»Isla­mis­ten ken­nen kei­ne Diver­si­ty« – Inter­view mit Flo­rence Ber­geaud-Black­ler in der Augs­bur­ger All­ge­mei­nen

Am Rande der AK-Polis-Veranstaltung im Willy-Brandt-Haus am 12. September 2025 sprach die französische Islamismusexpertin Florence Bergeaud-Blackler mit der Augsburger Allgemeinen (Stefanie Schoene) über Muslimbruderschaft-Netzwerke in Themen wie Inklusion, Antirassismus und Islamfeindlichkeit.

Fra­ge: Die Mus­lim­bru­der­schaft hat seit den 1960er-Jah­ren, aus­ge­hend von Mün­chen, auch in Deutsch­land ihre Zel­te auf­ge­schla­gen. Seit lan­gem schon ist sie ein Beob­ach­tungs­ob­jekt des Ver­fas­sungs­schut­zes, der ihre Moscheen und Insti­tu­te dem nicht-gewalt­tä­ti­gen, poli­tisch-reli­giö­sen Extre­mis­mus zuord­net. Was ist ihr Ziel?

Flo­rence Ber­geaud-Black­ler: Der Frè­ris­mus, wie ich die Mus­lim­bru­der­schaft nen­ne, ist die Ideo­lo­gie, die die Mus­lim­brü­der vor hun­dert Jah­ren zunächst in Ägyp­ten, dann in der mus­li­mi­schen Sphä­re und schließ­lich im Wes­ten ent­wi­ckelt haben. Er ist dabei, aktiv die demo­kra­ti­schen Gesell­schaf­ten im Sin­ne eines fun­da­men­ta­lis­ti­schen Islam umzu­bau­en.

Eine gut gebil­de­te mus­li­mi­sche Eli­te arbei­tet mit den – teils unwis­sen­den – Eli­ten Euro­pas dar­an, ein isla­mi­sches Gesell­schafts­sys­tem auf­zu­bau­en. Ein moder­nes Kali­fat, eine lang­sa­me kul­tu­rel­le Trans­for­ma­ti­on. Es ist ein Eli­te­pro­jekt.

Die Men­schen auf den Stra­ßen Euro­pas spü­ren die­sen Wan­del, wenn sie dar­über spre­chen, gel­ten sie jedoch als Ras­sis­ten und Islam­fein­de. Wenn der Frè­ris­mus wei­ter­wächst, dann liegt das dar­an, dass er nicht wei­ter unter­sucht wird. Und dar­an, dass Katar, die Tür­kei und die EU wei­ter­hin ihre Pro­jek­te finan­zie­ren. Sie sind es, die in den Ziel­ge­sell­schaf­ten isla­mis­ti­sche Räu­me öff­nen, hel­fen, die Land­schaft und die Spra­che im Sin­ne der Mus­lim­brü­der zu ver­än­dern, islam­kom­pa­ti­bel und schließ­lich islam­kon­form zu machen.

Kei­ne Orga­ni­sa­ti­on sagt von sich, sie gehö­re zur Mus­lim­bru­der­schaft. Wie erkennt man sie?

Flo­rence Ber­geaud-Black­ler: Es sind infor­mel­le Netz­wer­ke, die sich mit The­men wie Inklu­si­on, Anti­ras­sis­mus und Islam­feind­lich­keit befas­sen und per­so­nel­le Ver­flech­tun­gen mit den zen­tra­len Orga­ni­sa­tio­nen wie der Deut­schen Mus­li­mi­schen Gemein­schaft in Ber­lin oder dem Dach­ver­band Föde­ra­ti­on der isla­mi­schen Orga­ni­sa­tio­nen in Euro­pa auf­wei­sen. Ein weit­ge­spann­tes, inter­na­tio­na­les Netz aus Stif­tun­gen, Ver­ei­nen, Moscheen, Wohn­hei­men, EU-geför­der­ten Pro­jek­ten, ein­fluss­rei­chen Gelehr­ten, Tik­tok-Influen­cern und Fat­wa-Insti­tu­ten. […]

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