DW über Work­shop in der Ibn-Rushd-Goe­the-Moschee: »Deut­sche Islam­po­li­tik auf dem Prüf­stand«

Christoph Strack berichtet für die Deutsche Welle (DW) über den Workshop, den der Arbeitskreis Politischer Islam (AK Polis), das Mernissi-de Gouges Bildungs- und Sozialwerk und die Ibn Rushd-Goethe Moschee am 9. Juli 2025 in Berlin ausgerichtet haben.
Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär bei dem Bundesminister des Innern (BMI)

In dem Arti­kel heißt es:

»Ich tei­le die Fest­stel­lung, dass die Islam-Poli­tik der letz­ten 20 Jah­re geschei­tert ist und wir drin­gend den Hebel umstel­len müs­sen.« Mit einem Satz räumt Chris­toph de Vries, CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter und Staats­se­kre­tär beim Bun­des­in­nen­mi­nis­ter, zwei Jahr­zehn­te der Deut­schen Islam Kon­fe­renz (DIK) ab.

Zu de Vries’ Fach­ge­biet gehört die Extre­mis­mus­be­kämp­fung. Gut 60 Tage nach der Regie­rungs­bil­dung kam er zu einem Work­shop des »Arbeits­kreis Poli­ti­scher Islam« (Polis) mit dem The­ma »Bekämp­fung des poli­ti­schen Islam«. Der Ende 2024 gegrün­de­te Arbeits­kreis ver­steht sich als »par­tei­über­grei­fen­des und welt­an­schau­lich plu­ra­les Netz­werk« und will über die »Bedro­hun­gen durch den ›Poli­ti­schen Islam‹ auf­klä­ren«.

Da geht es um Ein­fluss auf das gesell­schaft­li­che Leben, Hass auf Schwu­le, Druck auf Frau­en, um Anti­se­mi­tis­mus, auch um isla­mis­ti­sche Atta­cken bis hin zu Ter­ror. Betei­ligt waren unter ande­ren die Initia­to­rin der libe­ra­len Ibn-Rushd-Goe­the-Moschee, Sey­ran Ates, und der Zen­tral­rat der Kon­fes­si­ons­frei­en.

Er habe, sag­te de Vries zu Beginn, einen »klei­nen Moment« gezö­gert, ob er der Ein­la­dung fol­gen sol­le – »weil Sie wahn­sin­nig schnell sind«. Der Arbeits­kreis hat­te im Janu­ar deut­li­che Erwar­tun­gen an eine künf­ti­ge Bun­des­re­gie­rung vor­ge­legt – und drängt jetzt auf Tem­po. […]

Laut DW mach­te Chris­toph de Vries deut­lich, dass es kei­ne Fort­füh­rung der Deut­schen Islam Kon­fe­renz (DIK) in bis­he­ri­ger Form geben wer­de. Zwar stimm­te er nicht aus­drück­lich der For­de­rung nach einem Ende der DIK zu, doch beton­te er, der Staat brau­che »kein For­mat, um mit Ver­bän­den im Gespräch zu blei­ben«. Kon­kret stell­te er klar, dass es »kei­ne Zusam­men­ar­beit geben« kön­ne mit Ver­ei­nen und Ver­bän­den, »die aus dem Aus­land gesteu­ert und finan­ziert wer­den« oder die von den Ver­fas­sungs­schutz­äm­tern beob­ach­tet wür­den. Statt­des­sen wün­sche er sich »eine ande­re Reprä­sen­tanz der Mus­li­me in Deutsch­land« und eine »Zusam­men­ar­beit auf Augen­hö­he«, bei der auch Pro­ble­me wie der ver­brei­te­te Anti­se­mi­tis­mus offen ange­spro­chen wer­den könn­ten. Für ihn sei der Arbeits­kreis Poli­ti­scher Islam ein »Leucht­turm« für die künf­ti­ge Zusam­men­ar­beit.

Das Schluss­wort hat­te Lala Süss­kind, frü­he­re Vor­sit­zen­de der Jüdi­schen Gemein­de zu Ber­lin, die an den Staats­se­kre­tär gerich­tet, sag­te, dass die Bun­des­re­gie­rung »lei­der Got­tes – Sie inklu­si­ve – die Augen ver­schlos­sen« habe vor dem Poli­ti­schen Islam.

Wei­ter­le­sen: Arti­kel vom 10. Juli 2025 auf dw.com (archi­viert)

Chris­toph de Vries, Par­la­men­ta­ri­scher Staats­se­kre­tär bei dem Bun­des­mi­nis­ter des Innern (BMI); Lala Süss­kind, Jüdi­sche Gemein­de zu Ber­lin; Sey­ran Ateş, Geschäfts­füh­re­rin, Mer­nis­si-de Gou­ges Bil­dungs­werk / Grün­de­rin, Ibn-Rushd-Goe­the-Moschee und Phil­ipp Möl­ler, Vor­sit­zen­der des Zen­tral­ra­tes der Kon­fes­si­ons­frei­en am 9. Juli 2025 (Bild: AK Polis)