Herz­li­chen Glück­wunsch an unse­ren Mit­grün­der Yahya Ekhou zum Palm-Preis 2026!

Der 13. Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit geht in diesem Jahr an Yahya Ekhou aus Mauretanien und Natalja Kljutscharjowa aus Russland. Beide Preisträger erhalten jeweils 10.000 Euro Preisgeld. Die Auszeichnung würdigt das Engagement von Yahya Ekhou für Meinungsfreiheit, säkulare Reformen und den Schutz von Geflüchteten sowie seinen Beitrag zur öffentlichen Auseinandersetzung mit dem »Politischen Islam«.

In der Begrün­dung der IG Mei­nungs­frei­heit im Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels heißt es:

»Yahya Ekhou steht für einen muti­gen Ein­satz für die Frei­heit des Wor­tes. Sein Leben und Werk ver­kör­pern die Wer­te und den Geist des Johann-Phil­ipp-Palm-Prei­ses für Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit.«

Zur Preis­ver­lei­hung erklär­te Ali Ertan Toprak, Ehren­prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der Immi­gran­ten­ver­bän­de:

»Ich freue mich ganz beson­ders für mei­nen muti­gen Freund Yahya Ekhou. Wir gehö­ren bei­de zu den Grün­dungs­mit­glie­dern des Arbeits­krei­ses Poli­ti­scher Islam (AK Polis).«

Die Palm-Stif­tung wür­digt Yahya Ekhous Lebens­weg und Wir­ken mit fol­gen­der Begrün­dung:

»Yahya Ekhou steht für jene Men­schen, die aus ihren Her­kunfts­län­dern flie­hen muss­ten, weil sie eine säku­la­re Lebens­wei­se und das freie Den­ken ver­tei­di­gen. Sein Wir­ken in Deutsch­land – als Stim­me gegen reli­gi­ös begrün­de­te Repres­si­on, gegen die Kri­mi­na­li­sie­rung von Apo­sta­sie und Blas­phe­mie sowie für den Schutz säku­la­rer und ex-mus­li­mi­scher Geflüch­te­ter – macht deut­lich, dass die Aus­ein­an­der­set­zung mit poli­ti­schem Islam kei­ne abs­trak­te Fra­ge ist, son­dern den gesell­schaft­li­chen All­tag in Deutsch­land unmit­tel­bar berührt.

Der 1990 gebo­re­ne mau­re­ta­ni­sche Autor und Jurist wuchs in einer sun­ni­tisch-mus­li­misch gepräg­ten Stam­mes­ge­sell­schaft auf. Als zukünf­ti­ger Stam­mes­füh­rer vor­ge­se­hen, durf­te er zum Stu­di­um nach Ägyp­ten – und erleb­te dort eine intel­lek­tu­el­le Auf­klä­rung. Ihm wur­de gesagt, dass alle Nicht-Mus­li­me böse Men­schen sei­en. Und dann waren da plötz­lich Men­schen nett zu ihm, die gar kei­ne Mus­li­me waren, schil­dert Palm. Zurück in Mau­re­ta­ni­en grün­de­te Ekhou das Net­work of Libe­rals in Mau­ri­ta­nia und setz­te sich für säku­la­re Refor­men und Reli­gi­ons­frei­heit ein. Er wur­de ver­folgt, inhaf­tiert, mit einer Fat­wa belegt und sei­ner Staats­bür­ger­schaft beraubt. 2018 floh er nach Deutsch­land.

Auch hier blieb er nicht unbe­hel­ligt: In Asyl­un­ter­künf­ten wur­de er bedroht, weil er offen äußer­te, nicht mehr zu glau­ben. Es gibt Sach­ver­hal­te, die man nicht frei sagen kann, auch wenn es recht­lich vor­ge­se­hen ist, so Palm. Heu­te ist Ekhou Vor­sit­zen­der der Säku­la­ren Flücht­lings­hil­fe Deutsch­land und Grün­dungs­mit­glied des Arbeits­krei­ses Poli­ti­scher Islam. Als Autor – zuletzt Stim­men aus der Stil­le (ako­no Ver­lag, 2025) – macht er Isla­mi­sie­rungs­ten­den­zen und die Lage säku­la­rer Geflüch­te­ter sicht­bar. Palm fasst es klar zusam­men:

Zu einer frei­heit­li­chen Demo­kra­tie gehört, dass eben­so die Frei­heit, an nichts zu glau­ben, respek­tiert wird. Unser Grund­ge­setz steht über reli­giö­sen Geset­zen.

Bei­de Preis­trä­ger leben heu­te in Deutsch­land und wir­ken von hier aus als wich­ti­ge Stim­men in den Debat­ten ihrer Zeit. Die Palm-Stif­tung ehrt mit die­ser Aus­zeich­nung ihre anhal­ten­de Cou­ra­ge, die Frei­heit des Wor­tes als uni­ver­sa­les Gut zu ver­tei­di­gen – auch dann, wenn es gefähr­lich ist.«

Die Ver­lei­hung fin­det am 29. Novem­ber 2026 in Schorn­dorf statt.