
In dem Artikel heißt es:
»Ich teile die Feststellung, dass die Islam-Politik der letzten 20 Jahre gescheitert ist und wir dringend den Hebel umstellen müssen.« Mit einem Satz räumt Christoph de Vries, CDU-Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär beim Bundesinnenminister, zwei Jahrzehnte der Deutschen Islam Konferenz (DIK) ab.
Zu de Vries’ Fachgebiet gehört die Extremismusbekämpfung. Gut 60 Tage nach der Regierungsbildung kam er zu einem Workshop des »Arbeitskreis Politischer Islam« (Polis) mit dem Thema »Bekämpfung des politischen Islam«. Der Ende 2024 gegründete Arbeitskreis versteht sich als »parteiübergreifendes und weltanschaulich plurales Netzwerk« und will über die »Bedrohungen durch den ›Politischen Islam‹ aufklären«.
Da geht es um Einfluss auf das gesellschaftliche Leben, Hass auf Schwule, Druck auf Frauen, um Antisemitismus, auch um islamistische Attacken bis hin zu Terror. Beteiligt waren unter anderen die Initiatorin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, Seyran Ates, und der Zentralrat der Konfessionsfreien.
Er habe, sagte de Vries zu Beginn, einen »kleinen Moment« gezögert, ob er der Einladung folgen solle – »weil Sie wahnsinnig schnell sind«. Der Arbeitskreis hatte im Januar deutliche Erwartungen an eine künftige Bundesregierung vorgelegt – und drängt jetzt auf Tempo. […]
Laut DW machte Christoph de Vries deutlich, dass es keine Fortführung der Deutschen Islam Konferenz (DIK) in bisheriger Form geben werde. Zwar stimmte er nicht ausdrücklich der Forderung nach einem Ende der DIK zu, doch betonte er, der Staat brauche »kein Format, um mit Verbänden im Gespräch zu bleiben«. Konkret stellte er klar, dass es »keine Zusammenarbeit geben« könne mit Vereinen und Verbänden, »die aus dem Ausland gesteuert und finanziert werden« oder die von den Verfassungsschutzämtern beobachtet würden. Stattdessen wünsche er sich »eine andere Repräsentanz der Muslime in Deutschland« und eine »Zusammenarbeit auf Augenhöhe«, bei der auch Probleme wie der verbreitete Antisemitismus offen angesprochen werden könnten. Für ihn sei der Arbeitskreis Politischer Islam ein »Leuchtturm« für die künftige Zusammenarbeit.
Das Schlusswort hatte Lala Süsskind, frühere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, die an den Staatssekretär gerichtet, sagte, dass die Bundesregierung »leider Gottes – Sie inklusive – die Augen verschlossen« habe vor dem Politischen Islam.
Weiterlesen: Artikel vom 10. Juli 2025 auf dw.com (archiviert)

