In der Begründung der IG Meinungsfreiheit im Börsenverein des Deutschen Buchhandels heißt es:
»Yahya Ekhou steht für einen mutigen Einsatz für die Freiheit des Wortes. Sein Leben und Werk verkörpern die Werte und den Geist des Johann-Philipp-Palm-Preises für Meinungs- und Pressefreiheit.«
Zur Preisverleihung erklärte Ali Ertan Toprak, Ehrenpräsident des Bundesverbandes der Immigrantenverbände:
»Ich freue mich ganz besonders für meinen mutigen Freund Yahya Ekhou. Wir gehören beide zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreises Politischer Islam (AK Polis).«
Die Palm-Stiftung würdigt Yahya Ekhous Lebensweg und Wirken mit folgender Begründung:
»Yahya Ekhou steht für jene Menschen, die aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten, weil sie eine säkulare Lebensweise und das freie Denken verteidigen. Sein Wirken in Deutschland – als Stimme gegen religiös begründete Repression, gegen die Kriminalisierung von Apostasie und Blasphemie sowie für den Schutz säkularer und ex-muslimischer Geflüchteter – macht deutlich, dass die Auseinandersetzung mit politischem Islam keine abstrakte Frage ist, sondern den gesellschaftlichen Alltag in Deutschland unmittelbar berührt.
Der 1990 geborene mauretanische Autor und Jurist wuchs in einer sunnitisch-muslimisch geprägten Stammesgesellschaft auf. Als zukünftiger Stammesführer vorgesehen, durfte er zum Studium nach Ägypten – und erlebte dort eine intellektuelle Aufklärung. Ihm wurde gesagt, dass alle Nicht-Muslime böse Menschen seien. Und dann waren da plötzlich Menschen nett zu ihm, die gar keine Muslime waren, schildert Palm. Zurück in Mauretanien gründete Ekhou das Network of Liberals in Mauritania und setzte sich für säkulare Reformen und Religionsfreiheit ein. Er wurde verfolgt, inhaftiert, mit einer Fatwa belegt und seiner Staatsbürgerschaft beraubt. 2018 floh er nach Deutschland.
Auch hier blieb er nicht unbehelligt: In Asylunterkünften wurde er bedroht, weil er offen äußerte, nicht mehr zu glauben. Es gibt Sachverhalte, die man nicht frei sagen kann, auch wenn es rechtlich vorgesehen ist, so Palm. Heute ist Ekhou Vorsitzender der Säkularen Flüchtlingshilfe Deutschland und Gründungsmitglied des Arbeitskreises Politischer Islam. Als Autor – zuletzt Stimmen aus der Stille (akono Verlag, 2025) – macht er Islamisierungstendenzen und die Lage säkularer Geflüchteter sichtbar. Palm fasst es klar zusammen:
Zu einer freiheitlichen Demokratie gehört, dass ebenso die Freiheit, an nichts zu glauben, respektiert wird. Unser Grundgesetz steht über religiösen Gesetzen.
Beide Preisträger leben heute in Deutschland und wirken von hier aus als wichtige Stimmen in den Debatten ihrer Zeit. Die Palm-Stiftung ehrt mit dieser Auszeichnung ihre anhaltende Courage, die Freiheit des Wortes als universales Gut zu verteidigen – auch dann, wenn es gefährlich ist.«
Die Verleihung findet am 29. November 2026 in Schorndorf statt.
- Über den Palm-Preis (Wikipedia)
- Mitteilung der Palm-Stiftung vom 4. Mai 2026
