Die SPD-Parteizeitung »Vorwärts« hat ein Interview mit Sabine Smentek veröffentlicht. Das Gespräch führte Lars Haferkamp, Chef vom Dienst und Textchef des Vorwärts.
Unter der Überschrift »SPD-Arbeitskreis will härtere Gangart gegen Iran und Islamismus« beantwortet Smentek Fragen zur aktuellen Bedrohungslage durch den »Politischen Islam« in Deutschland. Sie beschreibt islamistische Strukturen, die nicht primär durch offene Gewalt, sondern durch langfristige politisch-religiöse Hegemonialansprüche und innermuslimische Ausgrenzung von säkularen und liberalen Stimmen wirksam werden.
Auf die Frage »Wie sieht die Bedrohung durch den politischen Islam in Deutschland konkret aus?« sagt Smentek:
Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht davon aus, dass von den circa 5,6 Millionen Muslimen in Deutschland etwa 30.000 bis 50.000 Islamisten sind. Das sind Menschen, die aus ihrer Religion einen politischen Herrschaftsanspruch ableiten. Als gewaltbereit werden circa 10.000 Menschen eingeschätzt. Sie nutzen die Religionsfreiheit, um gegen Demokratie und Menschenrechte – vor allem Frauenrechte – zu agitieren und zu predigen. Das macht die Situation für liberale, demokratische und säkulare Muslime auch in Deutschland gefährlich, mitunter lebensgefährlich. Man denke nur an die Terror- und Todesdrohungen gegen die liberale Ibn‑Rushd‑Goethe‑Moschee in Berlin, die vorübergehend schließen musste.
Auf die Anschlussfrage »Was muss sich konkret ändern?« fordert sie eine klare politische Haltung. Organisationen und Akteure, die von Sicherheitsbehörden als extremistisch eingestuft werden oder islamistische Positionen vertreten, dürften nicht als Dialog‑, Kooperations- oder Bündnispartner legitimiert werden. Sie führt aus:
Wir fordern mehr Aufklärung und Bildung über den Islamismus, das betrifft zum Beispiel die Schulen. Es geht aber auch um islamische Gebetsräume in Schulen, die wir entschieden ablehnen. Schule ist der Ort des Lernens und nicht des Betens. Kinder und Jugendliche müssen mehr über die Gefahren im Internet lernen, das zu einer wesentlichen Quelle islamistischer Radikalisierung geworden ist. Aber wir müssen uns auch fragen, wieso so viele Menschen den Islamismus als Angebot der Zugehörigkeit und Akzeptanz so dankbar annehmen. Wirkliche Integration, Wertschätzung und Akzeptanz in der Gesellschaft ist die wirksamste Waffe gegen Islamismus.
Zum vollständigen Interview:
Vorwärts: »SPD-Arbeitskreis will härtere Gangart gegen Iran und Islamismus.« Interview mit Sabine Smentek, geführt von Lars Haferkamp, 21. Januar 2026. Online abrufbar unter: LINK (archiviert)
