SPD-Bun­des­ar­beits­kreis beschließt Isla­mis­mus-Reso­lu­ti­on

Die Resolution »Zum Bund-Länder-Aktionsplan Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung – sozialdemokratische Perspektiven und inhaltliche Impulse« wurde vom Arbeitskreis Säkularität und Humanismus (AKSH) der SPD am 17. Januar 2026 auf der Jahrestagung im Willy-Brandt-Haus in Berlin beschlossen.

Die Reso­lu­ti­on »Zum Bund-Län­der-Akti­ons­plan Isla­mis­mus­prä­ven­ti­on und Isla­mis­mus­be­kämp­fung – sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Per­spek­ti­ven und inhalt­li­che Impul­se« im Wort­laut:

Im Koali­ti­ons­ver­trag der Bun­des­re­gie­rung vom Mai 2025 ist vor­ge­se­hen, den Isla­mis­mus effek­ti­ver zu bekämp­fen und dafür einen Bund-Län­der-Akti­ons­plan zu erar­bei­ten.

Der Arbeits­kreis Säku­la­ri­tät und Huma­nis­mus (AKSH) der SPD unter­stützt die­se Ziel­set­zung eben­so aus­drück­lich, wie den Kampf gegen alle ande­ren For­men von Extre­mis­mus. Mit die­ser Reso­lu­ti­on bringt der AKSH sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Per­spek­ti­ven und kon­kre­te inhalt­li­che Impul­se in die Aus­ge­stal­tung des Akti­ons­plans ein.

Sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Ansatz

Der Arbeits­kreis Säku­la­ri­tät und Huma­nis­mus (AKSH) der SPD sieht im Bund-Län­der-Akti­ons­plan einen rele­van­ten Ansatz, um Isla­mis­mus­prä­ven­ti­on und Isla­mis­mus­be­kämp­fung wirk­sam zu stär­ken.

Der AKSH plä­diert für einen ganz­heit­li­chen Ansatz, der das The­ma nicht auf sicher­heits­po­li­ti­sche und migra­ti­ons­po­li­ti­sche Aspek­te ver­engt. Sys­te­ma­tisch bear­bei­tet wer­den soll­ten ins­be­son­de­re fol­gen­de Hand­lungs­fel­der:

  • Auf­klä­rung und Bil­dung, ins­be­son­de­re Kin­der- und Jugend­schutz
  • Gleich­stel­lung und Wah­rung der Frau­en­rech­te
  • Bekämp­fung von Radi­ka­li­sie­rung im digi­ta­len Raum und trans­na­tio­na­len Netz­wer­ken
  • Betrof­fe­nen­per­spek­ti­ven, Erin­ne­rungs­kul­tur und soli­da­ri­sche Unter­stüt­zungs­struk­tu­ren

Erfor­der­lich sind ein kon­ti­nu­ier­li­cher Aus­tausch mit Wis­sen­schaft und For­schung sowie eine koor­di­nier­te Zusam­men­ar­beit der zustän­di­gen Akteu­re. Der Bund-Län­der-Akti­ons­plan soll­te dabei aus­drück­lich auf Koope­ra­tio­nen auf kom­mu­na­ler Ebe­ne, etwa im Rah­men von Pilot­pro­jek­ten, sowie auf Zusam­men­ar­beit auf natio­na­ler, euro­päi­scher und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne set­zen, unter ande­rem in sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Netz­wer­ken wie der »Pro­gres­si­ven Alli­anz«.

Eine sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Isla­mis­mus­prä­ven­ti­on setzt auf Soli­da­ri­tät mit Betrof­fe­nen sowie die Durch­set­zung der Rechts­staat­lich­keit, des Frei­heits­schut­zes und sozia­ler Ver­ant­wor­tung. Sie rich­tet sich gegen den Miss­brauch von Reli­gi­on zum Zwe­cke des poli­ti­schen Extre­mis­mus und damit gegen extre­mis­ti­sche Bestre­bun­gen, aber nicht gegen die spi­ri­tu­el­len Aspek­te einer Reli­gi­on oder die Reli­gi­ons­frei­heit der Gläu­bi­gen.

Der Ein­satz gegen Extre­mis­mus darf sich nicht auf die Ein­hal­tung straf­recht­li­cher Nor­men beschrän­ken. Für sozi­al­de­mo­kra­ti­sches Han­deln bedeu­tet dies, dass Ein­zel­per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen und Bewe­gun­gen, die isla­mis­ti­sche Posi­tio­nen ver­tre­ten oder von den Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den als extre­mis­tisch ein­ge­stuft wer­den, nicht als Bündnis‑, Koope­ra­ti­ons- oder Dia­log­part­ner legi­ti­miert wer­den sol­len, auch dann nicht, wenn sie sich for­mell zur Ein­hal­tung der deut­schen Straf­ge­set­ze und zur Gewalt­frei­heit beken­nen. Denn unse­re Demo­kra­tie ist nicht erst durch extre­mis­tisch moti­vier­te Straf­ta­ten gefähr­det, son­dern bereits durch die grund­sätz­li­chen Bestre­bun­gen gegen die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung.

Der Arbeits­kreis Säku­la­ri­tät und Huma­nis­mus der SPD ver­steht die­se Reso­lu­ti­on als Bei­trag zum Gelin­gen des Bund-Län­der-Akti­ons­plans und wird sich auch künf­tig mit eige­nen Impul­sen und Stel­lung­nah­men in die Debat­te ein­brin­gen. Ziel ist es, sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Per­spek­ti­ven der Isla­mis­mus­prä­ven­ti­on und Isla­mis­mus­be­kämp­fung zu ent­wi­ckeln und die poli­ti­sche Umset­zung zu unter­stüt­zen.


Zur Reso­lu­ti­on auf spd.de (PDF)


Katha­ri­na Bar­ley aus dem SPD-Prä­si­di­um benennt in ihrem Gruß­wort zur Jah­res­ta­gung am 17. Janu­ar 2026 aus­drück­lich das The­ma »Poli­ti­scher Islam« als Auf­ga­ben­feld. (Bild: AK Polis / frei zur redak­tio­nel­len Ver­wen­dung)

Ex-Sala­fist Tugay Saraç, Pro­jekt­lei­ter der Anlauf­stel­le Islam und Diver­si­tät (AID) an der Ibn-Rushd-Goe­the-Moschee, wäh­rend sei­nes Vor­trags am 17. Janu­ar 2026 im Hans-Jochen-Vogel-Saal des Wil­ly-Brandt-Hau­ses in Ber­lin. (Foto: AK Polis / frei zur redak­tio­nel­len Ver­wen­dung)


Hans-Jakob Schind­ler vom »Coun­ter Extre­mism Pro­ject« und Mit­glied des Isla­mis­mus-Bera­ter­krei­ses beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern (BMI) wäh­rend sei­nes Vor­trags am 17. Janu­ar 2026 im Hans-Jochen-Vogel-Saal des Wil­ly-Brandt-Hau­ses in Ber­lin. (Foto: AK Polis / frei zur redak­tio­nel­len Ver­wen­dung)