Kritik aus dem AK Polis – Arbeitskreis Politischer Islam
Lale Akgün, ehem. islampolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion und Mitgründerin des AK Polis, ist als Kölnerin ein großer Fan von Lukas Podolski. Sie kommentierte: »Er ist ein so netter Kerl, ein echter Sympathieträger und ein Vorbild für unsere Kinder. Umso bedauerlicher ist, dass seine Popularität hier missbraucht wird.«
Akgün bezeichnete die Entwicklung im Bereich der Halal-Zertifizierung als »Riesengeschäftemacherei«, die religiösen Druck innerhalb türkisch- und arabischstämmiger Communities verstärke. »Zertifikate durch Islamisten? Das geht gar nicht«, sagte sie.
Nachfrage von FOCUS online
Der Investigativjournalist Sascha Adamek von FOCUS online kontaktierte das Unternehmen von Lukas Podolski im März 2026 und legte dort den Befund vor. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob durch die Zertifizierung möglicherweise indirekt eine islamistische Organisation finanziell unterstützt werde und ob die Zertifizierung durch das EHZ in allen Filialen genutzt werde. Podolski ist über seine Holding zu 50 Prozent Anteilseigner des Unternehmens, jedoch nicht Geschäftsführer.
Das Unternehmen antwortete laut FOCUS online am 27. März über ein PR-Büro: »Mangal Döner schlachtet nicht selbst, sondern bezieht seine Dönerspieße über externe Lieferanten. Mangal Döner beauftragt keine Zertifizierungsstellen und macht seinen Lieferanten hierzu keine Vorgaben. Eine mögliche Halal-Zertifizierung der Produkte liegt daher in der Verantwortung der jeweiligen Lieferanten.«
Weiter hieß es: »Wir nehmen entsprechende Hinweise ernst und prüfen den Sachverhalt.«
FOCUS online hakte daraufhin am 14. April erneut nach und fragte nach dem Ergebnis der angekündigten Prüfung sowie möglichen Konsequenzen. Eine weitere Antwort erhielt das Medium nach eigener Darstellung nicht und veröffentlichte diesen Sachverhalt am 2. Mai in dem Artikel »Halal-Auszeichnung für Imbisse: ›Zertifikat durch Islamisten‹ – Kritik an Podolski-Dönerkette«.
Fleischzertifizierung bei Mangal-Dönerkette von Lukas Podolski durch »größte islamistische Organisation« Deutschlands
— AK Polis | Arbeitskreis Politischer Islam (@AK_Polis) May 2, 2026
Die Kölner SPD-Politikerin und Mitglied im Arbeitskreis Politischer Islam, Lale Akgün, ist ein großer Fan von Lukas Podolski: »Er ist ein so netter Kerl, ein…
Ausweitung der Debatte
Der Vorgang wurde auch international aufgegriffen. In Polen berichtete unter anderem Przegląd Sportowy, die älteste Sporttageszeitung des Landes, über die Debatte um die Halal-Zertifizierung durch ein Unternehmen in Trägerschaft der IGMG. In polnischen Social Media Accounts gab es breite Reaktionen – auch im Zusammenhang damit, dass Podolski mit seinem Club Górnik Zabrze den polnischen Fußballpokal am 2. Mai gewann. Die Frage nach wirtschaftlichen Beziehungen zu Organisationen aus dem Umfeld des Islamismus lasse sich, so der Tenor, nicht länger ignorieren.
Gegenüber dem »Kölner Stadt-Anzeiger« wiederholte Podolskis Unternehmen am 5. Mai, man sei als Franchisegeber nicht in die Vergabe von Halal-Siegeln eingebunden, nehme die Hinweise jedoch ernst. Die Zeitung wies zudem auf Recherchen des Bayerischen Rundfunks hin, die zeigen, dass nicht nur beim EHZ Verbindungen in islamistische Milieus bestehen: Auch das Islamische Zentrum München (IZM), das ebenfalls Zertifikate ausstellt, wird vom bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz als »extremistisches Beobachtungsobjekt« eingestuft.
Reaktion nach MOPO-Bericht
Am 12. Mai berichtete die »Hamburger Morgenpost« über eine konkretere Reaktion des Unternehmens auf ihre Anfrage. Gegenüber der Zeitung erklärte es, man habe von der Verbindung der Zertifizierungsstelle zu islamistischen Kreisen nichts gewusst. Das Unternehmen kündigte an:
»Die Einschätzung des Verfassungsschutzes hinsichtlich des Trägers der Zertifizierungsstelle nehmen wir sehr ernst. Vor diesem Hintergrund haben wir die Vorwürfe umgehend gemeinsam mit unseren Partnern – unter anderem mit dem Verein der türkischen Dönerhersteller in Europa – aufgegriffen, um eine umfassende und fundierte Prüfung sicherzustellen.«
Zugleich erklärte das Unternehmen:
»Als ersten Schritt haben wir unsere Franchisenehmer angewiesen, Zertifikate von der in Verdacht stehenden Organisation mit sofortiger Wirkung nicht weiter zu verwenden und aus den Restaurants zu entfernen.«
Medienberichterstattung – aktuell
- FOCUS online (02.05.2026): Zertifikat durch Islamisten: Kritik an Podolski-Dönerkette – Fußball-Weltmeister hat in Deutschland mehr als 50 Filialen. Online verfügbar unter: LINK (archiviert)
- Przegląd Sportowy Onet (03.05.2026): Niemcy grzmią w sprawie powiązań Lukasa Podolskiego. Certyfikat islamistów. Online verfügbar unter: LINK (archiviert)
- MSN Polska (03.05.2026): Niemcy grzmią w sprawie powiązań Lukasa Podolskiego. Certyfikat islamistów. Online verfügbar unter: LINK (archiviert)
- Kölner Stadt-Anzeiger (05.05.2026): Podolskis Kette: Umstrittenes Halal-Label in Kölner Mangal-Filialen. Online verfügbar unter: LINK (archiviert)
- Kölnische Rundschau (05.05.2026): Podolskis Kette: Umstrittenes Halal-Label in Kölner Mangal-Filialen. Online verfügbar unter: LINK (archiviert)
- EXPRESS (05.05.2026): Wirbel um Poldis Döner-Kette: Siegel in Kölner Filialen sorgt für Zoff. Online verfügbar unter: LINK (archiviert)
- WELT TV (06.05.2026): Mangal: Podolskis Dönerkette wirbt mit umstrittenem Halal-Label. Online verfügbar unter: LINK (archiviert)
- Hamburger Morgenpost (12.05.2026): Podolski-Döner: Ärger um Halal-Zertifikate. Online verfügbar unter: LINK (archiviert)
- Hamburger Abendblatt (13.05.2026): Ärger um Poldi-Döner: Zertifikate stammen von islamistischer Organisation. Online verfügbar unter: LINK (archiviert)