»Kla­re Kan­te gegen Isla­mis­mus – für Reli­gi­ons­frei­heit und Sicher­heit« – CSU beschließt Reso­lu­ti­on

Die CSU-Landtagsfraktion hat am 12. Januar 2026 auf ihrer Klausurtagung im Kloster Banz eine Resolution gegen islamistischen Extremismus verabschiedet. An der Pressekonferenz nahm auch Seyran Ateş teil, die eine klare Benennung des Politischen Islam, eine stärkere Bekämpfung von Online-Radikalisierung und ein Kopftuchverbot für Unter-14-Jährige forderte.

Die CSU-Land­tags­frak­ti­on hat auf ihrer Klau­sur­ta­gung im Klos­ter Banz die Reso­lu­ti­on »Kla­re Kan­te gegen Isla­mis­mus – für Reli­gi­ons­frei­heit und Sicher­heit« beschlos­sen. Ziel ist eine deut­li­che­re poli­ti­sche und sicher­heits­be­hörd­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit isla­mis­ti­schem Extre­mis­mus bei gleich­zei­ti­ger Beto­nung der Reli­gi­ons­frei­heit.

An der Pres­se­kon­fe­renz zur Reso­lu­ti­on nahm auch die Juris­tin und Ima­min Sey­ran Ateş teil. Gemein­sam mit dem CSU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Klaus Holet­schek und dem frü­he­ren baye­ri­schen Jus­tiz­mi­nis­ter Win­fried Baus­back stell­te sie die zen­tra­len Inhal­te der Beschluss­la­ge vor. Ateş beton­te, man müs­se »Ross und Rei­ter benen­nen« und »rea­li­sie­ren, dass es einen poli­ti­schen Islam gibt«. Sie sprach sich für eine »Gegen­of­fen­si­ve« gegen Radi­ka­li­sie­rung im Netz aus, ins­be­son­de­re gegen soge­nann­te »Tik­Tok-Ima­me«, und bekräf­tig­te ihre For­de­rung nach einem Kopf­tuch­ver­bot für Mäd­chen unter 14 Jah­ren als Maß­nah­me des Kin­der- und Jugend­schut­zes.

In der Reso­lu­ti­on grenzt die CSU den Islam als Reli­gi­on aus­drück­lich vom Isla­mis­mus ab. Wört­lich heißt es: »Wir unter­schei­den klar zwi­schen dem Islam als Reli­gi­on und den isla­mis­ti­schen Ideo­lo­gien, die demo­kra­ti­sche Wer­te ableh­nen und die Reli­gi­on für poli­ti­sche Zwe­cke instru­men­ta­li­sie­ren.« Für Extre­mis­ten, die Reli­gi­on miss­brauch­ten, um die frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung aus­zu­höh­len, sei »in unse­rem Rechts­staat kein Raum«.

Die CSU kün­digt an, die Beob­ach­tung radi­kal-isla­mis­ti­scher Struk­tu­ren wei­ter zu ver­stär­ken. Ziel sei es, Netz­wer­ke des radi­ka­len Isla­mis­mus umfas­send zu beob­ach­ten und Stra­te­gien der Ein­fluss­nah­me früh­zei­tig zu erken­nen. Dies gel­te auch für Dach­ver­bän­de, Ver­ei­ne und Orga­ni­sa­tio­nen, die demo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen ablehn­ten oder unter­wan­dern woll­ten. Gefor­dert wird ein abge­stimm­tes Vor­ge­hen von Bund und Län­dern im Rah­men des geplan­ten Bund-Län­der-Akti­ons­plans zur Isla­mis­mus­be­kämp­fung.

Beson­de­re Auf­merk­sam­keit soll nach dem Wil­len der CSU den Akti­vi­tä­ten im Inter­net und in den sozia­len Medi­en gel­ten. Zudem unter­stützt die Reso­lu­ti­on Maß­nah­men zur Erhö­hung der Trans­pa­renz über aus­län­di­sche Ein­fluss­nah­men, Finan­zie­rungs­quel­len und struk­tu­rel­le Ver­bin­dun­gen radi­kal-isla­mis­ti­scher Akteu­re.

Sey­ran Ateş in der Pres­se­kon­fe­renz mit CSU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­dem Klaus Holet­schek und Prof. Dr. Win­fried Baus­back, Jus­tiz­staats­mi­nis­ter a. D., am 12. Janu­ar 2026 im Klos­ter Banz (Bild: facebook.com/csu.landtag)

Maß­nah­men aus der CSU-Reso­lu­ti­on

1. Radi­kal-isla­mis­ti­sche Struk­tu­ren kon­se­quent benen­nen und bekämp­fen

Trenn­schar­fe Dif­fe­ren­zie­rung
Wir unter­schei­den klar zwi­schen dem Islam als Reli­gi­on und den isla­mis­ti­schen Ideo­lo­gien, die demo­kra­ti­sche Wer­te ableh­nen und die Reli­gi­on für poli­ti­sche Zwe­cke instru­men­ta­li­sie­ren. Für Extre­mis­ten, die die Reli­gi­on miss­brau­chen, um unse­re frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung aus­zu­höh­len, ist in unse­rem Rechts­staat kein Raum.

Stär­kung der Beob­ach­tung radi­kal-isla­mis­ti­scher Struk­tu­ren
Des­halb stär­ken wir unse­re Sicher­heits­be­hör­den, um Netz­wer­ke des radi­ka­len Isla­mis­mus wei­ter­hin umfas­send zu beob­ach­ten und deren Stra­te­gien der Ein­fluss­nah­me früh­zei­tig zu erken­nen. Dazu gehö­ren auch Dach­ver­bän­de, Ver­ei­ne und Orga­ni­sa­tio­nen, die demo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen ableh­nen oder unter­wan­dern wol­len. Dazu bedarf es u. a. eines abge­stimm­ten Vor­ge­hens im Bund und in den Län­dern. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern hat Ende Novem­ber die neue Stra­te­gie zur Isla­mis­mus­be­kämp­fung in Deutsch­land vor­ge­stellt. Der neu ein­ge­setz­te »Bera­ter­kreis Isla­mis­mus­prä­ven­ti­on und Isla­mis­mus­be­kämp­fung« soll in einem ers­ten Schritt den im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­ten Bund-Län­der-Akti­ons­plan zur Isla­mis­mus­be­kämp­fung erar­bei­ten. Dabei ist eine beson­de­re Auf­merk­sam­keit auf die Akti­vi­tä­ten im Inter­net bzw. in den sozia­len Medi­en zu legen.

Trans­pa­renz stär­ken
Wir unter­stüt­zen Ansät­ze, die für Trans­pa­renz über aus­län­di­sche Ein­fluss­nah­men, Finan­zie­rungs­quel­len und struk­tu­rel­le Ver­bin­dun­gen radi­kal isla­mis­ti­scher Akteu­re sor­gen und die­se erhö­hen.

2. Gefähr­der und rele­van­te Per­so­nen eng­ma­schig über­wa­chen

Effek­ti­ves Gefähr­dungs­ma­nage­ment
Wir set­zen in Bay­ern auf das bewähr­te enge, dyna­mi­sche und inter­dis­zi­pli­nä­re Gefähr­dungs­ma­nage­ment, das wir bereits 2021 umge­setzt haben. Es nimmt früh­zei­tig Per­so­nen in den Blick, die sich in eine Radi­ka­li­sie­rung hin­ein­be­we­gen könn­ten – ins­be­son­de­re sol­che, die online Auf­fäl­lig­kei­ten zei­gen oder isla­mis­ti­schen Nar­ra­ti­ven fol­gen.

»Extre­mis­ten mit waf­fen­recht­li­chen Erlaub­nis­sen wer­den kon­se­quent durch die Waf­fen­be­hör­den ent­waff­net.«

Ver­stärk­te Mel­de- und Auf­ent­halts­auf­la­gen
Bestehen­de Instru­men­te zur Über­wa­chung poten­zi­ell gefähr­li­cher Per­so­nen wie KI-basier­te Anwen­dun­gen zur indi­vi­du­el­len, sequenz­ba­sier­ten Erstel­lung von Fall­chro­no­lo­gien für Risi­ko­ana­ly­sen müs­sen wirk­sam ange­wandt und wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den, um früh­zei­tig Gefah­ren zu erken­nen und zu ver­hin­dern.

Kon­se­quen­te Rück­füh­run­gen
Per­so­nen, die unse­re frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung oder die Sicher­heit der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gefähr­den oder schwe­re Straf­ta­ten pla­nen, müs­sen kon­se­quent rück­ge­führt wer­den – auch nach Syri­en und Afgha­ni­stan.

3. Radi­ka­li­sie­rungs­prä­ven­ti­on moder­ni­sie­ren und aus­bau­en

Stär­kung bestehen­der Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te
Wir wol­len bewähr­te Prä­ven­ti­ons- und Bera­tungs­pro­gram­me wei­ter­ent­wi­ckeln und dort stär­ken, wo sie beson­ders wirk­sam sind – etwa bei jun­gen Men­schen, in Schu­len oder in der Jugend­ar­beit.

Digi­ta­le Radi­ka­li­sie­rung ein­däm­men
Radi­ka­li­sie­rungs­pro­zes­se fin­den heu­te ver­stärkt im Netz statt. Isla­mis­ti­sche Akteu­re sowie deren Pro­pa­gan­da und geziel­te Opfer-Nar­ra­ti­ve errei­chen jun­ge Men­schen heu­te vor allem über digi­ta­le Medi­en und Mes­sen­ger-Diens­te. Des­halb wol­len wir digi­ta­le Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te, Medi­en­kom­pe­tenz und die Ermitt­lungs­fä­hig­kei­ten im digi­ta­len Raum wei­ter aus­bau­en, um Radi­ka­li­sie­run­gen früh­zei­tig zu erken­nen und zu ver­hin­dern.

Zusam­men­ar­beit mit mode­ra­ten mus­li­mi­schen Gemein­den
Die Zusam­men­ar­beit mit mode­ra­ten mus­li­mi­schen Gemein­den ist wich­tig und trägt zum gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt und zur Inte­gra­ti­on bei. Dabei for­dern wir von den mus­li­mi­schen Gemein­den aber eine noch kla­re­re Distan­zie­rung von Extre­mis­mus, Anti­se­mi­tis­mus, Hass und Gewalt und eine noch stär­ke­re akti­ve Auf­klä­rungs- und Inte­gra­ti­ons­ar­beit.

4. Ein­fluss von Isla­mis­ten in Ein­rich­tun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen begren­zen

Trans­pa­ren­te Struk­tu­ren in reli­giö­sen Ein­rich­tun­gen
Wir set­zen uns für Rah­men­be­din­gun­gen ein, die sicher­stel­len, dass reli­giö­se Ein­rich­tun­gen nicht von extre­mis­ti­schen Kräf­ten beein­flusst oder gesteu­ert wer­den. Trans­pa­renz über Struk­tu­ren und Ver­ant­wort­lich­kei­ten stärkt das Ver­trau­en in die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit fried­li­cher Gemein­den.

Extre­mis­ti­sche Ver­ei­ne und Netz­wer­ke, die ver­fas­sungs­feind­li­che Zie­le ver­fol­gen, dür­fen kei­ne staat­li­chen Koope­ra­tio­nen oder För­de­run­gen erhal­ten. Ver­ei­ne, die sich in aggres­siv-kämp­fe­ri­scher Wei­se gegen die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung rich­ten, sind kon­se­quent zu ver­bie­ten.

Finan­zie­rung und Qua­li­fi­zie­rung reli­giö­sen Per­so­nals
Reli­giö­ses Per­so­nal, das in Bay­ern tätig ist, trägt beson­de­re Ver­ant­wor­tung für den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt. Wir respek­tie­ren das reli­giö­se Selbst­be­stim­mungs­recht, aber wir brau­chen auch hier mehr ver­bind­li­che Vor­ga­ben zu Qua­li­fi­zie­rung, Trans­pa­renz und Finan­zie­rung.

Das Ziel muss sein, im Sin­ne einer Bekämp­fung der Radi­ka­li­sie­rung die Finan­zie­rung von Ima­men aus dem Aus­land zu been­den. Reli­giö­se Amts­trä­ger müs­sen ihre Aus­bil­dung, Tätig­keit und Finan­zie­rung offen­le­gen und dür­fen nicht im Ein­fluss­be­reich aus­län­di­scher Staa­ten oder Orga­ni­sa­tio­nen ste­hen, die unse­re Wer­te­ord­nung ableh­nen oder unter­gra­ben. Bis zur Sicher­stel­lung einer umfas­sen­den Aus­bil­dung in Deutsch­land for­dern wir von Ima­men, die aus dem Aus­land ent­sandt wer­den, die Teil­nah­me an spe­zi­el­len Inte­gra­ti­ons­kur­sen und ein kla­res Bekennt­nis zu den Wer­ten der frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung.

Bay­ern steht für Frei­heit, Sicher­heit und ein respekt­vol­les Mit­ein­an­der. Unse­re Auf­ga­be ist es, fried­li­che Mus­li­min­nen und Mus­li­me zu schüt­zen und extre­mis­ti­schen Kräf­ten ent­schie­den ent­ge­gen­zu­tre­ten. Radi­ka­ler Isla­mis­mus bedroht unse­re Demo­kra­tie, die Gleich­be­rech­ti­gung und den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt – und des­halb braucht es eine kla­re Hal­tung und ent­schlos­se­ne (Gegen-)Maßnahmen.

Uns ist es wich­tig, dass Mus­li­min­nen und Mus­li­me nicht unter Gene­ral­ver­dacht gestellt wer­den. Des­halb ist uns eine dif­fe­ren­zie­ren­de Kom­mu­ni­ka­ti­on ein beson­de­res Anlie­gen. Dabei ist der Ein­satz gegen Mus­lim­feind­lich­keit eine gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be. Wir stär­ken den Dia­log und das Wis­sen über unter­schied­li­che Kul­tu­ren und Reli­gio­nen in Bay­ern. Denn Wis­sen über­ein­an­der ist die bes­te Prä­ven­ti­on gegen Extre­mis­mus und baut zudem Vor­ur­tei­le ab.

Mit einer star­ken Sicher­heits­ar­chi­tek­tur, moder­ner Prä­ven­ti­on, dem Schutz frei­heit­li­cher Wer­te und enger Zusam­men­ar­beit mit allen fried­li­chen Kräf­ten in unse­rer Gesell­schaft sor­gen wir dafür, dass Bay­ern ein Land bleibt, in dem Men­schen unter­schied­li­cher Her­kunft und Reli­gi­on sicher, frei und selbst­be­stimmt zusam­men­le­ben kön­nen.