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»Dschi­had um die Köp­fe« – Debat­te im beta­haus Kreuz­berg zur Unter­wan­de­rung von Kitas und Schu­len durch den Poli­ti­schen Islam

Im betahaus Berlin-Kreuzberg stellte der Journalist Sascha Adamek am 19. März 2026 sein neues Buch »Unterwanderung« vor – im Zentrum: das steuerfinanzierte Neuköllner Kita-Projekt des Betreibers BNIG und eine Kinder-Kopftuch-Fatwa mit dem Namen des Kita-Geschäftsführers. Im Podiumsgespräch mit Seyran Ateş erläuterte Jugend-Staatssekretär Falko Liecke (CDU) erstmals öffentlich, welche Konsequenzen die Senatsverwaltung aus dem Fall zieht.

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Wer die Bil­dung von Kin­dern und Jugend­li­chen prägt, beein­flusst lang­fris­tig die gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung – des­halb sind Kitas und Schu­len ein stra­te­gisch wich­ti­ges Feld für isla­mis­ti­sche Akteu­re. Genau hier setzt das Kapi­tel »Dschi­had um die Köp­fe. Wie der Poli­ti­sche Islam mit Steu­er­mil­lio­nen Kitas und Schu­len infil­triert« aus Ada­meks neu­em Buch an, das im Mit­tel­punkt des Abends stand. Ein­ge­la­den hat­ten der AK Polis und das Mer­nis­si-de Gou­ges Bil­dungs­werk; auf dem Podi­um dis­ku­tier­ten neben dem Autor Fal­ko Liecke (CDU), Staats­se­kre­tär für Jugend und Fami­lie in der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie, sowie Sey­ran Ateş, Grün­de­rin der Ibn Rushd-Goe­the-Moschee und des Mer­nis­si-de Gou­ges Bil­dungs­werks. Die Mode­ra­ti­on lag bei Cle­mens Traub (Cice­ro). Ein­ge­la­den war auch Raed Saleh (SPD), Vor­sit­zen­der der SPD-Frak­ti­on im Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin – oder alter­na­tiv eine von ihm zu benen­nen­de Per­son aus der Frak­ti­on. Neben dem Fall BNIG ging es um das Welt­bild des Großaya­tol­lahs as-Sista­ni, als des­sen deut­sches »Ver­bin­dungs­bü­ro« sich der Moschee­ver­ein an der Kita-Adres­se bezeich­net, um die Kon­trol­le staat­li­cher För­der­struk­tu­ren, das Ber­li­ner Neu­tra­li­täts­ge­setz – und um die Fra­ge, wie sich künf­tig ver­hin­dern lässt, dass extre­mis­ti­sche Akteu­re im Bil­dungs­be­reich Fuß fas­sen.

Unter­wan­de­rung – und ihr Kom­ple­men­tär, die Unter­wer­fung

Ada­mek stell­te gleich zu Beginn klar, wor­um es ihm geht – und wor­um nicht: »Es geht hier nicht um die Unter­wan­de­rung durch eine Reli­gi­on. […] Es geht um den poli­ti­schen Islam«, um den Ver­such, »die Gesell­schaft in Deutsch­land zu spal­ten«, sie »im Sin­ne der Scha­ria […] gefü­gig zu machen« und »Geset­ze zu ver­än­dern«. Der Titel bezie­he sich »auf ein ganz kla­res Seg­ment poli­ti­scher Betä­ti­gung«.

Als lite­ra­ri­sches Kom­ple­men­tär zu sei­ner »Unter­wan­de­rung« nann­te Ada­mek Michel Hou­el­le­becqs Roman »Unter­wer­fung« – und illus­trier­te die­se Unter­wer­fung mit einer Rei­he von Bil­dern aus der jün­ge­ren Ber­li­ner Geschich­te. Etwa der Gedenk­fei­er nach dem Anschlag auf dem Breit­scheid­platz, bei der ein Ber­li­ner Imam auf­tre­ten durf­te, obwohl es zuvor War­nun­gen wegen des­sen Umfeld gege­ben hat­te – im Bei­sein des Regie­ren­den Bür­ger­meis­ters und drei­er damals vom Ver­fas­sungs­schutz als mus­lim­bru­der­nah gelis­te­ter Ver­ei­ne. Für Ada­mek »eine Lob­by­leis­tung des Poli­ti­schen Islam«: Es habe dort unwi­der­spro­chen gesagt wer­den dür­fen, »die­ser Anschlag hat nichts mit dem Islam zu tun«. Das sei unge­fähr so, »als wenn man sagt, die Kreuz­zü­ge haben nichts mit dem Chris­ten­tum zu tun«. Wer bei­des kom­plett tren­ne, betrei­be »Wirk­lich­keits­ver­leug­nung«.

Ada­mek beton­te: Wenn er über Mus­lim­brü­der spre­che, spre­che er »nicht von einer Orga­ni­sa­ti­ons­an­ge­hö­rig­keit«, denn die­se Orga­ni­sa­ti­on bestehe in der Regel »aus Men­schen, die sich nicht beken­nen zu dem, was sie da tun« – sie arbei­te klan­des­tin.

Vier­jah­res­plä­ne der Unter­wan­de­rung

Auf­schluss­reich bei der Aus­leuch­tung der Mus­lim­bru­der­schaft sei ein Zufalls­fund von Ermitt­lern gewe­sen, erläu­ter­te Ada­mek: Bei einem mut­maß­li­chen Kader der Mus­lim­bru­der­schaft sei­en Vier­jah­res­plä­ne ent­deckt wor­den, ein Pro­gramm der Unter­wan­de­rung für die Jah­re 2008 bis 2011 – und sol­che Plä­ne wür­den bis heu­te ange­fer­tigt. Dar­in fin­de sich die Anwei­sung, Bünd­nis­se »im außer­re­li­giö­sen Bereich« zu suchen, Bezie­hun­gen zu Eli­ten auf­zu­bau­en, den Ein­fluss des Islam »im Bereich Bil­dung und Medi­en« zu ver­grö­ßern – bis hin zur For­de­rung, in der Medi­en­be­richt­erstat­tung einen »Vor­rang […] bei der Erwäh­nung und der Wür­di­gung des Islam […] gegen­über ande­ren Reli­gio­nen« her­bei­zu­füh­ren. Und schließ­lich, so Ada­mek: »Es geht dar­um, Geset­ze in Deutsch­land so zu ver­än­dern, dass sie scha­ria-kon­form wer­den.« Ein Satz aus den Plä­nen habe ihn beson­ders beein­druckt: Die Regie­run­gen sei­en »davon zu über­zeu­gen, dass sie ihre eige­nen Inter­es­sen bedro­hen, wenn sie mit ihrer feind­li­chen Hal­tung fort­fah­ren«, und sie sei­en »dazu zu zwin­gen, die isla­mi­sche Opti­on zu ertra­gen«. Ada­meks Fazit: »Das heißt, es ist eine ganz kla­re Ansa­ge: Wir wol­len euch unter­wan­dern und unter­wer­fen.«

Der Fall BNIG: 4,2 Mil­lio­nen Euro für Ber­lins größ­tes Kita-Pro­jekt

Herz­stück des Vor­trags war Ada­meks Recher­che zum größ­ten Kita-Pro­jekt Ber­lins – von ihm augen­zwin­kernd als sein »Lieb­lings­pro­jekt in die­sem Buch« ange­kün­digt.

An der Har­zer Stra­ße in Nord­neu­kölln ent­steht, so ver­kün­det es das Bau­schild, eine Kin­der­ta­ges­stät­te mit 188 Plät­zen – »ermög­licht durch För­der­mit­tel der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie«. 4,2 Mil­lio­nen Euro hat das Land Ber­lin der Betrei­ber­fir­ma, der gemein­nüt­zi­gen BNIG gGmbH, bewil­ligt; eine Teil­sum­me ist bereits geflos­sen. Eine Prü­fung des Umfelds oder des ideo­lo­gi­schen Hin­ter­grunds des Trä­gers, so Ada­meks zen­tra­ler Befund, fand dabei nicht statt.

Denn der Geschäfts­füh­rer der BNIG, Moha­med Amer, blickt auf eine lan­ge Funk­tio­närs­kar­rie­re im schii­ti­schen Dach­ver­band Isla­mi­sche Gemein­schaft der schii­ti­schen Gemein­den Deutsch­lands (IGS) zurück: Von 2010 bis 2013 war er des­sen Vor­sit­zen­der, bis 2017 stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der. Der nord­rhein-west­fä­li­sche Ver­fas­sungs­schutz attes­tiert der IGS eine »Nähe zum schii­ti­schen Isla­mis­mus«; für das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz gehört sie zum Umfeld des inzwi­schen ver­bo­te­nen Isla­mi­schen Zen­trums Ham­burg (IZH), das die Ver­fas­sungs­schüt­zer als »ein bedeu­ten­des Pro­pa­gan­da­zen­trum des Iran in Euro­pa« ein­stuf­ten. Amer ist zugleich Vor­stands­mit­glied und Schatz­meis­ter des Moschee­ver­eins Torath e. V. – an der­sel­ben Adres­se wie die geplan­te Kita; auch die IGS war dort zeit­wei­se mit ihrer Post­adres­se gemel­det. Über sei­nen Anwalt lässt Amer mit­tei­len, die »Berüh­rungs­punk­te« mit der IGS sei­en seit 2018 been­det.

Das Fir­men­ge­flecht dahin­ter reicht nach Ada­meks Buch­re­cher­chen wei­ter: Die BNIG gehört zu 100 Pro­zent dem Euro­pean Inter­cul­tu­ral Cen­ter (EIC), des­sen Geschäfts­füh­rer eben­falls Moha­med Amer ist. Amer zählt zudem zu den Trus­tees der Lon­do­ner Imam Ali Foun­da­ti­on, deren sat­zungs­mä­ßi­ges Haupt­ziel der Fort­schritt von Erzie­hung und Reli­gi­on »mit beson­de­rem Schwer­punkt reli­giö­ser Erzie­hung im Islam« ist – eben­so wie ein Mit­ge­sell­schaf­ter des EIC aus dem schwe­di­schen Mal­mö, der Ende 2016 als Käu­fer einer Pri­vat­schu­le in Kopen­ha­gen mit pro­ble­ma­ti­schen Ent­wick­lun­gen in Erschei­nung getre­ten sein soll. Ada­meks tro­cke­ner Kom­men­tar im Vor­trag: All das her­aus­zu­fin­den sei »nicht wahn­sin­nig ein Hexen­werk« gewe­sen. Umso mehr habe ihn gewun­dert, dass die amt­li­chen Stel­len, die für sol­che Recher­chen bezahlt wür­den, zunächst erklär­ten, man habe dazu nichts vor­lie­gen.

Die Kin­der-Kopf­tuch-Fat­wa mit dem Namen des Kita-Betrei­bers

Noch bri­san­ter ist ein Doku­ment, auf das Ada­mek bei sei­nen Recher­chen stieß: ein »Reli­giö­ses Gut­ach­ten der isla­mi­schen Theo­lo­gen über die isla­mi­schen Beklei­dungs­vor­schrif­ten bei Mäd­chen und Frau­en (Hid­schab)«, das an Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel, die Bun­des­tags­par­tei­en und das Büro der Deut­schen Islam­kon­fe­renz im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um ver­schickt wur­de. Der Ein­gang dort sei offi­zi­ell bestä­tigt. Die Kern­aus­sa­ge: Die Reli­gi­ons­mün­dig­keit nach isla­mi­schem Recht – und damit das Kopf­tuch­ge­bot – kön­ne »durch­aus bereits im Alter von knapp neun Jah­ren ein­tre­ten«. Eine, so Ada­mek, »sehr, sehr radi­ka­le Auf­fas­sung«.

Bri­sant ist vor allem, wer das Papier abgab: Es erfolg­te laut Schluss­for­mel »in Abspra­che mit Ver­tre­tern der höhe­ren schii­ti­schen Auto­ri­tä­ten (Mard­schai­y­yat)« in Deutsch­land – und genannt wer­den zwei Namen: Muham­mad Hadi Mofatteh, der spä­ter abge­scho­be­ne Lei­ter des ver­bo­te­nen Mul­lah-Zen­trums in Ham­burg, dem Isla­mi­schen Zen­trum Ham­burg (IZH) und Moham­med Amer, der Ber­li­ner Kita-Geschäfts­füh­rer. Mit­un­ter­zeich­net wur­de es unter ande­rem von Amers Ver­ein Torath, dem IZH und der IGS; abruf­bar ist es bis heu­te auf der Sei­te eines Dort­mun­der Insti­tuts.

Auf Anfra­ge ließ Amer über sei­nen Anwalt erklä­ren, er habe an dem Schrei­ben weder mit­ge­wirkt noch mache er es sich zu eigen – er ken­ne es über­haupt nicht. Ada­meks Nach­fra­ge, ob er dann gegen die­se Fäl­schung und die miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung sei­nes Namens juris­tisch vor­ge­he, blieb unbe­ant­wor­tet. Im Vor­trag lud Ada­mek anwe­sen­de Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten aus­drück­lich ein, an die­sem bis­lang Doku­ment wei­ter­zu­re­cher­chie­ren.

»Ver­bin­dungs­bü­ro« des Großaya­tol­lahs: das Welt­bild as-Sista­nis

Der Moschee­ver­ein Torath bezeich­net sich auf sei­ner Web­site selbst als »das Ver­bin­dungs­bü­ro des Groß­ge­lehr­ten Aya­tul­lah Ali al-Husai­ni as-Sista­ni für Deutsch­land«; Part­ner sei die Imam Ali Foun­da­ti­on in Lon­don als Ver­bin­dungs­bü­ro für Euro­pa. Was das bedeu­tet, arbei­te­te Ada­mek anhand der Fat­was her­aus.

As-Sista­ni gilt im Wes­ten vie­len als gemä­ßigt: Als soge­nann­ter Quie­tist rief er die Ira­ker zum Wider­stand gegen den IS auf und unter­schei­det sich vom Staats­is­lam Tehe­rans. Doch das Bild trübt sich schnell: Weni­ge Tage nach dem Hamas-Über­fall auf Isra­el for­der­te er die Welt in einer Fat­wa auf, sich gegen Isra­els »schreck­li­che Bru­ta­li­tät« zu erhe­ben – ohne ein Wort zum Hamas-Ter­ror. Den getö­te­ten His­bol­lah-Chef Hassan Nas­ral­lah wür­dig­te er als »gro­ßen Mär­ty­rer« und »ein­zig­ar­ti­gen Füh­rer«. Auf sei­nen auch an Gläu­bi­ge im Wes­ten gerich­te­ten Fat­wa-Sei­ten unter­sagt er zudem, mit israe­li­schen Pro­duk­ten zu han­deln oder für Fir­men zu arbei­ten, die Isra­el unter­stüt­zen.

Doku­men­tiert sind dar­über hin­aus Fat­was zur Sexu­al- und Fami­li­en­mo­ral, zum Teil abruf­bar auf der offi­zi­el­len Sei­te Sistani.org. Danach ist Geschlechts­ver­kehr mit einem ange­trau­ten Mäd­chen zuläs­sig, sobald es »neun Mond­jah­re« erreicht hat. Für den Fall schwers­ter inne­rer Ver­let­zun­gen des Kin­des legt eine ergän­zen­de Fat­wa ein Blut­geld in Höhe des­sen »für die Tötung eines Men­schen« fest. Für Män­ner, die ihre Frau­en oder Kin­der schla­gen, defi­niert as-Sista­ni gestaf­fel­te Blut­geld-Beträ­ge nach Schwe­re der sicht­ba­ren Ver­let­zun­gen; Ada­mek rech­ne­te im Vor­trag vor, dass für das Schla­gen einer Frau bis hin zu Nekro­sen am gan­zen Gesicht nach die­sem Tarif umge­rech­net 1.699 Euro fäl­lig wür­den, wobei ein »Kom­pro­miss« über die Höhe aus­drück­lich zuläs­sig ist. Ein ohne Zustim­mung der Frau geschlos­se­ner Ehe­ver­trag ist danach gül­tig, wenn sie spä­ter »etwas sagt oder tut, das ihr Ein­ver­ständ­nis aus­drückt«. Die Ehe eines Mus­lims mit einer Jüdin oder Chris­tin erklärt as-Sista­ni für »nicht erlaubt«. Ada­meks Urteil im Saal: »Das ist wirk­lich ein wider­wär­ti­ges Mind­set« – und: »Das ist das geist­li­che Ober­haupt von Leu­ten, die hier in Ber­lin mit Steu­er­gel­dern eine Kita betrei­ben dür­fen wol­len.«

Ada­mek ließ sich die Echt­heit die­ser Befun­de vom Islam­wis­sen­schaft­ler und Schii­ten­tum-Ken­ner Armin Eschraghi bestä­ti­gen – und stell­te zugleich klar: Das hei­ße »natür­lich nicht, […] dass Schii­ten in Deutsch­land sich auch annä­hernd an sowas hal­ten wür­den«. Aber Men­schen mit sol­chen Nei­gun­gen »kön­nen sich auf das beru­fen«. Eschraghi selbst zieht die Kon­se­quenz: Von Anhän­gern Sista­nis, die mit staat­li­chen Mit­teln eine Kita betrei­ben wol­len, müs­se man »sehr kla­re State­ments erwar­ten kön­nen«; eine staat­li­che För­de­rung sei auch ein »poli­ti­sches Signal«, das Eltern als Güte­sie­gel ver­ste­hen könn­ten – ein blo­ßes Schwei­gen dazu wür­de ihm an ver­ant­wort­li­cher Stel­le »nicht rei­chen«.

Genau die­ses Schwei­gen aber bekam Ada­mek. Auf sei­nen detail­lier­ten Fra­gen­ka­ta­log – auch die ange­bo­te­ne Brü­cke, sich von die­sen Fat­was zu distan­zie­ren – habe es »kein ein­zi­ges Wort der Distan­zie­rung« gege­ben. Statt­des­sen ein Anwalts­schrei­ben: Die Vor­hal­te bedürf­ten »kei­ner ver­tief­ten Erwi­de­rung, außer gege­be­nen­falls, dass die­se als her­ab­wür­di­gend, unver­schämt und beläs­ti­gend emp­fun­den wer­den«; die Man­dant­schaft sei »über­zeugt von der frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Wer­te­ord­nung des Grund­ge­set­zes« und wei­se jeden Schluss zurück, sie wür­de Gewalt gegen Kin­der oder Frau­en dul­den oder gut­hei­ßen.

Wie die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen dar­auf reagie­ren, doku­men­tiert das Buch eben­falls: Neu­köllns SPD-Bezirks­bür­ger­meis­ter Mar­tin Hikel spre­che von Ver­bin­dun­gen zu Orga­ni­sa­tio­nen mit einem »Aya­tol­lah-Mind­set«, das im Wider­spruch zur demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung ste­he. Und Staats­se­kre­tär Liecke, der die För­der­mit­tel­zu­sa­ge poli­tisch geerbt hat, wird deut­lich: »Mit dem heu­ti­gen Wis­sen hät­te ich die För­der­mit­tel tat­säch­lich woan­ders ein­ge­setzt.« Sista­nis Rol­len- und Men­schen­bild kom­me aus dem Mit­tel­al­ter und sei »men­schen­ver­ach­tend« – »erst recht, wenn Kin­der im Spiel sind, sind das Kin­der­schutz­aspek­te, und zwar bein­har­te«. Bei der För­der­ver­ga­be sei­en mög­li­che Ver­bin­dun­gen ins isla­mis­ti­sche Milieu schlicht nicht geprüft wor­den: »offen­sicht­lich Schwach­stel­len in unse­rem Sys­tem, das muss man ganz klar benen­nen«.

Blick in die voll besetz­te Loft des beta­hau­ses: Auf dem Podi­um dis­ku­tie­ren (v. l. n. r.) Sascha Ada­mek, Jour­na­list und Autor von »Unter­wan­de­rung«, Fal­ko Liecke (CDU), Staats­se­kre­tär für Jugend und Fami­lie in der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie Ber­lin (am Mikro­fon), Sey­ran Ateş, Grün­de­rin der Ibn Rushd-Goe­the-Moschee und des Mer­nis­si-de Gou­ges Bil­dungs­werks, und Mode­ra­tor Cle­mens Traub, Redak­teur beim Maga­zin Cice­ro. An der Wand die Leit­fra­gen: von der Kon­trol­le staat­li­cher För­der­struk­tu­ren bis zur Fra­ge, wie sich ver­hin­dern lässt, dass extre­mis­ti­sche Akteu­re im Bil­dungs­be­reich Fuß fas­sen. (Foto: AK Polis. Frei zur redak­tio­nel­len Ver­wen­dung)

»Kein Hin­ter­fra­gen, kei­ne Prü­fung« – wie es zur För­de­rung kam

Mode­ra­tor Cle­mens Traub eröff­ne­te das Podi­ums­ge­spräch mit der Fra­ge, die wohl dem gan­zen Saal auf den Nägeln brann­te: Wie konn­te es über­haupt dazu kom­men, dass ein sol­ches Kita-Pro­jekt mit 4,2 Mil­lio­nen Euro vom Senat geför­dert wird? Fal­ko Liecke, 14 Jah­re lang Stadt­rat in Neu­kölln und gut zehn Jah­re stell­ver­tre­ten­der Bezirks­bür­ger­meis­ter an der Sei­te von Heinz Busch­kow­sky, hol­te aus: Er habe sich mit dem Poli­ti­schen Islam inten­siv aus­ein­an­der­ge­setzt – auch in sei­nem Buch »Brenn­punkt Deutsch­land. Neu­kölln ist erst der Anfang« – und die Strö­mung früh »als Gefahr für unse­re frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung« erkannt.

Zur Ent­ste­hungs­zeit des Pro­jekts habe aller­dings ein »gigan­ti­scher Druck auf dem Kita-Markt« geherrscht: »Sie kön­nen einen Dart-Pfeil neh­men, auf eine Ber­li­ner Kar­te wer­fen – und da, wo der Pfeil lan­det, da haben wir Kita-Platz­be­darf.« Die Rol­le des Bezirks habe sich damals auf die rei­ne Bedarfs­fest­stel­lung redu­ziert; die Trä­ger­aus­wahl lief über ein Inter­es­sen­be­kun­dungs­ver­fah­ren bei der Senats­ver­wal­tung unter Rot-Rot-Grün. Lieckes ernüch­tern­des Fazit: »Die­se wur­den dann damals aus­ge­wählt, und das war’s. Da gab es kein Hin­ter­fra­gen, kei­ne Prü­fung, im Prin­zip nichts.«

»Solan­ge ich die nicht habe, pas­siert da gar nichts«

Heu­te, als zustän­di­ger Staats­se­kre­tär, habe er – »auch dank die­ser Recher­che« Ada­meks – in der Kita-Auf­sicht der Senats­ver­wal­tung »eine ent­spre­chen­de Hal­tungs­än­de­rung« erwirkt. Dabei tren­ne er strikt zwi­schen Bau und Päd­ago­gik: »Für mich habe ich ent­schie­den: Ich will kei­ne Bau­rui­ne hin­ter­las­sen, des­halb bau­en wir das Ding jetzt fer­tig. Aber bezo­gen auf alles ande­re – päd­ago­gi­sches Kon­zept, Betriebs­er­laub­nis –: Da ist noch kei­ne Kita drin. Die haben auch noch kei­ne Betriebs­er­laub­nis.«

Auf­schluss­reich war Lieckes Schil­de­rung sei­nes Wegs durch die Sicher­heits­be­hör­den. Beim Ber­li­ner Ver­fas­sungs­schutz habe es zum Geschäfts­füh­rer zunächst »ein nega­ti­ves Tes­tat« gege­ben – also kei­ne Erkennt­nis­se; auch ein Gespräch mit dem Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz habe ihn zunächst nicht zufrie­den­ge­stellt, sein – aus­drück­lich als per­sön­li­cher Ein­druck gekenn­zeich­ne­tes – Fazit dar­aus fiel eher ver­harm­lo­send aus. Er habe nicht locker­ge­las­sen und sich nach der Bun­des­tags­wahl an den neu­en Par­la­men­ta­ri­schen Staats­se­kre­tär im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um, Chris­toph de Vries, gewandt. So habe er zum ers­ten Mal eine ein­deu­tig kla­re Aus­sa­ge erhal­ten. »Und da habe ich gesagt: Okay, damit kann ich arbei­ten.«

Nun wer­de das gesam­te Umfeld über­prüft: »Ich möch­te erst­mal scan­nen: alles Per­so­nal, was in die­sem Umfeld aktiv ist. Ich will erst­mal wis­sen, gibt es eine Erkennt­nis­la­ge beim Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz. Und solan­ge ich die nicht habe, pas­siert da gar nichts.«

Kon­kret kün­dig­te Liecke ein gan­zes Auf­la­gen­pa­ket an: Moha­med Amer müs­se »raus aus der Geschäfts­füh­rung, und der muss auch aus der Gesell­schaft raus« – das sei anwalt­lich zuge­si­chert wor­den; er wer­de »künf­tig nicht mehr in die­ser Gesell­schaft ver­tre­ten sein, in kei­ner Funk­ti­on«. Zudem wer­de im Gesell­schaf­ter­ver­trag und in der Betriebs­er­laub­nis ein unab­hän­gi­ger Bei­rat ver­an­kert, »mit ver­schie­de­nen Rech­ten, auch Kon­troll­rech­ten«, in den die Senats­ver­wal­tung Per­so­nen ent­sen­det, die die päd­ago­gi­sche Arbeit regel­mä­ßig beglei­ten – »auch unan­ge­kün­digt«. Das kön­ne ein Modell sein, »wie man mit so einem Son­der­fall umgeht« – bei rund 1.200 Kita-Trä­gern und etwa 3.000 Kitas in Ber­lin sei das schließ­lich nicht die Regel.

War­um nicht ein­fach die Betriebs­er­laub­nis ver­wei­gern und das Gebäu­de einem ande­ren Trä­ger geben? Die­se Fra­ge habe er »heiß dis­ku­tiert« – doch vor Gericht müs­se die Ver­wal­tung dem Trä­ger das Schei­tern an der frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung kon­kret nach­wei­sen: »Wir müs­sen nach Recht und Gesetz han­deln«, die Ent­schei­dung müs­se gerichts­fest sein. Auf Ada­meks Ein­wurf, man kön­ne Isla­mis­ten doch »nach der Al-Capo­ne-Metho­de« über ein ande­res Rechts­ge­biet bei­kom­men – der Bau sei ver­trag­lich längst über­fäl­lig, es gebe unbe­zahl­te Hand­wer­ker­rech­nun­gen und einen Rechts­streit –, ant­wor­te­te Liecke, das habe man »auf dem Schirm«, der Rechts­streit sei aber noch nicht abge­schlos­sen. Klar sei nur: »Was ich aber nicht machen kann, ist, vier Mil­lio­nen Euro in ein lee­res Gebäu­de zu ste­cken, was am Ende kei­ne Funk­ti­on mehr hat.« Eine gewis­se Hoff­nung setzt er ohne­hin auf die ver­än­der­te Markt­la­ge – inzwi­schen gibt es in Ber­lin eher zu vie­le als zu weni­ge Kita-Plät­ze: »Pro Kind gibt es Geld. Kein Kind da, kein Geld.«

»Ich bin kei­ne Ermitt­lungs­be­hör­de«

Auf Traubs Nach­fra­ge, wie es sein kön­ne, dass der Ver­fas­sungs­schutz nicht wei­ter­half, obwohl Ada­meks Recher­che nach des­sen eige­nen Wor­ten »kein Hexen­werk« war, mach­te Liecke die Gren­zen sei­ner Behör­de deut­lich: »Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil ich ver­tre­te nicht den Ver­fas­sungs­schutz. Ich kann ihn nur befra­gen. […] Ich bin ange­wie­sen auf die Ant­wort, ich bin kei­ne Ermitt­lungs­be­hör­de.« Seit sei­nem Amts­an­tritt fra­ge er aller­dings »sehr häu­fig« nach – etwa bei der Ver­ga­be von Lan­des­or­den: »Herr Sab­ri hät­te bei mir kei­nen Orden bekom­men – wie von Micha­el Mül­ler, ehr­lich gesagt.« Für die Zukunft wer­de die Auf­ga­ben­be­schrei­bung der Kita-Auf­sicht »deut­lich erwei­tert«: Dort, wo es Hin­wei­se oder Anhalts­punk­te gebe, wer­de kri­tisch hin­ge­schaut – »lie­ber ein­mal zu viel fra­gen als zu wenig«.

Auch bei Sey­ran Ateş’ Ver­ständ­nis­fra­ge, wem eigent­lich Grund und Boden gehör­ten, blieb Liecke trans­pa­rent: Das Grund­stück sei gekauft wor­den – die Her­kunft der Mit­tel sei für ihn »tat­säch­lich noch eine unge­klär­te Fra­ge«, die er mit den zustän­di­gen Behör­den bespre­che. »Das gan­ze The­ma Finanz­strö­me, Geld­wä­sche und so wei­ter – da sind wir als Bil­dungs­ver­wal­tung über­for­dert, ganz klar. Da müs­sen ande­re Exper­tin­nen und Exper­ten ran, die sowas pro­fes­sio­nell kön­nen.« Ada­mek sekun­dier­te mit Blick auf die aus sei­ner Sicht dubio­se Finan­zie­rung des Kaufs: Ohne eine Beweis­last­um­kehr wie in Ita­li­en blei­be Deutsch­land »ein Geld­wä­sche­pa­ra­dies« – dabei kön­ne man, »ohne eine ein­zi­ge Kugel zu ver­schie­ßen, den Isla­mis­mus bekämp­fen in Deutsch­land, wenn man das end­lich mal machen wür­de«. Liecke ver­wies dar­auf, dass Jus­tiz­se­na­to­rin Fel­or Baden­berg soeben eine Bun­des­rats­in­itia­ti­ve für eine voll­stän­di­ge Beweis­last­um­kehr gestar­tet habe – »eine For­de­rung, die habe ich schon seit Men­schen­ge­den­ken«. In die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode sei­en gro­ße Geset­ze zwar kaum noch zu schaf­fen, aber: »Wenn Poli­tik wech­selt, bleibt übli­cher­wei­se Ver­wal­tung« – und mit sei­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen habe er ver­ab­re­det, auf das The­ma »ein beson­de­res Augen­merk« zu haben. Der recht­li­che Rah­men – Kin­der­ta­ges­för­de­rungs­ge­setz, Bil­dungs­pro­gramm, Vor­aus­set­zun­gen der Betriebs­er­laub­nis – zie­le bereits auf die Wer­te­ord­nung des Grund­ge­set­zes: »Der gesetz­li­che, recht­li­che Rah­men ist ja da. Es muss aber gelebt wer­den – mit der not­wen­di­gen Sen­si­bi­li­tät.«

Die Publi­kums­dis­kus­si­on: Was Ver­wal­tung braucht

In der anschlie­ßen­den Fra­ge­run­de mit dem Publi­kum blieb Liecke gefor­dert. Auf die Fra­ge, ob eine Senats­ver­wal­tung ihre Ent­schei­dun­gen über­haupt von inves­ti­ga­tiv-jour­na­lis­ti­schem Mate­ri­al beein­flus­sen las­sen dür­fe, ant­wor­te­te er unum­wun­den: »Sol­che Unter­la­gen sind natür­lich hilf­reich und waren für mich auch aus­schlag­ge­bend.« Vie­les sei ohne­hin öffent­lich nach­re­cher­chier­bar; ent­schei­dend blei­be, dass die Ver­wal­tung ihre Ent­schei­dun­gen »nach­voll­zieh­bar« und gerichts­fest tref­fe.

Liecke ging noch wei­ter: »Ich glau­be, wir müs­sen uns auch in der Ber­li­ner Ver­wal­tung […] Exper­ti­se ein­kau­fen« – in Form von Exper­tin­nen und Exper­ten, die außer­halb des Ver­fas­sungs­schut­zes den Umgang mit dem Phä­no­men des Poli­ti­schen Islam in die Ver­wal­tung tra­gen, wo es bis­lang »gar nicht so ver­an­kert« sei. Bei der För­de­rung im Bereich Demo­kra­tie- und poli­ti­scher Bil­dung sei über Jah­re »ein ziem­li­cher Wild­wuchs ent­stan­den in Ber­lin […], auch mit wirk­lich äußerst frag­wür­di­gen und schwie­ri­gen Trä­gern, Struk­tu­ren und Per­so­nen. Und das muss hin­ter­fragt wer­den dür­fen.« Ein ers­ter Anlauf für eine ent­spre­chen­de Prüf­struk­tur sei geschei­tert – »das muss man ja auch mal ein­räu­men« –, doch er gebe sich damit nicht zufrie­den; an der Umset­zung mit dem Koali­ti­ons­part­ner habe man sich aller­dings »echt auch viel Zäh­ne aus­ge­bis­sen«.

Eine Besu­che­rin aus Ham­burg mach­te deut­lich, dass das Pro­blem kein Ber­li­ner Son­der­fall ist: Dort habe man über zehn Jah­re vor dem IZH gestan­den, doch »weder der Senat noch die Bür­ger­schaft woll­ten irgend­et­was davon hören« – und eine Moschee, in deren Umfeld sich nach ihren Wor­ten sämt­li­che Ham­bur­ger IS-Rück­keh­rer radi­ka­li­siert hät­ten, sit­ze bis heu­te im Trä­ger­kreis des Staats­ver­trags.

Katar: »Eine ech­te Macht. Mehr als Soft Power«

Gefragt nach der Rol­le Katars – Stich­wort: die Abwer­bung ehe­ma­li­ger Amts- und Man­dats­trä­ger – berich­te­te Ada­mek von einer Under­co­ver-Recher­che in Doha. Pro­mi­nen­te deut­sche Namen sei­en dort gern gese­he­ne Gäs­te; wer sich hin­ge­gen kri­tisch äußer­te, wie einst der ein­zi­ge Kri­ti­ker der WM-Ver­ga­be im DFB, sei mit Mit­teln der Pri­va­te Intel­li­gence bekämpft wor­den. Ada­meks Ein­schät­zung: »Katar ist eine Macht, eine ech­te Macht. Mehr als Soft Power.« Und mit Blick auf die fort­ge­setz­te Unter­stüt­zung der Hamas: »Kur­ze Zeit sind sie unse­re Freun­de und dann sind sie jetzt wie­der die Fein­de – und ich hal­te sie halt für Fein­de. Ganz klar.«

Kopf­tuch­ver­bot und das Ber­li­ner Neu­tra­li­täts­ge­setz

Brei­ten Raum nahm die Debat­te um das Kopf­tuch­ver­bot und das Ber­li­ner Neu­tra­li­täts­ge­setz ein. Auf den Ein­wand aus dem Publi­kum, das »Kopf­tuch­ur­teil« des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts habe die Fra­ge doch höchst­rich­ter­lich ent­schie­den, lie­fer­te Sey­ran Ateş eine juris­ti­sche Klar­stel­lung. Die zwei­te Kopf­tuch­ent­schei­dung habe sich auf Nord­rhein-West­fa­len bezo­gen, wo es allein um das Kopf­tuch ging. Das Ber­li­ner Neu­tra­li­täts­ge­setz hin­ge­gen erfas­se »alle reli­giö­sen Sym­bo­le und Welt­an­schau­ungs­sym­bo­le«. Wer behaup­te, es sei ver­fas­sungs­wid­rig, lie­ge »juris­tisch ein­fach falsch«: Das Bun­des­ar­beits­ge­richt habe ledig­lich die feh­len­de Kohä­renz bean­stan­det – die Aus­nah­men für Erzie­he­rin­nen und wei­ter­füh­ren­de Schu­len. »Ihr müsst das kon­se­quent durch­füh­ren. Dann ist euer Neu­tra­li­täts­ge­setz ver­fas­sungs­ge­mäß.« Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sei das Ber­li­ner Gesetz nie gelan­det; es sei eine »poli­ti­sche Ent­schei­dung«, für das Neu­tra­li­täts­ge­setz wei­ter­zu­kämp­fen – die die aktu­el­le Koali­ti­on gera­de nicht tref­fe.

Ada­mek pflich­te­te bei – und dehn­te den Grund­satz kon­se­quent auf alle Reli­gio­nen aus. Er habe dar­über »auch lus­ti­ge Debat­ten mit CSU-Leu­ten in Bay­ern geführt«: »Dann müsst ihr auch die Kreu­ze abneh­men im Klas­sen­zim­mer. […] Neu­tra­li­tät heißt Neu­tra­li­tät. Das gilt dann für alle.«

Zum Abschluss zeig­te sich die Run­de ver­hal­ten zuver­sicht­lich. Bei der Kon­trol­le von Finanz­strö­men und För­der­struk­tu­ren gebe es, so Ada­mek, »heu­te, wie man so schön sagt, kein Erkennt­nis­pro­blem mehr«; alle woll­ten das The­ma inzwi­schen ange­hen, auch bun­des­weit: »Und ich bin gespannt dar­auf, wie schnell das geht, weil es ist drin­gend gebo­ten.« Ent­schei­den wird sich das frei­lich nicht auf Podi­en, son­dern im Ver­wal­tungs­all­tag – dort, wo Betriebs­er­laub­nis­se erteilt, För­der­mit­tel bewil­ligt und unbe­que­me Nach­fra­gen gestellt wer­den. Fal­ko Liecke brach­te es auf die For­mel des Abends: Kin­der­ta­ges­för­de­rungs­ge­setz, Bil­dungs­pro­gramm und die Vor­aus­set­zun­gen der Betriebs­er­laub­nis ziel­ten längst auf die Wer­te­ord­nung des Grund­ge­set­zes. »Der gesetz­li­che, recht­li­che Rah­men ist ja da. Es muss aber gelebt wer­den – mit der not­wen­di­gen Sen­si­bi­li­tät.«

Am Ran­de der Ver­an­stal­tung: Fal­ko Liecke (CDU), Staats­se­kre­tär für Jugend und Fami­lie in der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie Ber­lin (links), im Gespräch mit Micha­el Ham­mer­ba­cher, Geschäfts­füh­rer von DEVI – Ver­ein für Demo­kra­tie und Viel­falt in Schu­le und beruf­li­cher Bil­dung e. V. Ham­mer­ba­cher prä­sen­tiert die Vor­ab­ver­si­on des DEVI-Leit­fa­dens für Lehr­kräf­te »Isla­mis­mus. Strö­mun­gen, Orga­ni­sa­tio­nen, Sym­bo­le« (Foto: AK Polis. Frei zur redak­tio­nel­len Ver­wen­dung)


Die in die­sem Arti­kel ver­wen­de­ten Namen, Daten, Orga­ni­sa­ti­ons- und Doku­men­ten­an­ga­ben wur­den mit der Mit­schrift und den Anga­ben dem Buch abge­gli­chen: Sascha Ada­mek: »Unter­wan­de­rung. Der Poli­ti­sche Islam wei­ter auf dem Vor­marsch«. Mün­chen (Lan­gen Mül­ler), 2026, ISBN 978–3‑7844–3763‑7.

Der Fall BNIG ist dort im Kapi­tel »Dschi­had um die Köp­fe. Wie der Poli­ti­sche Islam mit Steu­er­mil­lio­nen Kitas und Schu­len infil­triert« (S. 64 ff.) doku­men­tiert. Wer­tun­gen und Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen geben die Aus­sa­gen der jeweils zitier­ten Per­so­nen bzw. die Recher­che­er­geb­nis­se des Buches wie­der
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