Unter dem Titel »Kalifat nach Plan« fasst Seifert die Beiträge von Florence Bergeaud-Blackler, Sebastian Elsässer, Sascha Adamek, Sigrid Herrmann, Hartmut Licht, Tugay Saraç, Carsten Frerk, Nina Scholz, Heiko Heinisch und anderen zusammen. Demnach verfolgt die Muslimbruderschaft (MB) ihre Ziele in Europa weniger durch offene Gewalt, sondern durch langfristige religiöse, kulturelle und institutionelle Einflussnahme über Geldflüsse und politische Kontakte.
»Unter den Gästen saßen unter anderem Volker Beck, Ralph Ghadban und Ali Ertan Toprak. Schon ihre Anwesenheit verdeutlichte die parteiübergreifende Brisanz des Themas. Die Referenten beleuchteten die Ideologie der MB, ihre Netzwerke und Strategien, Versuche politischer Einflussnahme in Deutschland und Europa sowie die Rolle von NGOs und Medien. Die Tagung verstand sich zugleich als inhaltlicher Impuls für den geplanten Bund-Länder-Aktionsplan gegen den politischen Islam.«
Er resümiert: »Am Ende herrschte Einigkeit: Die Muslimbruderschaft bleibt eine unterschätzte Bedrohung; ihr Weg ist die Unterwanderung, nicht die offene Gewalt. Demokratische Institutionen laufen Gefahr, instrumentalisiert zu werden. Gefordert sind mehr Transparenz, klare Grenzen bei Förderung und Zusammenarbeit, konsequente Anwendung des Vereinsrechts und nicht zuletzt eine Stärkung der wissenschaftlichen Forschung. Mein Eindruck: Die SPD als Gastgeber und AK Polis haben mit dieser Veranstaltung ein Signal gesetzt – ob daraus, auch über die Parteien hinweg, politische Konsequenzen folgen, wird sich erst zeigen.«
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