12er-Kata­log unzu­läs­si­ger Ant­wort­tech­ni­ken der Bun­des­re­gie­rung vor dem Deut­schen Bun­des­tag

Ver­wei­se ohne Infor­ma­ti­ons­ge­halt, The­men­wech­sel, Zeit­ver­schie­bung, ver­deck­te Ver­wei­ge­rung: Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung auf par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen kön­nen das Fra­ge- und Kon­troll­recht des Bun­des­ta­ges for­mal wah­ren und mate­ri­ell leer­lau­fen las­sen. Der fol­gen­de Kata­log beschreibt zwölf sol­cher unzu­läs­si­gen Tech­ni­ken mit Regel und Bei­spiel, ord­net sie in drei Fami­li­en und lie­fert ein all­ge­mein anwend­ba­res Prüfras­ter, mit dem sich jede Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung sys­te­ma­tisch aus­wer­ten lässt. Die 12 Ant­wort­tech­ni­ken haben sämt­lich gemein, dass sie die ver­fas­sungs­recht­li­che Pflicht zur voll­stän­di­gen und wahr­heits­ge­mä­ßen Beant­wor­tung miss­ach­ten.

Nach dem isla­mis­ti­schen Anschlag auf den CSD Ber­lin: Murat Kay­man wider­spricht der Deu­tung der Moschee­ver­bän­de als Prä­ven­ti­ons­ak­teu­re

Der Jurist und frü­he­re DITIB-Ver­bands­funk­tio­när Murat Kay­man nimmt zwei Inter­views des Ber­li­ner Sozio­lo­gen Özgür Özvat­an (HU Ber­lin) im »Frei­tag« und im Deutsch­land­funk zum Aus­gangs­punkt einer Grund­satz­kri­tik. Er kon­fron­tiert die The­se von den Gemein­den als wirk­sa­men Schutz­räu­men mit Befun­den des For­schungs­ver­bunds MOTRA und mit der Pre­digt­pra­xis der staat­li­chen Part­ner­ver­bän­de. Sein Fazit: Ob reli­giö­se Bil­dung vor Radi­ka­li­sie­rung schützt, ent­schei­det sich an ihrem Inhalt, und genau die­se Fra­ge bleibt in der Debat­te unbe­ant­wor­tet.

Was hat Clan­kri­mi­na­li­tät mit dem Islam zu tun?

»Ich beschrei­be das Milieu, in dem so etwas wächst.« So ant­wor­te­te der Islam­wis­sen­schaft­ler Ralph Ghad­ban am 20. Mai 2026 auf dem Podi­um der Fried­rich-Nau­mann-Stif­tung, als ihn der Ber­li­ner Grü­nen-Innen­po­li­ti­ker Vasi­li Fran­co nach dem Zusam­men­hang von Clan­kri­mi­na­li­tät und Islam frag­te. In die­sem Arti­kel führt Ghad­ban die Ant­wort aus. Er beschreibt die Groß­fa­mi­lie als Sozi­al­sys­tem, das Scha­ria-Fami­li­en­recht, die Ehren­kul­tur samt Blut­ra­che, den poli­tisch pri­vi­le­gier­ten Ver­band­s­is­lam sowie die Par­al­lel­ge­sell­schaft. Erst aus dem Zusam­men­spiel die­ser Fak­to­ren erge­be sich, war­um das Phä­no­men so robust ist – und wel­che Hebel im Sin­ne einer Auf­lö­sung wir­ken könn­ten.

DPI-Stu­die über die Finanz­ope­ra­tio­nen der His­bol­lah in Euro­pa

Rund ein Drit­tel ihres Jah­res­bud­gets von mehr als einer Mil­li­ar­de US-Dol­lar erwirt­schaf­tet die schii­tisch-isla­mis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on aus ille­ga­len Geschäf­ten. Euro­pa dient ihr dabei als Dreh­schei­be für Dro­gen­han­del, Geld­wä­sche und den Schmug­gel von Luxus­gü­tern. Anhand von Fall­stu­di­en aus meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern, dar­un­ter Öster­reich, zeigt die Ana­ly­se von Lina Kha­tib für die öster­rei­chi­sche Doku­men­ta­ti­ons­stel­le Poli­ti­scher Islam (DPI), wie lega­le und ille­ga­le Akti­vi­tä­ten inein­an­der­grei­fen und wel­che Lücken die euro­päi­sche Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung bis­lang offen­lässt.

»Abnor­ma­li­tä­ten«! Was der Islam­rats­vor­sit­zen­de Kesi­ci im ZDF zur Norm erklärt – und was die Fak­ten sagen

Im ZDF-For­mat »Forum am Frei­tag« vom 8. Mai 2026 bezeich­net der Vor­sit­zen­de des Islam­rats für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Bur­han Kesi­ci, die vier Moti­ve der Akzep­tanz­kam­pa­gne zur Viel­falt im Islam »Ich bin Mus­lim / Ich bin Mus­li­min« als »Abnor­ma­li­tä­ten«. Die Daten zei­gen: Er erklärt damit das real exis­tie­ren­de mus­li­mi­sche Leben in Deutsch­land zur Abwei­chung. Das wirft Fra­gen auf – vor allem an jene, die den Islam­rat als Reprä­sen­tan­ten »der« Mus­li­me legi­ti­mie­ren. In der Poli­tik beginnt die Klä­rung bereits: Beim Neu­köll­ner Inte­gra­ti­ons­dia­log im Juni 2026 ver­or­te­te SPD-Staats­se­kre­tär Aziz Bozk­urt den Islam­rats­vor­sit­zen­den »klar im isla­mis­ti­schen Bereich« – und stell­te fest: »Kesi­ci ist wie Höcke.«
+++ Mit Update nach dem isla­mis­ti­schen CSD-Anschlag +++

Syn­op­se zur Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung zu Isla­mic Reli­ef (Drs. 21/7057) und bekann­ten Sach­ver­hal­ten

Seit Janu­ar 2017 fragt der Deut­sche Bun­des­tag nach den Ver­bin­dun­gen von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land zur Mus­lim­bru­der­schaft und nach dem Ver­bleib der För­der­mil­lio­nen des Aus­wär­ti­gen Amts. Abge­ord­ne­te von Bünd­nis 90/Die Grü­nen, FDP und AfD haben in drei Wahl­pe­ri­oden nach­ge­fragt. Die jüngs­te Ant­wort vom 9. Juli 2026 lässt alle neun Fra­gen unvoll­stän­dig. Die fol­gen­de Syn­op­se stellt jeder erteil­ten Ant­wort einen Bear­bei­tungs­ent­wurf gegen­über, der zeigt, wie ein pflicht­ge­mäß arbei­ten­des Aus­wär­ti­ges Amt die Neu­be­ant­wor­tung anzu­le­gen hät­te, und benennt in einer Kom­men­tar­zei­le die jeweils ver­wirk­lich­ten unzu­läs­si­gen Ant­wort­tech­ni­ken.

Isla­mis­mus, Ter­ror und ver­schwun­de­ne Steu­er­mil­lio­nen im Jemen: WELT deckt den wohl größ­ten Betrugs­skan­dal der GIZ auf

Mehr als 100 Mil­lio­nen Euro deut­sches Steu­er­geld flos­sen seit 2015 in Jemen-Pro­jek­te der bun­des­ei­ge­nen GIZ – zu gro­ßen Tei­len in Gebie­te der Hut­hi-Ter­ror­mi­liz. Intern spricht der Vor­stand vom »sys­te­ma­ti­schen ban­den­mä­ßi­gen Betrug«, doch der Auf­sichts­rat erfuhr über das Aus­maß erst Jah­re spä­ter, und Pro­jekt­ak­ten wur­den mit Zustim­mung des BMZ ver­nich­tet. Eine Recher­che der WELT wirft Fra­gen auf nach Ver­un­treu­ung, Ver­tu­schung und poli­ti­scher Ver­ant­wor­tung.

Selek­tiv ent­kon­kre­ti­siert: Zehn­jah­res­ver­gleich der Isla­mis­mus-Bericht­erstat­tung des Ber­li­ner Ver­fas­sungs­schut­zes (2016–2025)

Der Ber­li­ner Senat leg­te vor weni­gen Wochen sei­nen ers­ten Isla­mis­mus-Moni­tor vor und stieß damit auf fach­li­che Kri­tik: Die Dar­stel­lung des lega­lis­ti­schen Spek­trums sei über die Jah­re unkon­kre­ter gewor­den. Dar­auf­hin hat der AK Polis einen indi­ka­tor­ge­stütz­ten Zehn­jah­res­ver­gleich (2016–2025) durch­ge­führt. In den Blick rücken meh­re­re Män­gel, ins­ge­samt 20 ver­schlech­ter­te Indi­ka­to­ren, fünf Kern­be­fun­de und ein Wider­spruch: Der Ver­fas­sungs­schutz zählt mehr Extre­mis­ten, benennt die kon­kre­ten Ber­li­ner Struk­tu­ren aber nicht mehr. Ein gestie­ge­nes Per­so­nen­po­ten­zi­al bei ver­schwun­de­ner Benen­nung lässt sich nicht mit nach­las­sen­der Gefahr erklä­ren. Die Ent­kon­kre­ti­sie­rung trifft dabei nur das lega­lis­ti­sche isla­mis­ti­sche Spek­trum.

»Demo­kra­tie-unter­wan­dern­der Isla­mis­mus«: Ein­ord­nung eines neu­en Begriffs aus dem Bran­den­bur­ger Ver­fas­sungs­schutz

Der Ver­fas­sungs­schutz­be­richt 2025 des Lan­des Bran­den­burg, vor­ge­legt im Juni 2026, führt mit dem »demo­kra­tie-unter­wan­dern­den Isla­mis­mus« eine Bezeich­nung ein, die in die­ser Kom­bi­na­ti­on neu ist. Die Behör­de beschreibt damit die Metho­de der Unter­wan­de­rung und benennt die ihr zuge­ord­ne­ten Struk­tu­ren. Die­ser Arti­kel doku­men­tiert die zen­tra­le Pas­sa­ge im Wort­laut und ord­net sie begriffs­ge­schicht­lich sowie sicher­heits­po­li­tisch ein.