»Islamismus bleibt ein Thema von Kontinuität und hoher Aktualität. Fanatismus, Menschenverachtung und der gezielte Missbrauch junger Menschen durch islamistische Ideologien sind eine reale Gefahr, nicht nur in fernen Konfliktregionen, sondern mitten in unserer Gesellschaft«, so Ebling. Dabei entstehe eine »gefährliche Parallelwelt«, Islamisten versuchen gezielt, junge Menschen zu beeinflussen, indem sie soziale Medien und jugendgerechte Kommunikationsformen nutzen. In Rheinland-Pfalz geraten laut Ebling immer wieder auch Minderjährige in den Fokus der Sicherheitsbehörden, die sich über das Internet radikalisiert haben. Das zeige, dass »wir dort ansetzen müssen, wo Radikalisierung entsteht, in Köpfen, Netzwerken und digitalen Räumen«.
Torsten Voß, Leiter des Hamburger Verfassungsschutzes, betonte: »Der Islamismus in Deutschland hat sich seit 9/11 immer wieder gewandelt.« Die größte Gefahr gehe heute von jihadistisch inspirierten Einzeltätern aus. Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 habe laut Voß neue Dynamiken ausgelöst. An Protesten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt beteiligten sich Akteure aus unterschiedlichen extremistischen Bereichen, von Islamisten bis zu türkischen Rechtsextremisten.
Die Journalistin Lena Kampf, stellvertretende Ressortleiterin Investigative Recherche der Süddeutsche Zeitung, sprach von einer »extrem schnellen Radikalisierung sehr junger Menschen über Social Media«.
Guido Steinberg, Islamwissenschaftler der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), berichtete über den internationalen islamistischen Terrorismus. Er warnte vor den Bestrebungen des afghanischen Ablegers der Terrororganisation Islamischer Staat »Islamischer Staat – Provinz Khorasan« (ISPK), der wiederholt Anschläge in Europa geplant habe.
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