Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD am 25. Juli 2026 sprach Tugay Saraç im Podcast von Paul Ronzheimer am 29. Juli 2026 über einen konkreten Fall, den der AK Polis dokumentiert hat. Der Hintergrund: Der Vorsitzender des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Burhan Kesici, bezeichnete im ZDF die Motive der Akzeptanzkampagne zur Vielfalt im Islam – darunter ein schwules Paar – als »Abnormalitäten«, die man nicht als normal darstellen dürfe. Dokumentation zum Fall des Islamratsvorsitzenden mit allen Belegen: LINK
Was Saraç im vollständigen Podcast darüber hinaus berichtet: Er schildert dort die CSD-Wahlarena zur Berliner Abgeordnetenhauswahl. Er habe die Spitzenkandidaten gefragt, warum die Politik den Kontakt zu Verbänden wie der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) nicht abbreche – Anlass war eine IGMG-Veranstaltung, zu der prominente Politikerinnen und Politiker gekommen seien und sich hätten ablichten lassen. Die IGMG wird in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stellt in seiner Publikation »Islamismus in Deutschland« unmissverständlich fest: »Die IGMG ist aktuell die größte islamistische Organisation in Deutschland.« Die Antworten, wie Saraç sie wiedergibt: Bettina Jarasch (Grüne) habe darauf verwiesen, dass man die Gesprächskanäle zu den Musliminnen und Muslimen offen halten müsse. Steffen Krach (SPD) habe erklärt, er sei nicht dort gewesen; auf den Hinweis, dass Fraktionschef Raed Saleh anwesend war, sei er nicht weiter eingegangen. Saraç hält dagegen: Es gebe in diesem Land genug säkulare, demokratische und humanistische Musliminnen und Muslime – mit denen könne und müsse die Politik reden. Der Streit gilt also nicht dem Gespräch mit Musliminnen und Muslimen, sondern der Frage, wer als deren Vertretung anerkannt und gesellschaftspolitisch legitimiert wird. Am Ende steht bei ihm der Hinweis auf die parteipolitische Breite dieses Musters: In Berlin regiere die CDU, während Kesici dort als Religionslehrer tätig sei; in Nordrhein-Westfalen sitze er unter CDU-geführter Landesregierung im »Konfessionellen Beirat für Islamische Theologie«. Was diese Verbindungen halte, sei wohl die Angst, Wählerstimmen zu verlieren.
Das vollständige Gespräch ist auf dem Kanal von Paul Ronzheimer abrufbar.