Nach dem Anschlag auf den Ber­li­ner CSD: AK Polis unter­stützt die gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung gegen Isla­mis­mus

Ein breites gesellschaftliches Bündnis ruft dazu auf, den Kampf gegen Islamismus nicht als rechts noch links einzuordnen, sondern es als Aufgabe der demokratischen Mitte zu bearbeiten. Der AK Polis schließt sich dieser Erklärung an und dokumentiert sie im Wortlaut.

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung gegen Isla­mis­mus

Die demo­kra­ti­sche Gesell­schaft muss sich dem Isla­mis­mus ent­ge­gen­stel­len – offen, ehr­lich, angst­frei!

29. Juli 2026

Der isla­mis­ti­sche Ter­ror­an­schlag auf den Ber­li­ner Chris­to­pher-Street-Day (CSD) hat auf erschüt­tern­de Wei­se gezeigt: Isla­mis­mus betrifft uns alle. Unser tie­fes Mit­ge­fühl gilt der getö­te­ten Frau, den Ver­letz­ten, ihren Ange­hö­ri­gen und der LGBTQI*-Community. Er ist kein Pro­blem, das außer­halb unse­rer Gesell­schaft ent­steht. Er ist Teil ihrer Rea­li­tät – und muss auch als sol­cher behan­delt wer­den.

Wäh­rend sich beim Rechts­extre­mis­mus die­se Erkennt­nis durch­ge­setzt hat, wird Isla­mis­mus immer noch als Rand­phä­no­men oder impor­tier­tes Pro­blem betrach­tet. Doch wenn auch deut­sche Staatsbürger*innen isla­mis­ti­sche Gewalt­ta­ten bege­hen, wird deut­lich: Radi­ka­li­sie­rung geschieht in unse­rer Gesell­schaft, in unse­ren Städ­ten, reli­giö­sen und kul­tu­rel­len Gemein­den, in unse­ren digi­ta­len Räu­men.

Gera­de des­halb darf die Aus­ein­an­der­set­zung mit Isla­mis­mus nicht län­ger exter­na­li­siert wer­den. Weder lässt sich das Pro­blem ein­zel­nen gesell­schaft­li­chen Grup­pen noch die Lösung allein Sicher­heits­be­hör­den zuord­nen.

Der Täter vom CSD sah sich im Auf­trag des Islam han­delnd – auch die mus­li­mi­schen Gemein­den und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten müs­sen sich der Her­aus­for­de­rung stel­len, wie Isla­mis­mus effek­tiv bekämpft wer­den kann. Sie kön­nen dabei auf unse­re Unter­stüt­zung zäh­len. Die Mehr­heit der mus­li­mi­schen Men­schen in Deutsch­land lehnt Isla­mis­mus ab – umso wich­ti­ger ist es, isla­mis­ti­schen Ideo­lo­gien inner­halb der eige­nen Gemein­schaft ent­schlos­sen ent­ge­gen­zu­tre­ten und die Instru­men­ta­li­sie­rung der Reli­gi­on mit Wort und Tat gemein­schaft­lich zurück­zu­wei­sen. Das bedeu­tet es, Teil der Gesell­schaft zu sein.

Doch die Ver­ant­wor­tung endet dort nicht. Schu­len, Uni­ver­si­tä­ten, Sozi­al­ar­beit, Jugend­ar­beit, Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, Poli­tik, Sicher­heits­be­hör­den, Jus­tiz, Medi­en und Zivil­ge­sell­schaft tra­gen gemein­sam Ver­ant­wor­tung dafür, jed­we­de Radi­ka­li­sie­rung früh­zei­tig zu erken­nen, demo­kra­ti­sche Wer­te zu stär­ken und extre­mis­ti­schen Ideo­lo­gien den Nähr­bo­den zu ent­zie­hen.

Der Kampf gegen Isla­mis­mus beginnt bei der Prä­ven­ti­on. Er braucht eine kon­se­quen­te Straf­ver­fol­gung und wirk­sa­me Sank­tio­nen. Und er ver­langt eine offe­ne gesell­schaft­li­che Debat­te, die weder ver­harm­lost noch pau­scha­li­siert.

Isla­mis­mus zu kri­ti­sie­ren bedeu­tet nicht, mus­li­mi­sche Men­schen unter Gene­ral­ver­dacht zu stel­len. Im Gegen­teil: Sie gehö­ren welt­weit zu den häu­figs­ten Opfern isla­mis­ti­scher Gewalt und in Deutsch­land zu den ers­ten Zie­len von Ein­schüch­te­rung und reli­giö­sen Abso­lut­heits­an­sprü­chen.

Wer Isla­mis­mus aus Angst vor dem Vor­wurf der Islam­feind­lich­keit nicht klar benennt, über­lässt das The­ma jenen, die Mus­li­me pau­schal dif­fa­mie­ren. Wer umge­kehrt jede Kri­tik am Isla­mis­mus als »anti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus« dis­kre­di­tiert, erschwert den demo­kra­ti­schen Kampf gegen eine men­schen­feind­li­che Ideo­lo­gie.

Der Kampf gegen Isla­mis­mus ist weder rechts noch links. Er ist eine Auf­ga­be der demo­kra­ti­schen Mit­te. Und er ist eine Chan­ce: Eine Gesell­schaft, die isla­mis­ti­sche Ideo­lo­gien ent­schlos­sen zurück­drängt, stärkt zugleich Frei­heit, Gleich­be­rech­ti­gung, die Rech­te von LGBTQI*-Menschen, jüdi­sches Leben, Reli­gi­ons­frei­heit und die Sicher­heit aller Men­schen.


Wert­e­Initia­ti­ve (29. Juli 2026): Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung gegen Isla­mis­mus. Die demo­kra­ti­sche Gesell­schaft muss sich dem Isla­mis­mus ent­ge­gen­stel­len – offen, ehr­lich, angst­frei! Online ver­füg­bar unter: LINK (archi­viert)