Der zehnseitige Beitrag (S. 32–41) beginnt mit einem Aufmacherfoto, auf dem Tugay Saraç von der Anlaufstelle für Islam & Diversity der Ibn Rushd-Goethe Moschee und Ali Ertan Toprak, der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland, vor einem Großplakat der »Akzeptanzkampagne für Vielfalt im Islam« stehen. Deren vier Motive porträtieren einen Mann, der zum Gruß ein Glas Rakı erhebt, eine Lehrerin ohne Kopftuch, ein schwules Paar und eine interkulturelle Familie. Saraç erläutert dazu: »Wir zeigen muslimische Menschen, wie sie tatsächlich leben. Vielfalt im Islam ist Normalität – das macht die Akzeptanzkampagne sichtbar.« Er verweist auf den Befund, dass nur ein Drittel der Musliminnen in Deutschland ein Kopftuch trägt, während Werbung und Kampagnen sie fast ausschließlich verschleiert darstellen.
Breiten Raum nimmt im Heft der Förderskandal um »Islamic Relief« ein. Seyran Ateş setzte gemeinsam mit dem Institut für Weltanschauungsrecht (ifw) die Herausgabe des bis dahin unter Verschluss gehaltenen Prüfberichts des Bundesrechnungshofs durch. Der Bericht rügt eine in wesentlichen Teilen unkontrollierte Förderpraxis des Auswärtigen Amts, Bargeldtransporte von 240.000 Euro in die Türkei ohne Verwendungsnachweise und benennt Kontakte der Organisation zur Muslimbruderschaft und die Missachtung der hausinternen Weisungslage eines Terrorerlasses. Große Hoffnung setzt Ateş dem Magazin zufolge auf den Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung, den das Bundesinnenministerium im November 2025 berufen hat. Das Gremium soll den im Koalitionsvertrag vereinbarten Bund-Länder-Aktionsplan Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung ausarbeiten.
Ateş ist überzeugt, dass der Kampf gegen den »Politischen Islam« Muslimenfeindlichkeit reduziert. Wer die reale Vielfalt muslimischen Lebens sichtbar macht, entziehe dem »Generalverdacht gegen Muslime« ebenso den Boden wie den kollektivistischen Kampfbegriffen der islamistischen oder antimuslimischen Strategen. Im Magazin bringt sie es so auf den Punkt: »Es geht hier nicht um die Frage, ob man für oder gegen Muslime eintritt, sondern um die Frage, wie man den friedliebenden Muslimen in aller Welt effektiv helfen kann. Die islamistischen Organisationen haben unendliches Leid über Musliminnen und Muslime gebracht, damit muss endlich Schluss sein!«
Das neue bruno.-Jahresmagazin @gbs_org stellt die Arbeit des AK Polis vor (S. 32–41).
— AK Polis | Arbeitskreis Politischer Islam (@AK_Polis) September 8, 2026
Tugay Saraç und @toprak_aliE vor einem Großplakat der Akzeptanzkampagne für Vielfalt im Islam. Die Motive der Kampagne zeigen Musliminnen und Muslime, wie sie vielerorts in Deutschland… pic.twitter.com/2S1Dz2JZ2K
Zum Weiterlesen:
Giordano-Bruno-Stiftung (8. September 2026): Gegen Islamismus und Muslimfeindlichkeit. Wie man den »Politischen Islam« effektiv bekämpfen kann. In: bruno. Jahresmagazin, Ausgabe 8/2026, S. 32–41. Online verfügbar unter: LINK