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Irans Außen­mi­nis­ter und der »Poli­ti­sche Islam«: Araght­schis Dok­tor­ar­beit an der Uni­ver­si­ty of Kent (1996)

Die Dissertation des heutigen iranischen Außenministers Seyed Abbas Araghtschi bietet einen tiefen Einblick in sein ideologisches Verständnis des »Politischen Islam«. Der Politikwissenschaftler Arno Tausch zeigt, dass Araghtschi zentrale Denktraditionen islamistischer Bewegungen positiv deutet, göttliche Souveränität über Volkssouveränität stellt und die iranische Verfassungsordnung als theokratisches Modell affirmativ wertet. Zugleich wirft die Annahme dieser Arbeit an einer britischen Universität grundsätzliche Fragen an die Qualitätssicherung in der Politikwissenschaft und ihre normativen Maßstäbe auf. Der Beitrag widerspricht ausdrücklich jenen Deutungen, etwa aus der »Bundeszentrale für politische Bildung« (BPB), die den Begriff »Politischer Islam« als bloßen Kampfbegriff zurückweisen.
Seyed Abbas Araghtschi, Außenminister der Islamischen Republik Iran seit August 2024 (Foto: Khamenei.ir / CC BY 4.0)

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»Der Poli­ti­sche Islam … mit einer Mil­li­ar­de Anhän­gern welt­weit zur ein­fluss­reichs­ten und mäch­tigs­ten trans­na­tio­na­len Kraft ent­wi­ckelt«

Die 1996 an der Uni­ver­si­ty of Kent ange­nom­me­ne Dok­tor­ar­beit des heu­ti­gen ira­ni­schen Außen­mi­nis­ters Sej­jed Abbas Araght­schi1 trägt den Titel Die Ent­wick­lung des Kon­zepts poli­ti­scher Par­ti­zi­pa­ti­on im isla­mi­schen poli­ti­schen Den­ken des 20. Jahr­hun­derts.2 Sie ist öffent­lich zugäng­lich3 und einen genau­en Blick wert.

Schon der Aus­gangs­punkt der Dis­ser­ta­ti­on ist auf­schluss­reich hin­sicht­lich sei­ner Sicht­wei­se auf den »Poli­ti­schen Islam«. Araght­schi for­mu­liert im Abs­tract als zen­tra­le Fra­ge, wie poli­ti­sche Par­ti­zi­pa­ti­on als Aus­druck der Volks­sou­ve­rä­ni­tät in west­li­chen libe­ra­len Demo­kra­tien mit einer isla­mi­schen poli­ti­schen Theo­rie ver­ein­bar sein kön­ne, »in der die Sou­ve­rä­ni­tät unbe­streit­bar allein Gott zukommt«. Er erklärt, dass das isla­mi­sche poli­ti­sche Den­ken des 20. Jahr­hun­derts ver­sucht habe, »die abso­lu­te Sou­ve­rä­ni­tät und höchs­te Auto­ri­tät Got­tes auf das Volk aus­zu­deh­nen«, wäh­rend die eigent­li­che Grund­la­ge der Demo­kra­tie – der Libe­ra­lis­mus – zurück­ge­wie­sen wer­de.

Araght­schi bewer­tet den »Poli­ti­schen Islam« als, nach sei­nen Wor­ten, welt­weit ein­fluss­reichs­te und mäch­tigs­te trans­na­tio­na­le Kraft. Gleich zu Beginn schreibt er:

»Der Poli­ti­sche Islam, der in eine ent­schei­den­de Pha­se sei­ner Geschich­te ein­tritt, hat in den letz­ten Jahr­zehn­ten als The­ma von Kon­tro­ver­sen und Kon­flik­ten in der Welt­po­li­tik nach dem Zusam­men­bruch der Sowjet­uni­on und dem Nie­der­gang der kom­mu­nis­ti­schen und mar­xis­ti­schen Ideo­lo­gien brei­te Auf­merk­sam­keit auf sich gezo­gen. Der Islam hat sich mit einer Mil­li­ar­de Anhän­gern welt­weit zur ein­fluss­reichs­ten und mäch­tigs­ten trans­na­tio­na­len Kraft ent­wi­ckelt. Ange­sichts des bevor­ste­hen­den neu­en Jahr­tau­sends ist es wich­tig, dass das durch das Ende des Kal­ten Krie­ges ent­stan­de­ne Vaku­um nicht durch über­trie­be­ne Ängs­te vor dem Islam als neue Bedro­hung gefüllt wird, die an die Stel­le der roten Gefahr des Welt­kom­mu­nis­mus tritt, der mit der soge­nann­ten Neu­en Welt­ord­nung im Krieg steht und die glo­ba­le Sta­bi­li­tät gefähr­det.«

Got­tes­sou­ve­rä­ni­tät und poli­ti­sche Reli­gi­on

Deut­lich wird die ideo­lo­gi­sche Aus­rich­tung der Arbeit über­all dort, wo Araght­schi den Vor­rang gött­li­cher Sou­ve­rä­ni­tät nicht nur beschreibt, son­dern als unhin­ter­geh­ba­re Prä­mis­se behan­delt. Er schreibt, Gott sei »der Abso­lu­te und der Mensch das Rela­ti­ve«; die Fra­ge der Sou­ve­rä­ni­tät wer­de im Islam dadurch »klar und selbst­ver­ständ­lich«: Als höchs­te Befehls­ge­walt gehö­re sie immer Gott selbst und sei­nen offen­bar­ten Bot­schaf­ten. Got­tes Sou­ve­rä­ni­tät erstre­cke sich auch auf das Recht. Im gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Leben sei ihre Ver­wirk­li­chung von der Umset­zung der isla­mi­schen Gebo­te und des isla­mi­schen Rechts abhän­gig.

Araght­schi betont zudem, dass die pro­phe­ti­sche Sen­dung sowohl eine geist­li­che als auch eine prak­ti­sche Sei­te habe. Weil die isla­mi­schen Gebo­te ihrer Natur nach durch Staat und Regie­rung ein­ge­rich­tet und durch­ge­setzt wer­den müss­ten, sei Macht ein not­wen­di­ges Mit­tel. In die­ser Les­art ist Islam nicht pri­mär Pri­vat­re­li­gi­on, son­dern eine poli­ti­sche Ord­nungs­vor­stel­lung, die auf den Staat zielt.

Beson­ders auf­schluss­reich ist das Kapi­tel zu Aya­tol­lah Ruhol­lah Kho­mei­ni, dem poli­ti­schen und reli­giö­sen Füh­rer der Isla­mi­schen Revo­lu­ti­on von 1979 und Staats­ober­haupt bis zu sei­nem Tod im Jahr 1989. Araght­schi dien­te in jenen Jah­ren im Korps der Isla­mi­schen Revo­lu­ti­ons­gar­de. Er refe­riert nicht nur distan­ziert, son­dern zustim­mend die zen­tra­len Ele­men­te der kho­mei­nis­ti­schen Herr­schafts­leh­re. Auf Sei­te 192 der Dis­ser­ta­ti­on heißt es, Kho­mei­ni ver­or­te die Ent­frem­dung der mus­li­mi­schen Welt in der »feind­li­chen Ein­wir­kung der Juden«, in den impe­ria­len Ambi­tio­nen der Umay­ya­den- und Abba­si­den-Kali­fen sowie in den »sata­ni­schen Bemü­hun­gen« kolo­nia­lis­ti­scher und impe­ria­lis­ti­scher Staa­ten; in die­sem Zusam­men­hang fällt auch der Begriff »Gharbzade­gi« (»Wes­t­oxi­ca­ti­on«), also der west­li­chen »Ver­gif­tung« mus­li­mi­scher Gesell­schaf­ten. Auf der­sel­ben Sei­te schreibt Araght­schi, Kho­mei­ni ver­su­che zu bewei­sen, dass der Islam »unzwei­fel­haft eine poli­ti­sche Reli­gi­on« mit einer bestimm­ten Regie­rungs­form und umfas­sen­den Regeln zur Ord­nung der Gesell­schaft sei, und er fügt hin­zu: »Die Errich­tung eines isla­mi­schen Staa­tes und einer isla­mi­schen Regie­rung ist, so Kho­mei­ni, ein Muss für Mus­li­me.«

Im anschlie­ßen­den Unter­ka­pi­tel über die »isla­mi­sche Regie­rung« fasst Araght­schi Kho­mei­nis Posi­ti­on zusam­men, wonach die­se weder tyran­nisch noch abso­lut, wohl aber »kon­sti­tu­tio­nell« sei – aller­dings nicht im heu­ti­gen Sinn der Mehr­heits­herr­schaft, son­dern in dem Sinn, dass die Herr­schen­den an die im Koran und in der Sun­na gesetz­ten Bedin­gun­gen gebun­den sei­en. Die ent­schei­den­de Pas­sa­ge lau­tet: Die isla­mi­sche Regie­rung sei eine Regie­rung des Geset­zes, und »allein das Gesetz herrscht über die Gesell­schaft«. Dar­aus folgt: »Die Sou­ve­rä­ni­tät gehört allein Gott.« Selbst die indi­vi­du­el­le Mei­nung des Pro­phe­ten kön­ne in Fra­gen von Regie­rung und gött­li­chem Gesetz nicht ein­grei­fen; alle sei­en dem Wil­len Got­tes unter­wor­fen.

Noch deut­li­cher wird die Struk­tur der kho­mei­nis­ti­schen Theo­kra­tie in Araght­schis Dar­stel­lung der Herr­schaft des Rechts­ge­lehr­ten (Welāyat‑e Faqīh). Er schreibt, die­se Herr­schaft beru­he auf Ernen­nung, nicht auf Wahl: Der Faqih wer­de von Gott ein­ge­setzt, nicht vom Volk gewählt. Das Volk lie­fe­re »eine zwei­te Ebe­ne der Legi­ti­mi­tät«, also gera­de nicht die pri­mä­re. Sobald sich die Auto­ri­tät des Faqih eta­bliert habe, sei Gehor­sam ihm gegen­über für alle Mus­li­me erfor­der­lich.

Die ira­ni­sche Ver­fas­sung als theo­kra­ti­sche Ord­nung

Von beson­de­rem Gewicht ist sodann das Kapi­tel über die Ver­fas­sung der Isla­mi­schen Repu­blik Iran. Araght­schi nennt sie »das ein­zi­ge exis­tie­ren­de Doku­ment in der isla­mi­schen Welt, in offi­zi­el­ler Ver­fas­sungs­form, von dem bean­sprucht wird, voll­stän­dig auf der Grund­la­ge der isla­mi­schen Reli­gi­on geschrie­ben zu sein«. Mehr noch: Sie sei »die Kodi­fi­zie­rung einer poli­ti­schen Theo­rie«, näm­lich von Kho­mei­nis Regie­rungs­leh­re. Araght­schi bezeich­net die Ver­fas­sung aus­drück­lich als Ver­such, die­se Theo­rie in eine prak­ti­ka­ble Regie­rungs­form zu über­set­zen und ver­fas­sungs­recht­lich zu kodi­fi­zie­ren.

Das ist ein zen­tra­ler Punkt. Sei­ne For­mu­lie­rung, es hand­le sich um »ein Doku­ment, das ver­sucht, demo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen in eine theo­kra­ti­sche Theo­rie ein­zu­bau­en«, gehört zu den Schlüs­sel­sät­zen der gesam­ten Dis­ser­ta­ti­on. Demo­kra­tie erscheint hier nicht als Alter­na­ti­ve zur Theo­kra­tie, son­dern als mög­li­ches, nach­ge­ord­ne­tes Funk­ti­ons­prin­zip in den Schran­ken einer theo­kra­ti­schen Ord­nung.

Im Abschnitt zur Sou­ve­rä­ni­tät in der ira­ni­schen Ver­fas­sung wird Araght­schis Posi­ti­on ideo­lo­gisch unmiss­ver­ständ­lich. »Grund­sätz­lich«, so schreibt er, »gehört die Sou­ve­rä­ni­tät in isla­mi­scher Per­spek­ti­ve voll­stän­dig und ewig Gott und sei­nen offen­bar­ten Gebo­ten.« Die Ver­fas­sung erken­ne des­halb »sei­ne aus­schließ­li­che Sou­ve­rä­ni­tät und das Recht zur Gesetz­ge­bung« an. Zwar zitiert er auch den Ver­fas­sungs­ar­ti­kel, wonach Gott den Men­schen zum Herrn sei­nes gesell­schaft­li­chen Schick­sals gemacht habe. Doch sei­ne Schluss­fol­ge­rung ist ein­deu­tig: Got­tes Sou­ve­rä­ni­tät wer­de durch die Aner­ken­nung sei­ner Gebo­te begrün­det; hin­sicht­lich der Umset­zung zei­ge sie sich in der Herr­schaft der Rechts­ge­lehr­sam­keit. Arti­kel 5 der Ver­fas­sung, wonach wäh­rend der Ver­bor­gen­heit des zwölf­ten Imam die Füh­rung der Umma dem gerech­ten und from­men Faqih zufällt, deu­tet er in die­sem Sinn als Bestä­ti­gung der von Gott ver­lie­he­nen Herr­schaft des Faqih.

Noch kla­rer ist sei­ne abschlie­ßen­de Bewer­tung des Ver­fas­sungs­ka­pi­tels: Die bei­den Kon­zep­te gött­li­cher und demo­kra­ti­scher Sou­ve­rä­ni­tät exis­tier­ten in der Ver­fas­sung in einem sym­bio­ti­schen Zusam­men­hang, »wobei der gött­li­chen Sou­ve­rä­ni­tät unver­meid­lich die Ober­hand gege­ben wird«.

Auch der Schluss der Dis­ser­ta­ti­on bestä­tigt dies. Araght­schi schreibt dort: »Schließ­lich stellt die Fra­ge der poli­ti­schen Par­ti­zi­pa­ti­on eine gro­ße Her­aus­for­de­rung im gegen­wär­ti­gen isla­mi­schen poli­ti­schen Den­ken dar. In der Gegen­über­stel­lung der Sou­ve­rä­ni­tät Got­tes und der Sou­ve­rä­ni­tät des Vol­kes bezwei­felt kein mus­li­mi­scher Den­ker, dass selbst­ver­ständ­lich Gott der Sou­ve­rän ist.« Die­ser Satz bringt die gesam­te Dis­ser­ta­ti­on gewis­ser­ma­ßen auf einen Nen­ner: Poli­ti­sche Par­ti­zi­pa­ti­on bleibt in Araght­schis Den­ken nur inner­halb eines Rah­mens mög­lich, in dem Gott – nicht das Volk – der eigent­li­che Sou­ve­rän ist.

Ein Ver­sa­gen der Poli­tik­wis­sen­schaf­ten und der west­li­chen Uni­ver­si­tät

Bemer­kens­wert ist dar­über hin­aus der insti­tu­tio­nel­le Kon­text der Arbeit. In der Dank­sa­gung doku­men­tiert Araght­schi sei­nen Dank an das ira­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um für die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung sei­ner Dis­ser­ta­ti­on, ins­be­son­de­re dankt er dem Lei­ter der Aus­bil­dungs­ab­tei­lung des Minis­te­ri­ums. Zum Zeit­punkt der Abfas­sung war der Dok­to­rand bereits in diplo­ma­ti­schen Funk­tio­nen sei­nes Lan­des tätig. Es ist anzu­neh­men, dass die Gut­ach­ter an der Uni­ver­si­ty of Kent und die betei­lig­te Fach­öf­fent­lich­keit dar­über infor­miert gewe­sen sind; Araght­schi schreibt es selbst.

Erst­gut­ach­ter war David McLel­lan, ein renom­mier­ter Pro­fes­sor für Poli­ti­sche Theo­rie,4 ins­be­son­de­re für Karl Marx und den Mar­xis­mus. Gera­de des­halb ist bemer­kens­wert, dass in der Dis­ser­ta­ti­on kei­ne ein­zi­ge Kate­go­rie mar­xis­ti­scher oder post­mar­xis­ti­scher Gesell­schafts­ana­ly­se auf­taucht. Von Klas­sen­ver­hält­nis­sen im Iran, von Glo­ba­li­sie­rung oder Armut ist kei­ne Rede. Statt­des­sen liest sich die Arbeit über wei­te Stre­cken als Apo­theo­se des poli­ti­schen Den­kens Aya­tol­lah Kho­mei­nis. Im ers­ten Teil behan­delt sie das Kali­fat und sei­nen Nie­der­gang, isla­mi­sche Moder­nis­ten, die Vor­den­ker des isla­mi­schen Natio­nal­staats, die Mus­lim­bru­der­schaft und Sayy­id Qutb, fer­ner Maw­du­di und die Jamaat-e-Isla­mi sowie die sun­ni­ti­schen Extre­mis­ten von Hizb ut-Tah­r­ir im Gefol­ge Taqi ad-Din an-Nab­ha­nis.

Die­se Dis­ser­ta­ti­on ist kei­ne empi­risch-kri­ti­sche poli­tik­wis­sen­schaft­li­che Ana­ly­se des Iran der 1990er Jah­re. Sie ist viel­mehr eine nor­ma­tiv-affir­ma­ti­ve Rekon­struk­ti­on isla­mis­ti­scher Ideen­ge­schich­te. Ver­fasst aus der Per­spek­ti­ve eines auf­stre­ben­den Funk­tio­närs der Isla­mi­schen Repu­blik, behan­delt sie die macht­po­li­ti­sche Funk­ti­on des Islam, Kho­mei­nis Staats­leh­re und die theo­kra­ti­sche Struk­tur der ira­ni­schen Ver­fas­sung in ideo­lo­gisch bekräf­ti­gen­der Wei­se.

Damit stel­len sich Fra­gen, die über den Ein­zel­fall hin­aus­ge­hen. Wie konn­te eine sol­che Arbeit an der Uni­ver­si­ty of Kent, im Bereich Geis­tes- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten und in der Dis­zi­plin der Poli­tik­wis­sen­schaft sowie der Inter­na­tio­na­len Bezie­hun­gen,5 nicht nur betreut und ein­ge­reicht, son­dern als Dok­tor­ar­beit ange­nom­men wer­den? Was sagt dies über die nor­ma­ti­ven Maß­stä­be und die Qua­li­täts­si­che­rung gera­de jener wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen aus, die sich mit dem Erfor­schen poli­ti­scher Pro­zes­se und dem gesell­schaft­li­chen Zusam­men­le­ben der Men­schen befas­sen? Und wie weit reicht die aka­de­mi­sche Anpas­sungs­be­reit­schaft im Umgang mit von auto­kra­ti­schen Regi­men geför­der­ten Stu­di­en, wenn selbst offen­kun­dig theo­kra­ti­sche Model­le im aka­de­mi­schen Raum legi­ti­miert wer­den sol­len?

Für die gegen­wär­ti­ge Debat­te in Deutsch­land sind dies auf­schluss­rei­che Befun­de.

Poli­tik­wis­sen­schaft­li­che Bil­dung für die Bundes­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung (BPB)

Seit Jah­ren wird im deutsch­spra­chi­gen Raum von bestimm­ten Akteu­ren behaup­tet, der Aus­druck »Poli­ti­scher Islam« sei ledig­lich ein »Kampf­be­griff«, der mus­li­mi­sche poli­ti­sche Betä­ti­gung dis­kre­di­tie­re und Mus­li­me unter Gene­ral­ver­dacht stel­le. Zu die­sen Akteu­ren gehö­ren regel­mä­ßig Poli­ti­ker, Uni­ver­si­täts­do­zen­ten, Isla­mis­mus­prä­ven­ti­ons­be­ra­ter und Funk­tio­nä­re des Poli­ti­schen Islam, etwa der größ­ten isla­mis­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on in Deutsch­land.6 Aber auch die Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung (BPB) ver­brei­tet in einem Bei­trag eines Jour­na­lis­ten der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung (FAZ), dass es »auf jeden Fall« und zwar »sicher« ein »Kampf­be­griff« sei, ein »Instru­ment des Popu­lis­mus«, eine »Pro­jek­ti­ons­flä­che für Feind­bil­der und mus­lim­feind­li­che Ängs­te«.7

Araght­schis Dis­ser­ta­ti­on zeigt dage­gen, dass der Begriff inner­halb isla­mis­ti­scher Denk­tra­di­tio­nen selbst ver­wen­det wird. Der spä­te­re Außen­mi­nis­ter der Isla­mi­schen Repu­blik ver­stand den »Poli­ti­schen Islam« bereits in den 1990er Jah­ren nicht als dis­kre­di­tie­ren­de Fremd­zu­schrei­bung popu­lis­tisch-ori­en­tier­ter Per­so­nen in Deutsch­land und Euro­pa. Er ver­wen­det den Begriff, um eine aus sei­ner Sicht posi­ti­ve poli­ti­sche Per­spek­ti­ve für die Zukunft einer mus­li­mi­schen Welt dar­zu­stel­len.

Gera­de des­halb ist die­se Dis­ser­ta­ti­on weit mehr als ein his­to­ri­sches Doku­ment aus dem Jahr 1996. Sie ist ein auf­schluss­rei­cher Text für die Gegen­wart – und ein Beleg dafür, dass der »Poli­ti­sche Islam« von einem sei­ner aktu­el­len Prot­ago­nis­ten als theo­kra­ti­sches Herr­schafts­pro­jekt ver­stan­den und in aller Deut­lich­keit ver­tre­ten wird.8


Pro­fes­sor Dr. Arno Tausch ist öster­rei­chi­scher Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und einer der Mit­be­grün­der der quan­ti­ta­ti­ven Welt­sys­tem- und Ent­wick­lungs­for­schung in Euro­pa. Er ist seit 2022 Gast­pro­fes­sor für Poli­tik­wis­sen­schaft und Gover­nan­ce an der Uni­ver­si­ty of the Free Sta­te in Bloem­font­ein, Süd­afri­ka. Zu sei­nen jün­ge­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen zählt der bei Sprin­ger erschie­ne­ne Band »Anti­se­mi­tis­mus, Ter­ro­ris­mus und poli­ti­scher Islam. Erkennt­nis­se aus inter­na­tio­na­len Mei­nungs­um­fra­gen« (2024).


Tabel­la­ri­sche Über­sicht aus­ge­wähl­ter Stel­len in Araght­schis Dis­ser­ta­ti­on

Sei­te in der Dis­ser­ta­ti­onOri­gi­nal­zi­tatDeut­sche Über­set­zungKur­ze Ein­ord­nung
Abs­tract und S. 2–3»…the divi­ne­ly-inspi­red poli­ti­cal theo­ry of Islam in which sove­reig­n­ty belongs unques­tionab­ly to God alo­ne.«»…die gött­lich inspi­rier­te poli­ti­sche Theo­rie des Islam, in der die Sou­ve­rä­ni­tät unbe­streit­bar allein Gott zukommt.«Bereits im Abs­tract setzt Araght­schi die aus­schließ­li­che Got­tes­sou­ve­rä­ni­tät als Grund­an­nah­me.
Abs­tract und S. 243»…the poli­ti­cal thin­king of twen­tieth-cen­tu­ry Islam has tried, albeit in an unea­sy man­ner, to extend the abso­lu­te sove­reig­n­ty and the supre­me aut­ho­ri­ty of God to the peo­p­le…«»…das isla­mi­sche poli­ti­sche Den­ken des 20. Jahr­hun­derts hat ver­sucht, wenn auch in span­nungs­vol­ler Wei­se, die abso­lu­te Sou­ve­rä­ni­tät und höchs­te Auto­ri­tät Got­tes auf das Volk aus­zu­deh­nen…«Demo­kra­tie erscheint hier nicht als auto­no­me Volks­sou­ve­rä­ni­tät, son­dern als abge­lei­te­te Teil­ha­be an Got­tes Herr­schaft.
Abs­tract»While the very foun­da­ti­on of the con­cept of demo­cra­cy — libe­ra­lism — is rejec­ted, its tan­gi­ble appeals and advan­ta­ges are more or less appro­ved and sought after.«»Wäh­rend die eigent­li­che Grund­la­ge des Demo­kra­tie­be­griffs – der Libe­ra­lis­mus – zurück­ge­wie­sen wird, wer­den sei­ne greif­ba­ren Attrak­tio­nen und Vor­tei­le mehr oder weni­ger gebil­ligt und ange­strebt.«Der libe­ra­le Kern der Demo­kra­tie wird aus­drück­lich zurück­ge­wie­sen, nur ihre instru­men­tel­len Vor­tei­le wer­den akzep­tiert.
S. 3»…alt­hough sove­reig­n­ty belongs to God enti­re­ly, His agents on the earth are the peo­p­le… The sove­reig­n­ty of God is not dis­card­ed but exten­ded to the peo­p­le.«»…obwohl die Sou­ve­rä­ni­tät ganz Gott gehört, sind sei­ne Ver­tre­ter auf Erden die Men­schen… Die Sou­ve­rä­ni­tät Got­tes wird nicht auf­ge­ge­ben, son­dern auf das Volk aus­ge­dehnt.«Das Volk erscheint als Agent gött­li­cher Sou­ve­rä­ni­tät, nicht als eigent­li­cher Sou­ve­rän.
S. 17»The pro­phe­tic mis­si­on, the­r­e­fo­re, has both spi­ri­tu­al and prac­ti­cal faces.«»Die pro­phe­ti­sche Sen­dung hat daher sowohl eine geist­li­che als auch eine prak­ti­sche Sei­te.«Araght­schi begrün­det hier die poli­ti­sche Funk­ti­on der Reli­gi­on selbst.
S. 18»As the natu­re of the Isla­mic com­mands neces­si­ta­tes being estab­lished and instal­led by and within a sta­te or govern­ment, power, then, is an essen­ti­al means towards this end.«»Da die Natur der isla­mi­schen Gebo­te ver­langt, durch und inner­halb eines Staa­tes oder einer Regie­rung ein­ge­rich­tet und durch­ge­setzt zu wer­den, ist Macht ein wesent­li­ches Mit­tel zu die­sem Zweck.«Isla­mi­sche Nor­men bedür­fen nach die­ser Logik aus­drück­lich staat­li­cher Durch­set­zung.
S. 192»…the source of this ali­en­ati­on in the hosti­le influence of Jews… and in the sata­nic efforts of the colo­nia­list and impe­ria­list sta­tes as well as the ‘Wes­t­oxi­ca­ti­on’ (Gharbzade­gi) of Mus­lim socie­ties…«»die Ursa­che die­ser Ent­frem­dung im feind­li­chen Ein­fluss der Juden… sowie in den sata­ni­schen Bemü­hun­gen kolo­nia­lis­ti­scher und impe­ria­lis­ti­scher Staa­ten und in der ‚West­ver­gif­tung‘ (Gharbzade­gi) mus­li­mi­scher Gesell­schaf­ten…«Araght­schi refe­riert hier Kho­mei­nis Feind­bild­sche­ma ohne erkenn­ba­re Distanz.
S. 192»Estab­li­shing Isla­mic sta­te and govern­ment, Kho­mei­ni argues, is a must for Mus­lims.«»Die Errich­tung eines isla­mi­schen Staa­tes und einer isla­mi­schen Regie­rung ist, so Kho­mei­ni, ein Muss für Mus­li­me.«Kla­rer Beleg für den nor­ma­ti­ven Staats­an­spruch des poli­ti­schen Islam.
S. 194»In short, Isla­mic govern­ment is a govern­ment of law and it is law alo­ne that rules over socie­ty. Sove­reig­n­ty belongs to God alo­ne and law is His decree and com­mand. The law of Islam, divi­ne com­mand, has abso­lu­te aut­ho­ri­ty over all indi­vi­du­als and the Isla­mic govern­ment.«»Kurz gesagt: Die isla­mi­sche Regie­rung ist eine Regie­rung des Geset­zes, und allein das Gesetz herrscht über die Gesell­schaft. Die Sou­ve­rä­ni­tät gehört allein Gott, und das Gesetz ist sein Erlass und Gebot. Das isla­mi­sche Gesetz, das gött­li­che Gebot, hat abso­lu­te Auto­ri­tät über alle Ein­zel­nen und über die isla­mi­sche Regie­rung.«Das theo­kra­ti­sche Kern­prin­zip wird hier offen for­mu­liert.
S. 194»Kho­mei­ni affirms that even obe­dience
to the Pro­phet and tho­se ent­rus­ted with aut­ho­ri­ty takes place on the basis of divi­ne decree. ›Indi­vi­du­al opi­ni­on, even if it be that of the Pro­phet hims­elf, can­not inter­ve­ne in mat­ters of govern­ment or divi­ne law. All are sub­ject to the will of God.‹«
»Kho­mei­ni bekräf­tigt, dass selbst der Gehor­sam gegen­über dem Pro­phe­ten und den mit Auto­ri­tät Betrau­ten auf gött­li­chem Gebot beruht. ›Die indi­vi­du­el­le Mei­nung, selbst wenn es die des Pro­phe­ten selbst wäre, kann in Ange­le­gen­hei­ten der Regie­rung oder des gött­li­chen Geset­zes nicht ein­grei­fen. Alle sind dem Wil­len Got­tes unter­wor­fen.‹«Nicht mensch­li­che Deli­be­ra­ti­on, son­dern gött­li­cher Wil­le ist letz­te Instanz.
S. 205»The gover­nan­ce of juris­pru­dent is a mat­ter of appoint­ment. He is appoin­ted by God, not elec­ted by the peo­p­le.«»Die Herr­schaft des Rechts­ge­lehr­ten ist eine Fra­ge der Ernen­nung. Er wird von Gott ein­ge­setzt, nicht vom Volk gewählt.«Beson­ders deut­li­cher Beleg gegen demo­kra­ti­sche Volks­sou­ve­rä­ni­tät.
S. 205»Peo­p­le, none­thel­ess, pro­vi­de a second level of legi­ti­ma­cy.«»Das Volk lie­fert den­noch eine zwei­te Ebe­ne der Legi­ti­mi­tät.«Das Volk wird expli­zit nur als sekun­dä­re Legi­ti­ma­ti­ons­quel­le behan­delt.
S. 205»As soon as one estab­lishes his aut­ho­ri­ty, obe­dience to him is neces­sa­ry for all Mus­lims…«»Sobald jemand sei­ne Auto­ri­tät eta­bliert hat, ist Gehor­sam ihm gegen­über für alle Mus­li­me erfor­der­lich…«Herr­schaft wird als Gehor­sams­ver­hält­nis kon­stru­iert.
S. 206»…it is the only exis­ting docu­ment in the Isla­mic world, in an offi­ci­al form of a con­sti­tu­ti­on, that is clai­med to be writ­ten enti­re­ly on the basis of the Isla­mic reli­gi­on.«»…es ist das ein­zi­ge exis­tie­ren­de Doku­ment in der isla­mi­schen Welt, in offi­zi­el­ler Form einer Ver­fas­sung, von dem bean­sprucht wird, voll­stän­dig auf der Grund­la­ge der isla­mi­schen Reli­gi­on geschrie­ben zu sein.«Die ira­ni­sche Ver­fas­sung wird als sin­gu­lä­res isla­mi­sches Ver­fas­sungs­pro­jekt her­vor­ge­ho­ben.
S. 206»Moreo­ver, it is the codi­fi­ca­ti­on of a poli­ti­cal theo­ry, the Khomeini’s ›Gover­nan­ce of the Faqih‹.«»Dar­über hin­aus ist sie die Kodi­fi­zie­rung einer poli­ti­schen Theo­rie, näm­lich Kho­mei­nis ›Herr­schaft des Faqih‹.«Araght­schi iden­ti­fi­ziert die ira­ni­sche Ver­fas­sung selbst als Kodi­fi­zie­rung von Kho­mei­nis Herr­schafts­leh­re.
S. 207»The Con­sti­tu­ti­on of the Isla­mic Repu­blic of Iran is an attempt… to trans­la­te this theo­ry into a prac­ti­ca­ble way of gov­theo­cra­tic theo­ry­er­ning the coun­try, and to codi­fy it in a con­sti­tu­tio­nal way.«»Die Ver­fas­sung der Isla­mi­schen Repu­blik Iran ist ein Ver­such, die­se Theo­rie in eine prak­ti­ka­ble Wei­se der Regie­rung des Lan­des zu über­set­zen und sie ver­fas­sungs­recht­lich zu kodi­fi­zie­ren.«Theo­kra­ti­sche Theo­rie wird hier aus­drück­lich als prak­ti­ka­bles Regie­rungs­mo­dell beschrie­ben.
S. 207»…a docu­ment which tri­es to incor­po­ra­te demo­cra­tic insti­tu­ti­ons into a theo­cra­tic theo­ry.«»…ein Doku­ment, das ver­sucht, demo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen in eine theo­kra­ti­sche Theo­rie ein­zu­bau­en.«Eine der klars­ten Stel­len: Demo­kra­tie­ele­men­te wer­den in eine theo­kra­ti­sche Ord­nung inte­griert, nicht umge­kehrt.
S. 208»As a mat­ter of prin­ci­ple, sove­reig­n­ty, in Isla­mic per­spec­ti­ve, belongs total­ly and etern­al­ly to God and to His reve­a­led decrees.«»Grund­sätz­lich gehört die Sou­ve­rä­ni­tät in isla­mi­scher Per­spek­ti­ve voll­stän­dig und ewig Gott und sei­nen offen­bar­ten Gebo­ten.«Expli­zi­te Prio­ri­tät gött­li­cher Sou­ve­rä­ni­tät.
S. 208»The sove­reig­n­ty of God is estab­lished by the reco­gni­ti­on of His com­mands.«»Die Sou­ve­rä­ni­tät Got­tes wird durch die Aner­ken­nung sei­ner Gebo­te begrün­det.«Die poli­ti­sche Ord­nung wird durch Unter­wer­fung unter gött­li­che Gebo­te legi­ti­miert.
S. 216»The two con­cepts co-exist in the docu­ment in a sym­bio­tic con­text, with the upper hand given ine­vi­ta­b­ly to divi­ne sove­reig­n­ty.«»Die bei­den Kon­zep­te koexis­tie­ren in dem Doku­ment in einem sym­bio­ti­schen Zusam­men­hang, wobei der gött­li­chen Sou­ve­rä­ni­tät unver­meid­lich die Ober­hand gege­ben wird.«Viel­leicht die stärks­te zusam­men­fas­sen­de For­mu­lie­rung der gesam­ten Arbeit.
S. 216»In short, the Con­sti­tu­ti­on of the Isla­mic Repu­blic of Iran is a com­bi­na­ti­on of demo­cra­tic prin­ci­ples and broa­der reli­gious ide­as and aspi­ra­ti­ons. It incor­po­ra­tes the role of peo­p­le into the inter­pre­ta­ti­on of a theo­cra­tic doc­tri­ne…«»Kurz gesagt: Die Ver­fas­sung der Isla­mi­schen Repu­blik Iran ist eine Ver­bin­dung demo­kra­ti­scher Prin­zi­pi­en mit umfas­sen­de­ren reli­giö­sen Ideen und Ziel­set­zun­gen. Sie bezieht die Rol­le des Vol­kes in die Inter­pre­ta­ti­on einer theo­kra­ti­schen Dok­trin ein…«Das Volk wird in eine theo­kra­ti­sche Dok­trin ein­ge­baut, nicht als sou­ve­rä­ner Aus­gangs­punkt gesetzt.
S. 243»Final­ly, the ques­ti­on of poli­ti­cal par­ti­ci­pa­ti­on is a gre­at chall­enge in con­tem­po­ra­ry Isla­mic poli­ti­cal thin­king. In the con­fron­ta­ti­on of God’s and people’s sove­reig­n­ties, no Mus­lim thin­ker doubts that God is, of cour­se, the sove­reign.«»Schließ­lich stellt die Fra­ge der poli­ti­schen Par­ti­zi­pa­ti­on eine gro­ße Her­aus­for­de­rung im gegen­wär­ti­gen isla­mi­schen poli­ti­schen Den­ken dar. In der Gegen­über­stel­lung der Sou­ve­rä­ni­tät Got­tes und der Sou­ve­rä­ni­tät des Vol­kes bezwei­felt kein mus­li­mi­scher Den­ker, dass selbst­ver­ständ­lich Gott der Sou­ve­rän ist.«Schluss­for­mel der Dis­ser­ta­ti­on; beson­ders star­ker Beleg für die grund­le­gen­de Prio­ri­tät gött­li­cher Herr­schaft.

End­no­ten

  1. Eng­lisch: Sey­ed Abbas Aragh­chi ↩︎
  2. Im Ori­gi­nal: The Evo­lu­ti­on of the Con­cept of Poli­ti­cal Par­ti­ci­pa­ti­on in Twen­tieth-Cen­tu­ry Isla­mic Poli­ti­cal Thought ↩︎
  3. Aragh­chi, Sey­ed Abbas: The Evo­lu­ti­on of the Con­cept of Poli­ti­cal Par­ti­ci­pa­ti­on in Twen­tieth-Cen­tu­ry Isla­mic Poli­ti­cal Thought, Diss. Uni­ver­si­ty of Kent, 1996, DOI: 10.22024/UniKent/01.02.86095, online unter: https://kar.kent.ac.uk/86095 (zuletzt abge­ru­fen am 18. März 2026). ↩︎
  4. Der Rout­ledge-Ver­lag gab einen Sam­mel­band zu sei­nem aka­de­mi­schen Wir­ken her­aus. Hier: David Bates / Iain MacKen­zie / Sean Say­ers (Hg.): Mar­xism, Reli­gi­on and Ideo­lo­gy. The­mes from David McLel­lan. Lon­don / New York: Rout­ledge 2016. ↩︎
  5. Eng­lisch: Divi­si­on of Human and Social Sci­en­ces, School of Poli­tics and Inter­na­tio­nal Rela­ti­ons ↩︎
  6. Sie­he etwa Äuße­run­gen im Zusam­men­hang mit der Grün­dung und Arbeit der Doku­men­ta­ti­ons­stel­le Poli­ti­scher Islam in Öster­reich und des Arbeits­krei­ses Poli­ti­scher Islam (AK Polis) in Deutsch­land. Zum Aspekt der größ­ten isla­mis­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on in Deutsch­land ist ver­wie­sen auf den Befund des Ver­fas­sungs­schut­zes zur Isla­mi­schen Gemein­schaft Mil­lî Görüş (IGMG). Deren Zita­te nach­ge­wie­sen über Fried­mann Eiß­ler: »Was ist ›poli­ti­scher Islam‹?« In: Mate­ri­al­dienst der EZW 4/2020, Evan­ge­li­sche Zen­tral­stel­le für Welt­an­schau­ungs­fra­gen. ↩︎
  7. Chris­ti­an Mei­er: »Was ist eigent­lich unter ‚poli­ti­schem Islam‘ zu ver­ste­hen?« In: Info­dienst Radi­ka­li­sie­rungs­prä­ven­ti­on, Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung (BPB), 28. Janu­ar 2021. Online abruf­bar unter: https://www.bpb.de/themen/infodienst/326260/was-ist-eigentlich-unter-politischem-islam-zu-verstehen (zuletzt abge­ru­fen am 18. März 2026) ↩︎
  8. Als wei­ter­füh­ren­de wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur zum Phä­no­men des »Poli­ti­schen Islam« emp­fiehlt sich neben ande­ren: Tho­mas Jäger / Ralph Thie­le (Hg.): Hand­book of Poli­ti­cal Islam in Euro­pe. Acti­vi­ties, Means, and Stra­te­gies from Sala­fists to the Mus­lim Brot­her­hood and Bey­ond. 2024, Sprin­ger-Ver­lag DOI: 10.1007/978–3‑031–46173‑6 ↩︎