigt.

Vom Prüf­be­richt zum Ver­such der stil­len Been­di­gung – mit offe­nem Ende

Wie hat das AA auf die Emp­feh­lung des BRH reagiert, die För­de­rung ein­zu­stel­len? Zunächst gar nicht. »Zur Emp­feh­lung des Bun­des­rech­nungs­ho­fes, die För­de­rung von IRD ein­zu­stel­len, äußer­te sich das Aus­wär­ti­ge Amt in sei­ner Stel­lung­nah­me nicht.«87 Erst auf Nach­fra­ge sicher­te das AA am 17. Sep­tem­ber 2019 schrift­lich zu, »eine wei­te­re För­de­rung von IRD sei nicht vor­ge­se­hen«.88

Auf die­ser Grund­la­ge hat der BRH das Ver­fah­ren abge­schlos­sen. Er hat dies aber sehr deut­lich gemacht: »Mit Blick auf die Zusa­ge des AA, IRD nicht wei­ter zu för­dern, ver­zich­ten wir auf eine ein­ge­hen­de­re Erör­te­rung der Fest­stel­lun­gen und Emp­feh­lun­gen zum För­der­zeit­raum 2017 bis 2020 und schlie­ßen das Prü­fungs­ver­fah­ren ins­ge­samt ab.«89

Die abschlie­ßen­de Wür­di­gung in Teil 2 ist noch kla­rer: »Allein der Umstand, dass das Aus­wär­ti­ge Amt erklärt hat, die von Män­geln durch­zo­ge­ne För­de­rung von IRD zu been­den, ver­an­lasst den Bun­des­rech­nungs­hof, das Prü­fungs­ver­fah­ren zu been­den. Ange­sichts der zahl­rei­chen zuwen­dungs­recht­li­chen Ver­stö­ße und ekla­tan­ten ver­wal­tungs­prak­ti­schen Unzu­läng­lich­kei­ten behält sich der Bun­des­rech­nungs­hof Nach­fra­ge­ver­fah­ren und umfas­sen­de Kon­troll­prü­fun­gen vor.«90

Zur fort­ge­setz­ten man­gel­haf­ten Doku­men­ta­ti­on schreibt der BRH: »Ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund, dass das AA bereits in sei­ner Stel­lung­nah­me zur Vor­läu­fi­gen Prü­fungs­mit­tei­lung zusag­te, zukünf­tig eine lücken­lo­se Doku­men­ta­ti­on aller ent­schei­dungs­re­le­van­ten Sach­ver­hal­te sicher­zu­stel­len, sind die erneut fest­ge­stell­ten schwe­ren Doku­men­ta­ti­ons­män­gel nicht hin­nehm­bar.«91 In Teil 2 ergänzt der BRH zur Stel­lung­nah­me des AA in der Boni­täts­fra­ge: »Ihre ste­reo­typ gege­be­nen Zusi­che­run­gen, alles Erfor­der­li­che sei getan, nur halt nicht doku­men­tiert wor­den, wird, je häu­fi­ger vor­ge­tra­gen, des­to weni­ger glaub­wür­dig.«92

War­um bleibt IRD im Koor­di­nie­rungs­aus­schuss?

Trotz die­ser Befun­de ste­hen die Türen im AA und der Bun­des­re­gie­rung für IRD bis heu­te offen. So ist IRD Mit­glied im Koor­di­nie­rungs­aus­schuss Huma­ni­tä­re Hil­fe, der vom AA geführt wird – dem zen­tra­len Gesprächs- und Abstim­mungs­fo­rum zwi­schen der Bun­des­re­gie­rung, huma­ni­tä­ren Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie wei­te­ren Insti­tu­tio­nen mit Bezug zur huma­ni­tä­ren Hil­fe.93 Das ist nicht neben­säch­lich. Der BRH selbst hat­te zur Mit­glied­schaft von IRD im Koor­di­nie­rungs­aus­schuss fest­ge­stellt: »Die­sen Sta­tus hät­te das AA IRD mit Blick auf die eige­ne Wei­sungs­la­ge nicht ein­räu­men dür­fen.« Das AA führ­te zur Ver­tei­di­gung eine Zer­ti­fi­zie­rung von IRD im Rah­men der Gene­ral­di­rek­ti­on Euro­päi­scher Kata­stro­phen­schutz und huma­ni­tä­re Hil­fe der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on (DG ECHO) an. Der BRH lehn­te es mit dem Hin­weis ab, die EU sei »eige­nen Regeln« gefolgt: »Auch die­se Zer­ti­fi­zie­rung hat kei­nen Ein­fluss auf die Wei­sungs­la­ge zu den ver­fas­sungs­schutz­recht­li­chen Erkennt­nis­sen.«94

Wie sich Aus­wär­ti­ges Amt und Isla­mic Reli­ef posi­tio­nie­ren

Nach einem Bericht der Tages­zei­tung Welt am Sonn­tag im Mai 2026 haben das Aus­wär­ti­ge Amt und Isla­mic Reli­ef Deutsch­land Stel­lung­nah­men abge­ge­ben, die in die Bewer­tung ein­zu­be­zie­hen sind.

Das Aus­wär­ti­ge Amt erklär­te, es habe »die Vor­wür­fe des BRH geprüft«; die dar­aus »gewon­ne­nen Erkennt­nis­se« sei­en »in die Wei­ter­ent­wick­lung der pro­jekt­be­zo­ge­nen Zusam­men­ar­beit mit För­der­mit­tel­emp­fän­gern ein­ge­flos­sen«. Die geför­der­ten Pro­jek­te in Syri­en hät­ten »zur Bewäl­ti­gung einer der größ­ten huma­ni­tä­ren Kri­sen der letz­ten Jahr­zehn­te bei­getra­gen«.

Der Geschäfts­füh­rer von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land, Micha­el Pfaff, ver­wies auf einen »umfang­rei­chen Reform­pro­zess«, den der Ver­ein in den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren durch­lau­fen habe: »Sowohl bezüg­lich Sat­zung, Code of Con­duct, Com­pli­ance-Rege­lun­gen und per­so­nell sind wir grund­sätz­lich anders auf­ge­stellt.« Mit der Beant­wor­tung wei­te­rer Pres­se­an­fra­gen beauf­trag­te IRD die Rechts­an­walts­kanz­lei Höcker in Köln. Die­se teil­te mit: »Unser Man­dant hat kei­ne Kon­tak­te zur Mus­lim­bru­der­schaft, er sieht sich nicht als Teil oder Unter­stüt­zer der Mus­lim­bru­der­schaft, er hat mit der Mus­lim­bru­der­schaft schlecht­hin nichts zu tun.« Für eine »ver­meint­li­che Nähe oder Ver­bin­dung zur Hamas« gebe es »über­haupt kei­ne Bele­ge«. Die Kanz­lei ver­weist zudem dar­auf, dass zwi­schen IRD und Isla­mic Reli­ef World­wi­de eine »insti­tu­tio­nel­le Unab­hän­gig­keit« bestehe.95

Die­se Selbst­dar­stel­lun­gen ste­hen im Wider­spruch zur aktu­el­len Aus­kunft des Bun­des­amts für Ver­fas­sungs­schutz an das­sel­be Medi­um: Es bestün­den »nach wie vor signi­fi­kan­te per­so­nel­le Ver­flech­tun­gen zwi­schen Isla­mic Reli­ef Deutsch­land und der Mus­lim­bru­der­schaft«. Weder die vom Aus­wär­ti­gen Amt behaup­te­te »Wei­ter­ent­wick­lung« sei­ner För­der­pra­xis noch der von IRD behaup­te­te »umfang­rei­che Reform­pro­zess« las­sen sich anhand der vor­lie­gen­den Quel­len bestä­ti­gen oder wider­le­gen.

Was bleibt

Der frei­ge­klag­te BRH-Bericht ist kein rand­stän­di­ger Ver­wal­tungs­vor­gang. Er doku­men­tiert, in wel­chem Umfang über min­des­tens sie­ben Jah­re die zen­tra­len Anfor­de­run­gen des Zuwen­dungs­rechts unter­lau­fen wur­den: die Eig­nungs­prü­fung des Antrag­stel­lers, die Boni­täts­prü­fung, die Sub­si­dia­ri­tät der Fehl­be­darfs­fi­nan­zie­rung, die frist­ge­rech­te Ver­wen­dungs­nach­weis­prü­fung, die inter­ne und exter­ne Kon­trol­le und die ord­nungs­ge­mä­ße Akten­füh­rung. Er doku­men­tiert eine ver­nich­te­te Grund­satz­ak­te im Jahr des För­der­be­ginns, eine im Hau­se selbst for­mu­lier­te und igno­rier­te War­nung wegen Nähe zur extre­mis­ti­schen Mus­lim­bru­der­schaft, eine bestrit­te­ne Behör­den­zu­stim­mung und einen unge­klär­ten Bar­geld­vor­gang in ein Dritt­land. Und er doku­men­tiert auf einer eige­nen Ebe­ne gra­vie­ren­de Män­gel im Prüf­dienst­leis­ter GIZ – von Jah­re ver­spä­te­ten Prü­fun­gen bis zur Aner­ken­nung von Zah­lun­gen ohne Nach­weis.

Es kön­nen die fol­gen­den vier Schluss­fol­ge­run­gen gezo­gen wer­den:

Ers­tens, insti­tu­tio­nell: Die Vor­aus­set­zun­gen, die das AA-eige­ne Regel­werk an För­der­ent­schei­dun­gen stellt, waren bei IRD nicht erfüllt. Das hat der BRH fest­ge­stellt. Dar­aus folgt zunächst: Das Aus­wär­ti­ge Amt muss sei­ne eige­ne Beschluss- und Wei­sungs­la­ge künf­tig kon­se­quent, lücken­los und nach­weis­bar umset­zen. Sicher­heits­be­hörd­li­che Erkennt­nis­se dür­fen nicht durch poli­ti­sche Oppor­tu­ni­tät rela­ti­viert wer­den. Zugleich zeigt der Bericht, dass auch die Orga­ni­sa­ti­on der Ver­wen­dungs­nach­weis­prü­fung grund­le­gend nach­ge­schärft wer­den muss. Sofern das AA nicht im Hau­se über die Kom­pe­tenz zur Kon­trol­le der eige­nen Pro­jek­te ver­fügt, darf ein Prüf­dienst­leis­ter wie das Bun­des­un­ter­neh­men GIZ nicht fak­tisch akzep­tie­ren, dass der Zuwen­dungs­emp­fän­ger an die Stel­le einer eigen­stän­di­gen Prü­fung tritt. Inter­ne Prüf­struk­tu­ren geför­der­ter Orga­ni­sa­tio­nen kön­nen hilf­reich sein; sie erset­zen aber nicht die Vor­la­ge prüf­fä­hi­ger Unter­la­gen. Wo zah­len­mä­ßi­ge Nach­wei­se, Beleg­lis­ten und Doku­men­ta­tio­nen der Letzt­emp­fän­ger feh­len, darf eine ord­nungs­ge­mä­ße Mit­tel­ver­wen­dung nicht bloß zuguns­ten des Zuwen­dungs­emp­fän­gers unter­stellt wer­den. Ein sol­cher Umgang mit öffent­li­chen Gel­dern ist nicht ver­ant­wort­bar. Ver­sagt hat dabei nicht nur das pro­jekt­füh­ren­de Refe­rat über einen Zeit­raum von meh­re­ren Jah­ren: Die im Bericht beschrie­be­ne Geneh­mi­gungs- und Mit­zeich­nungs­ket­te des Aus­wär­ti­gen Amts – vom Refe­rat über die Abtei­lungs­lei­tung bis hin zur Haus­lei­tung, je nach Pro­jekt­um­fang und poli­ti­scher Bedeu­tung – hat die spä­ter vom BRH fest­ge­stell­ten Män­gel bei För­der­be­trä­gen in Mil­lio­nen­hö­he weder erkannt noch kor­ri­giert. Auch die Innen­re­vi­si­on des Hau­ses ist in den Akten nicht erkenn­bar in Erschei­nung getre­ten.

Zwei­tens, sta­tus­be­zo­gen: Die Mit­glied­schaft von IRD im Koor­di­nie­rungs­aus­schuss Huma­ni­tä­re Hil­fe besteht bis heu­te fort, obwohl das AA »mit Blick auf die eige­ne Wei­sungs­la­ge« die­sen Sta­tus für IRD nicht ein­räu­men dürf­te. Ein Aus­schluss ist über­fäl­lig.

Drit­tens, pro­zess­be­zo­gen: Die Bun­des­re­gie­rung hat über Jah­re Trans­pa­renz mit Ver­weis auf das Staats­wohl ver­hin­dert. Mit der nun erzwun­ge­nen Offen­le­gung wird es über­haupt erst mög­lich, auf das Aus­wär­ti­ge Amt und die übri­gen betei­lig­ten Akteu­re ein­zu­wir­ken – den Sach­ver­halt ange­mes­sen auf­zu­klä­ren, die regel­ba­sier­ten Ver­ga­be­pro­zes­se zu stär­ken und sicher­zu­stel­len, dass Miss­brauch und Ver­schwen­dung von Steu­er­gel­dern in die­sem Poli­tik­feld in ver­gleich­ba­ren Fäl­len künf­tig ver­hin­dert wer­den.

Vier­tens, poli­tisch: Die Zuwen­dun­gen aus dem Bun­des­haus­halt erfolg­ten unter wech­seln­der poli­ti­scher Ver­ant­wor­tung: Frank-Wal­ter Stein­mei­er (SPD, 2005–2009 und 2013–2017), Gui­do Wes­ter­wel­le (FDP, 2009–2013), Sig­mar Gabri­el (SPD, 2017–2018) und Hei­ko Maas (SPD, 2018–2021) waren in der rele­van­ten Zeit Außen­mi­nis­ter; das auf­wen­di­ge Kla­ge­ver­fah­ren zur Ver­wei­ge­rung der Offen­le­gung lief unter Anna­le­na Baer­bock (Bünd­nis 90/Die Grü­nen, 2021–2025). In Stein­mei­ers Amts­zeit erreich­te die För­de­rung ihren Höchst­stand; er stell­te sich IRD zudem als Tes­ti­mo­ni­al für die Spen­den­kam­pa­gne »Spei­sen für Wai­sen« zur Ver­fü­gung. Aus den Befun­den des BRH ergibt sich den­noch kei­ne par­tei­po­li­ti­sche, son­dern eine struk­tu­rel­le Fra­ge: jene nach dem unwirt­schaft­li­chen, ver­schwen­de­ri­schen und staats­wohl­ge­fähr­den­den Zusam­men­wir­ken einer poli­ti­schen Lei­tung mit einem Ver­wal­tungs­ap­pa­rat, das meh­re­re Wech­sel der Haus­lei­tung unbe­scha­det über­dau­ert hat. Die Befun­de las­sen für die han­deln­den Per­so­nen in AA, BMZ und GIZ weni­ge plau­si­ble Erklä­run­gen zu: Sie haben den geprüf­ten Vor­gang ent­we­der gleich­gül­tig, fach­lich über­for­dert oder in einer noch auf­zu­klä­ren­den Nähe zum Zuwen­dungs­emp­fän­ger bear­bei­tet.

Der BRH hat das Ver­fah­ren for­mell abge­schlos­sen. Auf­ge­ar­bei­tet ist es nicht.


Quel­len zum Down­load

Die bei­den frei­ge­klag­ten Prü­fungs­mit­tei­lun­gen des Bun­des­rech­nungs­ho­fes lie­gen in der durch das Aus­wär­ti­ge Amt geschwärz­ten Fas­sung vor:

  • Bun­des­rech­nungs­hof: Abschlie­ßen­de Mit­tei­lung an das Aus­wär­ti­ge Amt über die Prü­fung der Zuwen­dun­gen des Aus­wär­ti­gen Amts an Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V. – Teil 1: Eig­nung von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V. als Zuwen­dungs­emp­fän­ger. Pots­dam, 10. Dezem­ber 2019, 34 Sei­ten, geschwärz­te Fas­sung. [PDF zum Down­load]
  • Bun­des­rech­nungs­hof: Abschlie­ßen­de Mit­tei­lung an das Aus­wär­ti­ge Amt über die Prü­fung der Zuwen­dun­gen des Aus­wär­ti­gen Amts an Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V. – Teil 2: Zuwen­dungs­recht­li­ches Ver­fah­ren und Ein­zel­fest­stel­lun­gen. Pots­dam, 17. Dezem­ber 2019, 79 Sei­ten, geschwärz­te Fas­sung. [PDF zum Down­load]


End­no­ten

  1. Bun­des­rech­nungs­hof (BRH), Abschlie­ßen­de Mit­tei­lung an das Aus­wär­ti­ge Amt über die Prü­fung der Zuwen­dun­gen des Aus­wär­ti­gen Amts an Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V. – Teil 1: Eig­nung von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V. als Zuwen­dungs­emp­fän­ger (im Fol­gen­den: BRH, Teil 1), Pots­dam, 10. Dezem­ber 2019; ders., Abschlie­ßen­de Mit­tei­lung – Teil 2: Zuwen­dungs­recht­li­ches Ver­fah­ren und Ein­zel­fest­stel­lun­gen (im Fol­gen­den: BRH, Teil 2). Bei­de bis Febru­ar 2026 ein­ge­stuft als »VS – Nur für den Dienst­ge­brauch«, ver­öf­fent­licht nach Kla­ge­ver­fah­ren mit Schwär­zun­gen ↩︎
  2. BRH, Teil 1, Tz. 2.3, S. 11. ↩︎
  3. BRH, Teil 1, Tz. 2.3, S. 10. ↩︎
  4. OLG Frank­furt Az. 16 W 57/16 und LG Köln Az. 28 O 303/16. Sig­rid Herr­mann: »Öffent­li­che Gel­der für Isra­el­fein­de?«, drei­tei­li­ge Recher­che, 2016. Online ver­füg­bar unter: https://vunv1863.wordpress.com/2016/06/30/oeffentliche-gelder-fuer-israelfeinde-teil‑i/ ↩︎
  5. Deut­scher Bun­des­tag: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on »Aus­maß aus­län­di­scher Ein­fluss­nah­me auf Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, reli­giö­se Ver­ei­ne und sons­ti­ge reli­giö­se Orga­ni­sa­tio­nen«, Druck­sa­che 19/9415 vom 15. April 2019, S. 11. ↩︎
  6. Rem­ko Leem­huis: »Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung – Hamas, Mus­lim­bru­der­schaft, Anti­se­mi­tis­mus«, Die Zeit, Aus­ga­be 21/2021. Online ver­füg­bar unter: https://www.zeit.de/2021/21/terrorismus-finanzierung-hamas-muslimbruederschaft-antisemitismus ↩︎
  7. Insti­tut für Welt­an­schau­ungs­recht (ifw): »BRH-Prüf­ergeb­nis­se zur För­de­rung von Isla­mic Reli­ef unter Ver­schluss«. Online ver­füg­bar unter: https://weltanschauungsrecht.de/meldung/brh-pruefergebnisse-foerderung-islamic-relief ↩︎
  8. Ableh­nungs­be­scheid des Bun­des­rech­nungs­ho­fes; zitiert nach ifw, a.a.O. ↩︎
  9. ifw, a.a.O. ↩︎
  10. Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Fach­se­nat für Ent­schei­dun­gen nach § 99 Abs. 2 VwGO, Beschluss vom 10. Sep­tem­ber 2025, BVerwG 20 F 12.23 (Vor­in­stanz: Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, 2 K 163/21), ECLI:DE:BVerwG:2025:100925B20F12.23.0. Direkt­zi­ta­te aus Rn. 24, 26 und 30 des Beschlus­ses. ↩︎
  11. Vgl. zur Orga­ni­sa­ti­on, ihren Ver­flech­tun­gen mit der Mus­lim­bru­der­schaft und den inter­na­tio­na­len staat­li­chen Bewer­tun­gen aus­führ­lich: Sig­rid Herr­mann: »Isla­mic Reli­ef: Struk­tu­ren, För­de­rung und Ver­flech­tun­gen mit der Mus­lim­bru­der­schaft«, ak-polis.de, 22. Dezem­ber 2025. Online ver­füg­bar unter: https://www.ak-polis.de/islamic-relief-muslimbruderschaft; Ergän­zend: Sig­rid Herr­mann: »Isla­mic Reli­ef und Mus­lim­bru­der­schaft per­so­nell ver­bun­den«, 16. April 2019. Online ver­füg­bar unter: https://vunv1863.wordpress.com/2019/04/16/islamic-relief-und-muslimbruderschaft-personell-verbunden ↩︎
  12. Minis­te­ri­um des Innern des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len: »Mus­lim­bru­der­schaft«; Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz: »Ver­fas­sungs­schutz­be­richt 2024«, S. 245; vgl. aus­führ­lich Sig­rid Herr­mann: »Isla­mic Reli­ef: Struk­tu­ren, För­de­rung und Ver­flech­tun­gen mit der Mus­lim­bru­der­schaft«, ak-polis.de, Dezem­ber 2025, a.a.O. ↩︎
  13. Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung: »HAMAS«, online ver­füg­bar unter: https://www.kas.de/de/web/extremismus/islamismus/hamas ↩︎
  14. Gui­do Stein­berg: »Die Mus­lim­bru­der­schaft und die Hamas«, SWP-Aktu­ell 2023/A 65, 18. Dezem­ber 2023. Online ver­füg­bar unter: https://www.swp-berlin.org/publikation/die-muslimbruderschaft-und-die-hamas ↩︎
  15. U.S. Depart­ment of Sta­te: »Isla­mic Reli­ef World­wi­de«, Office of the Spe­cial Envoy to Moni­tor and Com­bat Anti-Semi­tism, 30. Dezem­ber 2020; vgl. aus­führ­lich Sig­rid Herr­mann: »Isla­mic Reli­ef: Struk­tu­ren, För­de­rung und Ver­flech­tun­gen mit der Mus­lim­bru­der­schaft«, a.a.O. ↩︎
  16. BRH, Teil 1, Tz. 2.3, S. 11. ↩︎
  17. Gesprächs­ver­merk vom 7. Novem­ber 2018 zum Gespräch zwi­schen S09 und AS-SYR am 26. Okto­ber 2018; zitiert in BRH, Teil 1, Tz. 3.5.1.3, S. 29. ↩︎
  18. Hei­ko Hei­nisch / Nina Scholz / Gus­tav E. Gus­ten­au: »Poli­ti­scher Islam – eine hybri­de Bedro­hung Euro­pas. Der ›Civi­liza­ti­on Jihad‹ der Mus­lim­bru­der­schaft«. Baden-Baden (Nomos), 2026, ISBN 978–3‑7560–4077‑3. Abschnitt G.2.b »Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tio­nen und Spen­den­we­sen«, S. 109–111, dort sämt­li­che Direkt­zi­ta­te sowie die Zah­len­an­ga­ben zu IRD/IRW und den EU-Mit­teln. Zu den Stra­te­gie­pa­pie­ren von 1982 (»The Pro­ject« / Euro­pa) und 1991 (»Expl­ana­to­ry Memo­ran­dum« / Nord­ame­ri­ka) sowie zum Begriff »Civi­liza­ti­on Jihad«: ebd., S. 41–45 mit Quel­len­nach­wei­sen. ↩︎
  19. Sascha Ada­mek: »Isla­mic Reli­ef – Stein­mei­er warb für isla­mis­mus­na­he Orga­ni­sa­ti­on«, Focus Online, 6. April 2026, https://www.focus.de/politik/deutschland/islamic-relief-steinmeier-warb-fuer-islamismusnahe-organisation_a1a5c617-d781-4559–87de-984eaadeb71c.html ↩︎
  20. Sascha Ada­mek: »Unter­wan­de­rung. Der Poli­ti­sche Islam wei­ter auf dem Vor­marsch«. Mün­chen (Lan­gen Mül­ler, LMV), 2026. Unter­ka­pi­tel »Stein­mei­er warb für Isla­mic Reli­ef« sowie »Fast 16 Mil­lio­nen Bun­des­mit­tel für MB-nahes Netz­werk« und »Mil­lio­nen von Dol­lar an die Hamas«, S. 184–192. Die Zahl von rund 152 Mio. Euro IRD-Wei­ter­lei­tung an IRW im Zeit­raum 2011–2025 beruft sich auf die Jah­res­be­rich­te von IRD; ebd., S. 186. Der zitier­te Ver­fas­sungs­schutz-Befund stammt aus dem Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Baden-Würt­tem­berg 2009. ↩︎
  21. BRH, Teil 1, Tz. 0.1, S. 5. ↩︎
  22. BRH, Teil 1, Tz. 2.3, S. 10. ↩︎
  23. BRH, Teil 1, Tz. 0.2, S. 6; vgl. fer­ner Zuwen­dungs­be­scheid vom 27. Juli 2017, eben­da Tz. 3.5.1.1, S. 27 f. ↩︎
  24. BRH, Teil 1, Tz. 0.1.1, S. 5; vgl. Tz. 3.3, S. 19 ff. ↩︎
  25. BRH, Teil 1, Tz. 0.1.1, S. 5. ↩︎
  26. Rund­erlass des AA RES 55–1 »Ver­hin­de­rung der Inan­spruch­nah­me staat­li­cher Leis­tun­gen durch extre­mis­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen« vom 8. Novem­ber 2011; vgl. BRH, Teil 1, Tz. 3.1.1, S. 12 f. ↩︎
  27. BMI-Erlass des Staats­se­kre­tärs Lutz Diwell vom 4. März 2004 (sog. Diwell-Erlass); BMI-Erlass der Staats­se­kre­tä­rin Dr. Emi­ly Haber vom 6. Febru­ar 2017 (sog. Haber-Erlass); vgl. BRH, Teil 1, Tz. 3.1.2, S. 13 f. ↩︎
  28. BRH, Teil 1, S. 13, Fn. 13: »Vgl. Schrei­ben des BMI, Staats­se­kre­tär Lutz Diwell v. 4. März 2004 (sog. Diwell-Erlass). Das Schrei­ben war nicht in den Akten des AA.« ↩︎
  29. BRH, Teil 1, Tz. 3.1.3, S. 14. ↩︎
  30. BRH, Teil 1, Tz. 0.3, S. 7; gleich­lau­tend Tz. 3.7.1, S. 32. ↩︎
  31. E‑Mail der Lei­te­rin des Arbeits­stabs Huma­ni­tä­re Hil­fe des AA vom 27. Janu­ar 2009 an ihre Mit­ar­bei­ter; vgl. BRH, Teil 1, Tz. 3.2.1, S. 16. ↩︎
  32. E‑Mail VN05-RL an das BMI vom 2. Juli 2009; vgl. BRH, Teil 1, Tz. 3.2.1, S. 16. ↩︎
  33. BRH, Teil 1, Tz. 3.2.1, S. 16. ↩︎
  34. BRH, Teil 1, Tz. 3.3, S. 21. ↩︎
  35. BRH, Teil 1, Tz. 3.2.1, S. 15. ↩︎
  36. BRH, Teil 2, Tz. 3.1.3, S. 19. ↩︎
  37. Votum VN05-Refe­rent im Antrags­prüf­ver­merk vom 9. April 2013 zum Pro­jekt SYR 23/13; zitiert in BRH, Teil 1, Tz. 3.2.2, S. 19. ↩︎
  38. BRH, Teil 1, Tz. 3.3, S. 20. ↩︎
  39. BRH, Teil 1, Tz. 3.2.2, S. 19. ↩︎
  40. BRH, Teil 1, Tz. 3.3, S. 21. ↩︎
  41. Gesprächs­ver­merk vom 7. Novem­ber 2018 zum Gespräch zwi­schen S09 und AS-SYR am 26. Okto­ber 2018; zitiert in BRH, Teil 1, Tz. 3.5.1.3, S. 29. ↩︎
  42. BRH, Teil 1, Tz. 3.5.1.3, S. 30. ↩︎
  43. BRH, Teil 1, Tz. 3.4, S. 23 ff. ↩︎
  44. BRH, Teil 1, Tz. 0.2, S. 6. ↩︎
  45. BRH, Teil 1, Tz. 0.3, S. 7. ↩︎
  46. BRH, Teil 1, Tz. 3.7.1, S. 33. ↩︎
  47. Pro­jekt­hand­buch Huma­ni­tä­re Hil­fe AA Num­mer 7.3 »Finan­zie­rungs­ar­ten«; vgl. BRH, Teil 2, Tz. 3.2.2, S. 23. ↩︎
  48. Vgl. Num­mer 1.4.2 ANBest‑P; BRH, Teil 2, Tz. 3.2.1, S. 22. ↩︎
  49. BRH, Teil 2, Tz. 3.2.2, S. 24. ↩︎
  50. BRH, Teil 2, Tz. 3.2.2, S. 24: »Aus sei­nen Spen­den­ein­nah­men stell­te IRD jähr­lich ca. 4 Mio. [Euro] IRW für des­sen Pro­jek­te zur Ver­fü­gung.« ↩︎
  51. BRH, Teil 2, Tz. 0.3, S. 6 f. ↩︎
  52. BRH, Teil 2, Tz. 3.2.3, S. 25. ↩︎
  53. BRH, Teil 2, Tz. 0.3, S. 7. ↩︎
  54. BRH, Teil 2, Tz. 0.6, S. 9. ↩︎
  55. BRH, Teil 2, Tz. 0.6, S. 9. ↩︎
  56. BRH, Teil 2, Tz. 5.2.1 (Bear­bei­tungs­stand und ‑dau­er), S. 49. ↩︎
  57. BRH, Teil 2, Tz. 5.2.1, S. 49. ↩︎
  58. BRH, Teil 2, Tz. 5.3 (Wür­di­gung und Emp­feh­lung), S. 52. ↩︎
  59. BRH, Teil 2, Tz. 5.2.2, S. 51. ↩︎
  60. BRH, Teil 2, Tz. 0.6, S. 9. ↩︎
  61. BRH, Teil 2, Tz. 5.2.2, S. 49. ↩︎
  62. BRH, Teil 2, Tz. 5.2.2, S. 49 f. ↩︎
  63. BRH, Teil 2, Tz. 5.3, S. 52. ↩︎
  64. BRH, Teil 2, Tz. 5.2.2 (Wei­ter­lei­tungs­ver­trä­ge), S. 51; im Ori­gi­nal mit Ver­weis auf den Prüf­ver­merk der GIZ zu SYR 28/14 vom 5. April 2018. ↩︎
  65. GIZ-Prüf­ver­merk zu SYR 28/14, zitiert in BRH, Teil 2, Tz. 5.2.2, S. 51. ↩︎
  66. GIZ-Prüf­ver­merk, zitiert in BRH, Teil 2, Tz. 5.2.2, S. 51 f. ↩︎
  67. BRH, Teil 2, Tz. 5.3, S. 52. ↩︎
  68. BRH, Teil 2, Tz. 5.3, S. 53. ↩︎
  69. BRH, Teil 2, Tz. 5.3, S. 53. ↩︎
  70. BRH, Teil 2, Tz. 5.3, S. 53. ↩︎
  71. Art. 3 Abs. 1 VO (EG) Num­mer 1889/2005 i. V. m. § 12 a Abs. 1 Zoll­ver­wal­tungs­ge­setz; vgl. BRH, Teil 2, Tz. 7.1, S. 59. ↩︎
  72. BRH, Teil 2, Tz. 7.2, S. 59 f. ↩︎
  73. Inter­ne E‑Mail VN05-22 an VN05‑5 vom 23. Janu­ar 2015, Az. 321.50 SYR 28/14; zitiert in BRH, Teil 2, Tz. 7.2, S. 60. ↩︎
  74. Schrei­ben des AA an IRD vom 28. Janu­ar 2015, Az. 321.50 SYR 28/14; zitiert in BRH, Teil 2, Tz. 7.2, S. 60. ↩︎
  75. BRH, Teil 2, Tz. 7.2, S. 60. ↩︎
  76. BRH, Teil 2, Tz. 7.2, S. 60. ↩︎
  77. BRH, Teil 2, Tz. 7.4, S. 61f. ↩︎
  78. BRH, Teil 1, Tz. 3.2.1, S. 15, Fn. 25; mit Ver­weis auf Ver­fas­sungs­schutz Nie­der­sach­sen. ↩︎
  79. BRH, Teil 1, Tz. 3.5.1.3, S. 29. ↩︎
  80. BRH, Teil 1, Tz. 3.7.1, S. 31 f. ↩︎
  81. BRH, Teil 1, Tz. 3.5.1.4, S. 30. ↩︎
  82. BRH, Teil 1, Tz. 3.7.1, S. 33. ↩︎
  83. BRH, Teil 1, Tz. 1 (Vor­be­mer­kun­gen), S. 9; BRH, Teil 2, Tz. 1, S. 12. ↩︎
  84. BRH, Teil 1, Tz. 3.5.1.3, S. 29: Mit­tei­lung des AA-Fach­re­fe­rats S09 vom April 2019, das Schrei­ben des BMI habe »kei­nen beson­de­ren bzw. aktu­el­len Anlass gehabt« – mit­ge­teilt sei­tens des BMZ in einem Tele­fo­nat. ↩︎
  85. BRH, Teil 2, Tz. 6 (Sank­ti­ons­klau­sel ab 2017): das AA habe sich im Zuge der Klau­sel­bil­dung »mit dem BMZ abge­stimmt und BMF und BMWi ein­ge­bun­den«. ↩︎
  86. Deut­scher Bun­des­tag: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on »Isla­mic Reli­ef«, Druck­sa­che 19/23023 vom 13. Novem­ber 2020, S. 11. ↩︎
  87. BRH, Teil 1, Tz. 0.1.2, S. 6; vgl. aus­führ­lich Tz. 3.4, S. 25. ↩︎
  88. BRH, Teil 1, Tz. 3.6, S. 31; schrift­li­che Mit­tei­lung des AA vom 17. Sep­tem­ber 2019. ↩︎
  89. BRH, Teil 1, Tz. 3.7.4, S. 34. ↩︎
  90. BRH, Teil 2, Tz. 0.8 sowie Tz. 8. ↩︎
  91. BRH, Teil 1, Tz. 3.7.3, S. 34. ↩︎
  92. BRH, Teil 2, Tz. 3.1.5 (Abschlie­ßen­de Wür­di­gung), S. 21. ↩︎
  93. Aus­wär­ti­ges Amt, Lis­te der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen im Koor­di­nie­rungs­aus­schuss Huma­ni­tä­re Hil­fe, Stand März 2026. Online ver­füg­bar unter: https://www.auswaertiges-amt.de/resource/blob/239806/06f2a6caa5cd1c53da0947740d1bdf57/hilfsorganisationen-koa-data.pdf ↩︎
  94. BRH, Teil 1, Tz. 3.7.1, S. 33. ↩︎
  95. Fre­de­rik Schind­ler / Phil­ipp Rei­chert: »›Im Blind­flug‹ – Rech­nungs­hof rügt Aus­wär­ti­ges Amt für För­de­rung mus­li­mi­scher Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on«, Welt am Sonn­tag, 23. Mai 2026. Online ver­füg­bar unter: https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6a0eccdef0f7eb608db79082/islamic-relief-im-blindflug-rechnungshof-ruegt-auswaertiges-amt-fuer-foerderung-muslimischer-hilfsorganisation.html ↩︎