Auf seinen Kanälen wirbt das Forum of European Muslim Youth and Student Organisations (FEMYSO) mit dem Hinweis »Co-funded by the European Union«, auf Nachfrage erklärt es, keine direkte EU-Förderung zu erhalten. Beides trifft zu, denn das Geld kommt über Zwischenstationen. Die Europäische Kommission fördert über ihr Programm DEAR ein Projektbündnis namens TACKLE. Verwaltet wird es von der Brüsseler NGO Avocats Sans Frontières, die die Mittel in Tranchen von 45.000 bis 60.000 Euro an ausgewählte Projekte weiterreicht. Eines dieser Projekte ist FEMYSOs EmpowerAction, zu dem auch die Aktivität »Unite & Act« gehört. Wer im Finanztransparenzsystem der Kommission nach FEMYSO sucht, findet deshalb nichts: Vertragspartnerin der EU ist die zwischengeschaltete Organisation. Wie viel Geld bei FEMYSO ankommt, ist unveröffentlicht.
Warum das problematisch ist, ergibt sich aus amtlichen Bewertungen. Ein Bericht des französischen Innenministeriums von 2025 stuft FEMYSO als Jugendzweig des europäischen Dachverbands der Muslimbruderschaft und als Kaderschmiede der Bewegung ein. Deutsche Verfassungsschutzberichte dokumentieren dieselbe Zuordnung seit über zwanzig Jahren; der aktuelle Brandenburger Verfassungsschutzbericht hält fest, dass FEMYSO in unmittelbarer Nähe zu den EU-Institutionen künftige Generationen von Muslimbrüdern ausbildet und vernetzt, auf EU-Gremien einwirkt und von EU-Geldern profitieren kann. Das interne Vorbereitungspapier der Konferenz bestätigt den politischen Anspruch aus erster Hand, mit dem erklärten Ziel, Ideen in »political demands and action« zu überführen.
Zeitgleich steht ein Ausschluss im Raum. Laut übereinstimmenden Berichten hat das Präsidium des Europäischen Parlaments FEMYSO am 7. Juli 2026 von seinen Aktivitäten ausgeschlossen. FEMYSO bestreitet das, organisiert aber in einem internen Vorbereitungspapier die Akkreditierung der Konferenzteilnehmer für das Parlament. Der Beitrag schlägt deshalb sieben Schritte vor: Das Parlament soll seinen Beschluss offenlegen, die Kommission die gesamte Förderkette veröffentlichen, Paris und Berlin sollen den Fall in den Rat tragen. Die offenen Fragen, welche Mittel, über welche Stelle, nach welcher Prüfung, sind als einreichungsfertiger Fragenkatalog an Kommission und Parlament formuliert.
Die Belege werden in vier Anhängen veröffentlicht: Annex I zeichnet das Profil der Organisation nach, von der Gründung 1996 auf Initiative des bruderschaftsnahen Dachverbands FIOE über die Führungsgenealogie bis zur Funktion als Kaderschmiede. Annex II dokumentiert zwei Jahrzehnte Verfassungsschutzberichterstattung, vom Baden-Württemberger Bericht 2006 bis zum aktuellen Brandenburger Bericht. Annex III listet die Förderhistorie mit Beträgen und Fundstellen auf und benennt die offenen Fragen. Annex IV versammelt die Beweisstücke im Original: den FEMYSO-Post mit EU-Flagge, FEMYSOs Stellungnahmen, die ergebnislose Abfrage im Finanztransparenzsystem, Folien aus dem internen Vorbereitungspapier und ein Schaubild der Finanzierungskette. Der Beitrag erscheint als CERIF-Contribution No. 2026/30 auf Englisch und Französisch.
AK Polis / CERIF (20. September 2026): The Muslim Brotherhood youth network FEMYSO and its »European Action Day Against Islamophobia«. For an end to the funding of Brotherist networks. CERIF Contribution No. 2026/30. Online verfügbar unter: LINK (PDF)
Ce 21 septembre, le FEMYSO organise sa « Journée d’action européenne contre l’islamophobie » au Parlement européen, à Bruxelles.
— CERIF — Centre de Recherche sur le Frérisme (@CERIFrerisme) September 21, 2026
Dans une note conjointe, le @CERIFrerisme et @AK_Polis rappellent que des rapports officiels français et allemands situent cette organisation de… pic.twitter.com/bbT4X8c5nU