»Wir brau­chen den Bund-Län­der-Akti­ons­plan gegen den Poli­ti­schen Islam.« – Sey­ran Ateş in der Her­der Kor­re­spon­denz

In der Oktober-Ausgabe der Herder Korrespondenz (10/2025) fordert Seyran Ateş einen entschlossenen Kurswechsel in der deutschen Politik. Ein Wendepunkt sei nur möglich, wenn gesellschaftspolitische, präventive und repressive Maßnahmen wirksam werden.
Seyran Ateş am 9. Juli 2025 auf dem Workshop zum Bund-Länder-Aktionsplan gegen den Politischen Islam in der Ibn-Rushd-Goethe -Moschee (Bild: AK Polis)

Sey­ran Ateş wählt einen per­sön­li­chen Ein­stieg in ihre Bedro­hungs­la­ge und in die ihrer Ibn-Rushd-Goe­the-Moschee, um zu begrün­den, war­um es den im Koali­ti­ons­ver­trag der schwarz-roten Bun­des­re­gie­rung ange­kün­dig­ten Akti­ons­plan gegen den Poli­ti­schen Islam end­lich braucht:

»Die Poli­zei muss mich nicht vor urdeut­schen Rechts­extre­men beschüt­zen, son­dern vor Isla­mis­ten, rechts­extre­men Mus­li­men, die mit aller Macht ver­hin­dern wol­len, dass in unse­rer Moschee Frau­en und Män­ner, LGBTQ, Sun­ni­ten, Schii­ten, Ale­vi­ten und vie­le mehr gemein­sam beten.«

Ateş macht in ihrem Bei­trag deut­lich: Der Poli­ti­sche Islam bedroht Demo­kra­tie, Sicher­heit und indi­vi­du­el­le Frei­heit in Deutsch­land. Sie kri­ti­siert die Deut­sche Islam­kon­fe­renz (DIK) als »fata­len Irr­weg«, der Inte­gra­ti­on nicht geför­dert, son­dern behin­dert habe. Die DIK habe nicht die Viel­falt mus­li­mi­schen Lebens sicht­bar gemacht, son­dern die tat­säch­li­che Viel­falt der isla­mi­schen Welt aus­ge­schlos­sen. Sie habe dubio­se Islam­ver­bands­ver­tre­ter eben­so legi­ti­miert wie den ver­fas­sungs­feind­li­chen Poli­ti­schen Islam und Inte­gra­ti­on auf eine reli­gi­ös-kol­lek­ti­vis­ti­sche Grup­pen­iden­ti­tät ver­engt. Wenn eine Auf­lö­sung aus poli­ti­schen Grün­den nicht mög­lich sei, sol­le die DIK zu einer »Deut­schen Isla­mis­mus-Kon­fe­renz« wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den – »zu einem Forum, das sich offen, kri­tisch und wis­sen­schaft­lich fun­diert mit dem lega­lis­ti­schen und mili­tan­ten Isla­mis­mus befasst«.

Drei zen­tra­le Hand­lungs­fel­der einer Neu­aus­rich­tung der deut­schen Poli­tik hebt sie her­vor:

»Gesell­schafts­po­li­tik muss Inte­gra­ti­on als Eman­zi­pa­ti­on vom patri­ar­cha­len, bevor­mun­den­den Islam begrei­fen: glei­che Rech­te und Teil­ha­be für alle statt staat­li­cher För­de­rung reli­gi­ös-natio­na­ler Grup­pen­iden­ti­tä­ten! Gera­de an Schu­len in migran­tisch gepräg­ten Gegen­den braucht es statt der Spal­tung durch den kon­fes­sio­nell getrenn­ten Islam­un­ter­richt ein gemein­sa­mes Schul­fach für alle Kin­der. Schwulen‑, Juden- und Frau­en­hass, Zwangs­hei­rat, Ehren­mor­de und reli­giö­se Aus­nah­men im Schul­un­ter­richt dür­fen nicht län­ger ver­harm­lost oder gar igno­riert wer­den. Wer isla­mis­mus­freie Schu­len will, braucht bekennt­nis­freie Schu­len, die sich der All­ge­mein­bil­dung und Uni­ver­sa­li­tät ver­schrei­ben.

Prä­ven­tiv gilt es, Radi­ka­li­sie­rung im Kern zu ver­hin­dern. Bis­he­ri­ge Isla­mis­mus­prä­ven­ti­on blen­det den struk­tu­rel­len Isla­mis­mus, der alle Tei­le isla­mis­ti­scher Gesell­schaf­ten betrifft, weit­ge­hend aus. Zudem wird die Erfor­schung des Poli­ti­schen Islams an deut­schen Uni­ver­si­tä­ten sträf­lich ver­nach­läs­sigt. Isla­mis­ti­scher Anti­se­mi­tis­mus muss klar benannt und hart bekämpft wer­den; wer die­sen Anspruch nicht zwei­fels­frei teilt, darf kein Part­ner des Staa­tes blei­ben!

Repres­siv muss der Staat die frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung mit aller Här­te schüt­zen. Dazu gehört das Ver­bot isla­mis­ti­scher Orga­ni­sa­tio­nen eben­so wie die Auf­lö­sung und Umwid­mung ihrer Zen­tren. Die im ver­gan­ge­nen Jahr ver­bo­te­ne Depen­dance des ira­ni­schen Mul­lah-Regimes in Ham­burg mit der ›Blau­en Moschee‹ darf nicht wie­der in isla­mis­ti­sche Hän­de gelan­gen. Nach dem öster­rei­chi­schen Vor­bild könn­te sie zum Sitz eines deut­schen ›Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum Poli­ti­scher Islam‹ wer­den. Isla­mis­ti­sche Taten müs­sen erfasst und ver­öf­fent­licht wer­den; libe­ra­le Mus­li­me, Ex-Mus­li­me und Isla­mis­mus­kri­ti­ker müs­sen sys­te­ma­tisch geschützt wer­den.«

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