Der Düsseldorfer Rosenmontagszug ist seit Jahrzehnten für die politische Satire seiner Mottowagen bekannt – und für deren Schöpfer Jacques Tilly. In diesem Jahr griff Tilly unter anderem die Lage der Frauen in Afghanistan auf: Der Wagen »Miss Afghanistan 2026« zeigt eine vollständig verschleierte Frau, gefesselt, geknebelt und in Ketten gelegt – eine bittere Umkehrung der Bildsprache von Schönheitswettbewerben.
Im Begleittext zu seiner Plastik beschreibt Tilly, wofür das Bild steht: Seit die Taliban die Macht in Afghanistan zurückerobert haben, hat sich die Lage der Frauen dramatisch verschlechtert. Frauen werden wieder in die Burka gezwungen mit einer Vollverschleierung, deren Einhaltung streng kontrolliert wird. Sie werden aus der Öffentlichkeit verbannt, dürfen sich draußen nur in männlicher Begleitung aufhalten, erhalten kaum noch Bildung und sind männlicher Gewalt weitgehend schutzlos ausgeliefert. Menschenrechtsorganisationen beklagen zu Recht, dass die Weltöffentlichkeit zu wenig Druck auf die Taliban ausübt.
Die Burka erscheint hier nicht als folkloristisches Kleidungsstück oder Ausdruck individueller Frömmigkeit, sondern als das, was sie unter der Herrschaft der Taliban ist: ein staatlich erzwungenes Instrument der Unsichtbarmachung von Frauen. Wer hierzulande über die Einführung von Vollverschleierung diskutiert, sollte diese Realität mitdenken.
»Miss Afghanistan 2026« in Ketten
— AK Polis | Arbeitskreis Politischer Islam (@AK_Polis) February 19, 2026
Karnevalswagen von Jacques Tilly im Rosenmontagszug Düsseldorfhttps://t.co/sfmIAXAR16 pic.twitter.com/Vx24IsG8XQ