Inhaltsverzeichnis

Syn­op­se zur Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung zu Isla­mic Reli­ef (Drs. 21/7057) und bekann­ten Sach­ver­hal­ten

Seit Januar 2017 fragt der Deutsche Bundestag nach den Verbindungen von Islamic Relief Deutschland zur Muslimbruderschaft und nach dem Verbleib der Fördermillionen des Auswärtigen Amts. Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, FDP und AfD haben in drei Wahlperioden nachgefragt. Die jüngste Antwort vom 9. Juli 2026 lässt alle neun Fragen unvollständig. Die folgende Synopse stellt jeder erteilten Antwort einen Bearbeitungsentwurf gegenüber, der zeigt, wie ein pflichtgemäß arbeitendes Auswärtiges Amt die Neubeantwortung anzulegen hätte, und benennt in einer Kommentarzeile die jeweils verwirklichten unzulässigen Antworttechniken.

Inhaltsverzeichnis

Neun Jah­re par­la­men­ta­ri­sche Fra­gen: die Vor­ge­schich­te

Die Klei­ne Anfra­ge vom 25. Juni 2026 (Drs. 21/6719) steht in einer lan­gen Rei­he. Den Anfang mach­te der Grü­nen-Abge­ord­ne­te Vol­ker Beck. Auf sei­ne Schrift­li­che Fra­ge ant­wor­te­te die Bun­des­re­gie­rung am 16. Janu­ar 2017 (Drs. 18/10923, S. 6 f.): Isla­mic Reli­ef Deutsch­land (IRD) sei als Haupt­spon­sor des Jah­res­tref­fens der Isla­mi­schen Gemein­schaft in Deutsch­land (IGD) am 13. Dezem­ber 2015 auf­ge­tre­ten und dort mit einem Rede­bei­trag ver­tre­ten gewe­sen. Die IGD sei »die wich­tigs­te und zen­tra­le Orga­ni­sa­ti­on von Anhän­gern der Mus­lim­bru­der­schaft (MB) in Deutsch­land«.

Im März 2019 folg­te die FDP-Frak­ti­on mit einer Klei­nen Anfra­ge (Drs. 19/8306), die sich aus­drück­lich auf die Beck-Ant­wort stütz­te. Die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung vom 15. April 2019 (Drs. 19/9415) bestä­tig­te in Fra­ge 50 »signi­fi­kan­te per­so­nel­le Ver­bin­dun­gen« von Isla­mic Reli­ef World­wi­de und IRD zur Mus­lim­bru­der­schaft oder ihr nahe­ste­hen­den Orga­ni­sa­tio­nen; zur Fra­ge nach Ver­bin­dun­gen zur Hamas berief sich die Bun­des­re­gie­rung erst­mals in die­sem Vor­gang auf das Staats­wohl. Im Novem­ber 2020 folg­ten die Ant­wor­ten auf zwei wei­te­re Anfra­gen von AfD (Drs. 19/24094 vom 5. Novem­ber 2020) und FDP (Drs. 19/24269 vom 13. Novem­ber 2020) mit der Zah­lungs­über­sicht für die Jah­re 2013 bis 2020 und dem Hin­weis auf das Ende der För­der­zu­sa­gen.

Im Jahr 2026 setz­te sich die Rei­he fort: Die Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­nen frag­te nach dem Haber-Ver­fah­ren zur Über­prü­fung von Pro­jekt­trä­gern durch das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (Ant­wort: Drs. 21/5406 vom 14. April 2026), die AfD-Frak­ti­on nach isla­mis­ti­scher Ein­fluss­nah­me (Ant­wort: Drs. 21/5840 vom 6. Mai 2026) und erneut die AfD-Frak­ti­on nach den Bun­des­mit­teln für IRD und mög­li­chen Mit­tel­ab­flüs­sen an isla­mis­ti­sche bzw. ter­ro­ris­ti­sche Struk­tu­ren in Syri­en (Ant­wort: Drs. 21/7057 vom 9. Juli 2026).

Das Fra­ge­be­dürf­nis des Par­la­ments zieht sich damit seit Janu­ar 2017 durch drei Wahl­pe­ri­oden und über Abge­ord­ne­te drei­er Frak­tio­nen. Der Fokus die­ser Syn­op­se liegt gleich­wohl auf der jüngs­ten Ant­wort. Der Grund liegt in ihrer Qua­li­tät: Min­des­tens vier Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen ste­hen im Wider­spruch zu amt­li­chen Fest­stel­lun­gen des Bun­des­rech­nungs­hofs. Kei­ne der neun Fra­gen wird voll­stän­dig beant­wor­tet.

Metho­di­sche Vor­be­mer­kung

Die Syn­op­se folgt der Logik einer Refe­rats­vor­la­ge und ist als Hil­fe­stel­lung für recht­mä­ßi­ges Ver­wal­tungs­han­deln ange­legt.

Sie ist je Fra­ge drei­stu­fig auf­ge­baut. Die Fra­ge­zei­le gibt den Fra­ge­text der Drs. 21/6719 wie­der. Dar­un­ter ste­hen zwei Spal­ten: links die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung (Drs. 21/7057 vom 9. Juli 2026); rechts ein Bear­bei­tungs­ent­wurf, der zeigt, wie die Bun­des­re­gie­rung, die der ver­fas­sungs­recht­li­chen Pflicht zur voll­stän­di­gen und wahr­heits­ge­mä­ßen Beant­wor­tung genü­gen will, die Neu­be­ant­wor­tung anzu­le­gen hät­te. Die grau unter­leg­te Kom­men­tar­zei­le benennt die in der erteil­ten Ant­wort ver­wirk­lich­ten unzu­läs­si­gen Tech­ni­ken. Grund­la­ge sind aus­schließ­lich amt­li­che Doku­men­te: die nach erfolg­rei­cher Klage frei­ge­ge­be­nen Prü­fungs­mit­tei­lun­gen des Bun­des­rech­nungs­ho­fes vom 10. und 17. Dezem­ber 2019 (Teil 1 und Teil 2, geschwärz­te Fas­sun­gen, zitiert nach Text­zif­fern), die im Quel­len­ver­zeich­nis genann­ten Bun­des­tags­druck­sa­chen sowie der Beschluss des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 10. Sep­tem­ber 2025 (20 F 12.23).

Struk­tur der rech­ten Spal­te:

A. Gesi­cher­ter Ant­wort­kern: Tat­sa­chen, die bereits jetzt akten­kun­dig bzw. amt­lich belegt sind (Fund­stel­len: »Teil 1« / »Teil 2« = Abschlie­ßen­de Prü­fungs­mit­tei­lun­gen des Bun­des­rech­nungs­ho­fes an das AA vom 10. bzw. 17. Dezem­ber 2019, geschwärz­te Fas­sung, zitiert nach Text­zif­fern; fer­ner Bun­des­tags­druck­sa­chen).

B. Arbeits­pro­gramm vor Zeich­nung: die kon­kre­ten Erhe­bungs­schrit­te, die das Refe­rat durch­zu­füh­ren hat, um die Fra­ge voll­stän­dig zu beant­wor­ten; ob die erfrag­ten Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen, wird durch die­se Schrit­te fest­ge­stellt.

C. Ergeb­nis­ab­hän­gi­ge Ant­wort­fas­sung: wie die Ant­wort je nach Ergeb­nis von B regel­kon­form zu for­mu­lie­ren ist. Grund­satz: Eine Nicht­wis­sens- oder Ver­wei­ge­rungs­aus­sa­ge ist erst zuläs­sig, nach­dem die Schrit­te unter B durch­ge­führt und doku­men­tiert sind (Nr. 5 und 6 des 12er-Kata­logs).

Abschnitt A ent­hält aus­schließ­lich durch die genann­ten Fund­stel­len gedeck­te Tat­sa­chen.

Umfangs­treue: Jede Fra­ge wird in ihrem Wort­laut­um­fang beant­wor­tet: weder enger noch wei­ter. Orga­ni­sa­tio­nen jen­seits von IRD wer­den nur ein­be­zo­gen, soweit der Fra­ge­text sie erfasst: Fra­ge 1 (»mit ihm ver­bun­de­ne Orga­ni­sa­tio­nen«; Maß­stab: Ver­bun­den­heit mit IRD), Fra­ge 2 (»Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen vor Ort«), Fra­ge 3 (»inter­na­tio­na­les Isla­mic-Reli­ef-Netz­werk bzw. IRD«), Fra­ge 8 (»ver­wand­te Orga­ni­sa­tio­nen«, Maß­stab wie Fra­ge 1), Fra­ge 9 (eigen­stän­di­ger Emp­fän­ger­kreis: MB-ver­bun­de­ne Zuwen­dungs­emp­fän­ger der huma­ni­tä­ren Hil­fe des AA); bei den Fra­gen 4 bis 6 erschei­nen IRW, IRT und DSV nur als Wei­ter­lei­tungs­emp­fän­ger der erfrag­ten Pro­jekt­mit­tel, nicht als eige­ner Aus­kunfts­ge­gen­stand. Erhe­bun­gen und Anga­ben, die über den jewei­li­gen Fra­ge­wort­laut hin­aus­ge­hen, unter­blei­ben.

Abschnitt B benennt die vor Zeich­nung durch­zu­füh­ren­den Erhe­bungs­schrit­te; deren Durch­füh­rung und Ergeb­nis­se sind im Ent­wurfs­ver­merk zu doku­men­tie­ren.

Abschnitt C legt fest, wie die Ant­wort je nach Ergeb­nis regel­kon­form zu fas­sen ist. Aus­sa­gen über das Nicht­vor­lie­gen von Infor­ma­tio­nen, über Unzu­mut­bar­keit oder über Ver­wei­ge­rungs­grün­de dür­fen erst nach Abschluss der jewei­li­gen B‑Schritte getrof­fen wer­den; Wer­tun­gen (»umfäng­lich«, »ein­zi­ge Mög­lich­keit«, »Qua­li­täts­sie­gel«, »deut­lich umfas­sen­der«, »min­des­tens«) nur bei nach B beleg­ter Tat­sa­chen­grund­la­ge (Nr. 7, 9). Ent­spre­chen­des gilt für die wei­te­ren Tech­ni­ken des 12er-Kata­logs: Pro­zess­be­haup­tun­gen nur mit Akteur, Datum und Fund­stel­le (Nr. 8); die Mit­wir­kung ande­rer Stel­len nur, wie doku­men­tiert (Nr. 10); nicht erfrag­te Ent­las­tungs­dar­stel­lun­gen nicht als Rah­men oder Ersatz der Beant­wor­tung (Nr. 12).

Syn­op­se

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung (Drs. 21/7057 vom 9. Juli 2026)Bear­bei­tungs­ent­wurf: A. Ant­wort­kern /
B. Arbeits­pro­gramm / C. Ant­wort­fas­sung
Vor­be­mer­kung: Fremd­an­ga­ben, selek­ti­ve Dar­stel­lung und unbe­leg­te Wer­tun­gen.
Bei­trag zur Bewäl­ti­gung der huma­ni­tä­ren Kri­se; »min­des­tens 2.453.843 hilfs­be­dürf­ti­ge Per­so­nen erreicht«; 60 Gesund­heits­ein­rich­tun­gen, 65 Kran­ken­häu­ser, 1.350.784 behan­del­te Pati­en­ten, 700.979 kos­ten­lo­se Behand­lun­gen (Atmeh, Al-Dana, Tal­bi­sah), 6.855 Thalass­ä­mie-Pati­en­ten u. a.; För­de­rung »nach umfäng­li­chem Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit dem BMI«; Frame­work Part­ner­ship Agree­ment mit DG ECHO als »Qua­li­täts­sie­gel«; Boni­täts­un­ter­la­gen »her­an­ge­zo­gen und aus­ge­wer­tet«; »kei­ne Hin­wei­se für eine zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung«.A. Ant­wort­kern: Das AA för­der­te 2013–2016 vier Pro­jek­te von IRD zur medi­zi­ni­schen Grund­ver­sor­gung in Syri­en (SYR 23/13, SYR 28/14, SYR 06/15, SYR 17/16) mit rund 8,45 Mio. Euro sowie ein Fol­ge­pro­jekt (1. April 2017 bis 31. März 2020) mit 6,76 Mio. Euro; ins­ge­samt rund 15,2 Mio. Euro (Teil 1, Tz. 0.1, 0.2, 2.3, 3.5.1.1). IRD setz­te die Pro­jek­te über IRW, IRT und DSV um (Teil 1, Tz. 2.3). Der BRH hat fest­ge­stellt, dass das AA die Eig­nung von IRD ent­ge­gen sei­ner eige­nen Wei­sungs­la­ge (RES 55–1; BMI-Erlas­se 2004 und 2017) bejaht hat, ohne dies nach­voll­zieh­bar zu begrün­den (Teil 1, Tz. 0.1.1), und dass zah­len­mä­ßi­ge Nach­wei­se und Beleg­lis­ten der Letzt­emp­fän­ger nicht vor­la­gen (Teil 2, Tz. 5.2.2, 5.3).
B. Arbeits­pro­gramm: (1) Her­kunft jeder Wir­kungs­zahl der Erst­ant­wort klä­ren: Abgleich mit den Anga­ben der Ver­wen­dungs­nach­wei­se; Fest­stel­lung, ob die Zah­len aus der von IRD betrie­be­nen Pro­jekt­da­ten­bank stam­men und ob sie für die Erst­ant­wort neu beim Zuwen­dungs­emp­fän­ger erho­ben wur­den. (2) Veri­fi­ka­ti­ons­sta­tus je Zahl doku­men­tie­ren (durch wen, wann, anhand wel­cher Unter­la­gen geprüft). (3) Frame­work Part­ner­ship Agree­ment: Ver­trags­un­ter­la­gen bzw. die öffent­li­che ECHO-Part­ner­über­sicht bei­zie­hen; Ver­trags­part­ner (IRD oder IRW), Lauf­zeit und Gegen­stand fest­stel­len. C. Ant­wort­fas­sung: Wir­kungs­zah­len nur als gekenn­zeich­ne­te Anga­ben des Zuwen­dungs­emp­fän­gers mit Quel­len- und Veri­fi­ka­ti­ons­an­ga­be; eine »mindestens«-Formulierung nur bei nach B beleg­ter Unter­gren­ze (Nr. 7). Das FPA nur mit dem nach B fest­ge­stell­ten Ver­trags­part­ner und mit der BRH-Ein­ord­nung, dass die Zer­ti­fi­zie­rung kei­nen Ein­fluss auf die Wei­sungs­la­ge hat (Teil 1, Tz. 3.7.1); als Eig­nungs­ar­gu­ment ent­fällt es (Nr. 11, 9). Die belas­ten­den BRH-Kern­fest­stel­lun­gen sind in der Vor­be­mer­kung mit auf­zu­füh­ren (Nr. 11).
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Die per­so­nen­ge­nau­en Begüns­tig­ten­zah­len erschei­nen ohne Quel­len­an­ga­be und ohne Veri­fi­ka­ti­ons­sta­tus; nach den BRH-Fest­stel­lun­gen lagen die Nach­wei­se der Letzt­emp­fän­ger nicht vor (Teil 2, Tz. 5.3) (Nr. 7). Vier Aus­sa­gen ste­hen im Wider­spruch zu amt­li­chen Fest­stel­lun­gen: Boni­täts­un­ter­la­gen »her­an­ge­zo­gen und aus­ge­wer­tet« gegen Teil 2, Tz. 3.1.5 (Zusi­che­run­gen wer­den, »je häu­fi­ger vor­ge­tra­gen, des­to weni­ger glaub­wür­dig«); »umfäng­li­cher Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit dem BMI« gegen Teil 1, Tz. 0.2 (Gesprä­che bestä­tigt, »nicht jedoch die Zustim­mung«) (Nr. 9, 10); »Qua­li­täts­sie­gel« der DG ECHO gegen Teil 1, Tz. 3.7.1 (Nr. 9); »kei­ne Hin­wei­se für eine zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung« gegen Teil 2, Tz. 0.6 und 5.3 (»zahl­rei­che Ver­stö­ße«, Rück­for­de­run­gen von rund 155.000 Euro zuzüg­lich Zin­sen) (Nr. 11). Das nicht erfrag­te Wir­kungs­zah­len­werk bil­det rund ein Drit­tel des Ant­wort­um­fangs (Nr. 12).
1. Wie hoch waren die Gesamt­zah­lun­gen des Bun­des, ins­be­son­de­re des Aus­wär­ti­gen Amts, an den Ver­ein „Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V.“ sowie an mit ihm ver­bun­de­ne Orga­ni­sa­tio­nen in den Jah­ren von 2013 bis 2025 (bit­te nach Jah­ren auf­schlüs­seln)?
Für den Zeit­raum von 2013 bis 2020 wird auf die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung vom 13. Novem­ber 2020 auf Fra­ge 2 der Klei­ne Anfra­ge der Frak­ti­on FDP (Bun­des­tags­druck­sa­chen­num­mer 19/24269) ver­wie­sen. Seit­dem hat die Bun­des­re­gie­rung kei­ne Pro­jek­te von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land geför­dert.A. Ant­wort­kern: Zah­lun­gen des AA an IRD: fünf Pro­jekt­för­de­run­gen 2013–2020, ins­ge­samt rund 15,2 Mio. Euro (Teil 1, Tz. 0.1, 0.2). BMZ-Zah­lun­gen an IRD: ins­ge­samt 965.040 Euro (632.926 Euro 2013, Kri­sen­re­ak­ti­ons- und Sta­bi­li­sie­rungs­hil­fe; 332.114 Euro 2018–2020, Bila­te­ra­le TZ/­GIZ-Vor­ha­ben; Drs. 19/23023, S. 11).
B. Arbeits­pro­gramm: (1) Jah­res­schar­fe Aus­zah­lungs­da­ten des AA aus Haus­halts­voll­zug und Pro­jekt­ak­ten zusam­men­stel­len; Abgleich mit der Tabel­le in Drs. 19/24269 und Abdruck der Tabel­le in der Ant­wort selbst statt Ver­wei­ses (Nr. 2). (2) Zeit­raum 2021–2025 für den eige­nen Geschäfts­be­reich aus den För­der­da­ten bestä­ti­gen. (3) Emp­fän­ger­kreis »mit ihm ver­bun­de­ne Orga­ni­sa­tio­nen« im Sin­ne des Fra­ge­tex­tes defi­nie­ren und doku­men­tie­ren; Maß­stab ist allein die Ver­bun­den­heit mit IRD (orga­ni­sa­to­risch, per­so­nell oder als Wei­ter­lei­tungs­emp­fän­ger der IRD-Zuwen­dun­gen); eine sons­ti­ge Netz­werk- oder Erkennt­nis­la­ge bleibt außer Betracht: hier­nach min­des­tens IRW, IRT und DSV. (4) Res­sort­ab­fra­ge an alle Bun­des­res­sorts zu unmit­tel­ba­ren Zah­lun­gen an IRD und die so defi­nier­ten Orga­ni­sa­tio­nen 2013–2025, nach Jah­ren; dabei etwa­ige Zah­lun­gen des BMZ an IRW (nach Pres­se­be­rich­ten besteht eine Koope­ra­ti­on fort) aus­drück­lich veri­fi­zie­ren; aus­zu­wei­sen sind nur Zah­lun­gen, da der Fra­ge­text Zah­lun­gen erfragt. (5) Mit­tel­ba­re Zuflüs­se: Wei­ter­lei­tungs­be­trä­ge je Letzt­emp­fän­ger aus den Ver­wen­dungs­nach­wei­sen und GIZ-Prüf­ver­mer­ken extra­hie­ren; wo Beleg­lis­ten feh­len (Teil 2, Tz. 5.2.2), die kon­kre­te Lücke je Pro­jekt notie­ren.
C. Ant­wort­fas­sung: Voll­stän­di­ge Tabel­le Jahr × Emp­fän­ger × Res­sort. Ver­blei­ben nach den Schrit­ten (1)–(5) Lücken, wer­den die­se kon­kret benannt und begrün­det (z. B. »Wei­ter­lei­tungs­be­trä­ge an IRT für das Pro­jekt SYR 28/14 sind nicht bezif­fer­bar, da Beleg­lis­ten der Letzt­emp­fän­ger nicht ein­ge­reicht wur­den«), und zwar als doku­men­tier­tes Ergeb­nis der Erhe­bung, nicht als pau­scha­les Nicht­wis­sen (Nr. 6).
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Der Fra­ge­teil zu den ver­bun­de­nen Orga­ni­sa­tio­nen bleibt unbe­ant­wor­tet; für die Jah­re 2021 bis 2025 fehlt die ange­for­der­te jah­res­wei­se Auf­schlüs­se­lung; der Ver­weis deckt nur 2013 bis 2020 ab (Nr. 2, 4). Der Satz zur Zeit nach 2020 betrifft aus­schließ­lich Pro­jek­te des AA; Zah­lun­gen ande­rer Res­sorts (BMZ: 965.040 Euro, Drs. 19/23023) blei­ben uner­wähnt (Nr. 11).
2. Für wel­che kon­kre­ten Pro­jek­te in wel­chen syri­schen Regio­nen wur­den nach Kennt­nis der Bun­des­re­gie­rung die in Fra­ge 1 erfrag­ten Mit­tel ver­wen­det, und wel­che Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen vor Ort waren in die Pro­jekt­durch­füh­rung ein­ge­bun­den (bit­te aus­füh­ren)?
Die in Fra­ge 1 abge­frag­ten Mit­tel zur Auf­recht­erhal­tung der medi­zi­ni­schen Grund­ver­sor­gung in Syri­en wur­den in Gebie­ten Nord- und Zen­tral­sy­ri­ens umge­setzt, die schwer zugäng­lich waren und in denen ein hoher huma­ni­tä­rer Bedarf bestand. Dazu gehör­ten Alep­po Stadt und Pro­vinz (Nord und Deir Hafer) sowie Idlib, Hama, Lata­kia, Homs. Fer­ner wird auf die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung vom 5. Novem­ber 2020 auf Fra­ge 3 der Klei­nen Anfra­ge der Frak­ti­on AfD (Bun­des­tags­druck­sa­chen­num­mer 19/24094) ver­wie­sen.A. Ant­wort­kern: Pro­jek­te: SYR 23/13, SYR 28/14, SYR 06/15, SYR 17/16 sowie das Fol­ge­pro­jekt (Zuwen­dungs­be­scheid vom 27. Juli 2017, Lauf­zeit bis 31. März 2020) (Teil 1, Tz. 0.1, 3.5.1.1). Gegen­stand: medi­zi­ni­sche Grund­ver­sor­gung (Medi­ka­men­te, Ver­brauchs­ma­te­ri­al, Aus­stat­tung, Per­so­nal- und Betriebs­kos­ten von Kran­ken­häu­sern). Regio­nen: wie Mit­tel­spal­te; dar­un­ter die Kran­ken­häu­ser Atmeh und Al-Dana (Pro­vinz Idlib) sowie Tal­bi­sah (Homs). Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen: Isla­mic Reli­ef World­wi­de (Bir­ming­ham), Isla­mic Reli­ef Tür­kei (Büro Gazi­antep, meh­re­re Büros in Syri­en), Deutsch-Syri­scher Ver­ein zur För­de­rung der Frei­hei­ten und Men­schen­rech­te e. V. (Teil 1, Tz. 2.3).
B. Arbeits­pro­gramm: (1) Aus Antrags­prüf­ver­mer­ken und Ver­wen­dungs­nach­wei­sen eine Matrix Pro­jekt × Regi­on × Part­ner × Ein­rich­tung erstel­len. (2) Zur Gebiets­kon­trol­le in den Pro­jekt­ge­bie­ten (ins­be­son­de­re Pro­vinz Idlib) die ein­schlä­gi­gen Lage­be­rich­te des Län­der­re­fe­rats mit Datum bei­zie­hen. C. Ant­wort­fas­sung: Abdruck der Matrix in der Ant­wort (»bit­te aus­füh­ren«, Nr. 2); die Gebiets­kon­trol­le wird mit Fund­stel­le der Lage­be­rich­te dar­ge­stellt, nicht umschrie­ben.
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Im Text der Ant­wort selbst wird kei­ne Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on benannt; hier­zu ver­weist die Ant­wort auf Drs. 19/24094 (Nr. 2). Ob und wel­che Part­ner dort genannt sind, erschließt sich erst aus der in Bezug genom­me­nen Druck­sa­che; die Aus­füh­rungs­bit­te der aktu­el­len Anfra­ge erfüllt die Ant­wort aus sich her­aus nicht.
3. Wel­che Kennt­nis­se hat­te die Bun­des­re­gie­rung über Ver­bin­dun­gen des inter­na­tio­na­len Isla­mic-Reli­ef-Netz­werks bzw. von IRD zur Mus­lim­bru­der­schaft und deren ideo­lo­gi­sche Able­ger (bit­te aus­füh­ren)?
Die in der Ant­wort auf Fra­ge 1 genann­ten pro­jekt­be­zo­ge­nen För­de­run­gen erfolg­ten nach umfäng­li­chem Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit dem BMI. Auf die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung vom 15. April 2019 auf Fra­ge 50 der Klei­nen Anfra­ge der Frak­ti­on FDP (Bun­des­tags­druck­sa­chen­num­mer 19/9415) und die Vor­be­mer­kung der Bun­des­re­gie­rung wird ver­wie­sen. Nach Abschluss wur­den die Pro­jek­te einer ver­tief­ten Ver­wen­dungs­nach­weis­prü­fung unter­zo­gen. Dabei wur­den kei­ne Hin­wei­se für eine zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung von Zuwen­dungs­mit­teln fest­ge­stellt. Die För­de­rung stell­te im Pro­jekt­ge­biet die ein­zi­ge Mög­lich­keit dar, lebens­ret­ten­de Gesund­heits­ver­sor­gung für die von den bewaff­ne­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen betrof­fe­nen Men­schen zu leis­ten.A. Ant­wort­kern (chro­no­lo­gisch, jeweils mit Fund­stel­le): (1) Ver­fas­sungs­schutz­be­richt Baden-Würt­tem­berg 2009: Akti­vi­tä­ten von IRW in den paläs­ti­nen­si­schen Auto­no­mie­ge­bie­ten per­so­nell und ideo­lo­gisch mit der Hamas ver­knüpft. (2) Janu­ar 2009, Arbeits­stab Huma­ni­tä­re Hil­fe des AA: »Wir machen nichts mit Isla­mic Reli­ef! Klar ist: kei­ne Zuwen­dun­gen, kei­ne Auf­nah­me in Koor­di­nie­rungs­aus­schuss!« (Teil 1, Tz. 3.2.1). (3) Juli 2009: AA-Anfra­ge an das BMI um »aktu­el­le und aus­führ­li­che Erkennt­nis­se«; eine Ant­wort ist in den Akten nicht doku­men­tiert (Teil 1, Tz. 3.2.1). (4) BfV-Schrift­ver­kehr ab 2006 (Grund­satz­ak­te; Details ein­ge­stuft). (5) Seit 2014 bekannt: Ein­stu­fung von IRW ein­schließ­lich IRD als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on durch das israe­li­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um (Drs. 19/9415). (6) Janu­ar 2017: Bestä­ti­gung enger Ver­bin­dun­gen zwi­schen IRD und der IGD/DMG, der zen­tra­len Orga­ni­sa­ti­on der MB-Anhän­ger­schaft in Deutsch­land. (7) April 2019: »signi­fi­kan­te per­so­nel­le Ver­bin­dun­gen zur Mus­lim­bru­der­schaft oder ihr nahe­ste­hen­den Orga­ni­sa­tio­nen« bei IRW und IRD (Drs. 19/9415, S. 11). (8) 26. Okto­ber 2018: Hin­weis des Län­der­re­fe­rats AS-SYR auf die »vom BfV bestä­tig­te Nähe zur Mus­lim­bru­der­schaft« und das aus RES 55–1 fol­gen­de grund­sätz­li­che Aus­schei­den als Zuwen­dungs­emp­fän­ger (Ver­merk vom 7. Novem­ber 2018; Teil 1, Tz. 3.5.1.3). (9) BND-Hin­wei­se zu IRD (Teil 1, Tz. 3.7.1; Inhal­te ein­ge­stuft). (10) BfV-Aus­kunft Mai 2026: »nach wie vor signi­fi­kan­te per­so­nel­le Ver­flech­tun­gen«.
B. Arbeits­pro­gramm: (1) BfV und BND förm­lich betei­li­gen: aktu­el­ler Erkennt­nis­stand und Frei­ga­be­fä­hig­keit der Punk­te (4) und (9). (2) Ein­stu­fungs­ent­schei­dung je Erkennt­nis: offe­ner Teil / VS über die Geheim­schutz­stel­le. (3) Aktu­el­le Bewer­tung des Hau­ses zur Fort­dau­er der Ver­flech­tun­gen for­mu­lie­ren und mit­zeich­nen las­sen. C. Ant­wort­fas­sung: Chro­no­lo­gi­sche Dar­stel­lung im offe­nen Teil; ein­ge­stuf­te Details als VS-Ergän­zung über die Geheim­schutz­stel­le mit fra­ge­be­zo­ge­ner Begrün­dung (Nr. 5). Die aktu­el­le Bewer­tung (bestä­ti­gend oder distan­zie­rend) wird aus­drück­lich aus­ge­spro­chen; ein Aus­wei­chen auf die Ver­wen­dungs­nach­weis­prü­fung unter­bleibt (Nr. 3).
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Zur erfrag­ten Kennt­nis­la­ge über die Mus­lim­bru­der­schaft wird nichts aus­ge­führt; die Ant­wort wech­selt zur Ver­wen­dungs­nach­weis­prü­fung, die Orga­ni­sa­ti­ons­ver­bin­dun­gen nicht zum Gegen­stand hat (Nr. 3). »Umfäng­li­cher Infor­ma­ti­ons­aus­tausch« (Nr. 9, 10) und »ein­zi­ge Mög­lich­keit« sind unbe­leg­te Wer­tun­gen. Letz­te­res hat der BRH geprüft und ver­wor­fen: par­al­le­le För­de­rung von Cari­tas, Mal­te­ser Inter­na­tio­nal und Ärz­te der Welt, die Dar­stel­lung »scheint nach­ge­scho­ben« (Teil 1, Tz. 3.5.1.4, 3.7.1) (Nr. 9).
4. Wel­che Maß­nah­men hat die Bun­des­re­gie­rung gege­be­nen­falls ergrif­fen, um sicher­zu­stel­len, dass die ver­ge­be­nen Pro­jekt­mit­tel nicht direkt oder indi­rekt dschi­ha­dis­ti­schen Grup­pen (z. B. Al-Nus­ra-Front bzw. HTS) oder ande­ren sala­fis­tisch-dschi­ha­dis­ti­schen Akteu­ren zugu­te­kom­men (bit­te aus­füh­ren)?
Auf die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung vom 13. Novem­ber 2020 auf Fra­ge 3 der Klei­nen Anfra­ge der Frak­ti­on FDP (Bun­des­tags­druck­sa­chen­num­mer 19/24269) und die Vor­be­mer­kung der Bun­des­re­gie­rung wird ver­wie­sen.A. Ant­wort­kern: Akten­kun­dig sind: die all­ge­mei­nen zuwen­dungs­recht­li­chen Instru­men­te (Auf­la­gen, Berichts­pflich­ten, Zwi­schen­be­rich­te, Ver­wen­dungs­nach­weis­prü­fung durch die GIZ) sowie ab 2017 eine mit BMZ, BMF und BMWi abge­stimm­te Sank­ti­ons­klau­sel in den Zuwen­dungs­be­schei­den (Teil 2, Tz. 6). Akten­kun­dig sind zugleich Wirk­sam­keits­gren­zen: Beleg­lis­ten der Letzt­emp­fän­ger lagen nicht vor; die GIZ bejah­te Prüf­punk­te teils ohne Bele­ge »zuguns­ten des ZE« (Teil 2, Tz. 5.2.2, 5.3); der Ver­bleib der 2014/2015 ange­mel­de­ten DSV-Bar­geld­trans­fers über 240.000 Euro ist nicht durch Bele­ge nach­ge­wie­sen (Teil 2, Tz. 7.2, 7.4).
B. Arbeits­pro­gramm: (1) Pro­jekt- und Grund­satz­ak­ten gezielt auf risi­ko­spe­zi­fi­sche Maß­nah­men durch­se­hen: Dritt­par­tei-/Re­mo­te-Moni­to­ring, Prü­fung bzw. Vet­ting der Letzt­emp­fän­ger und ihrer Zah­lungs­ket­ten, Rege­lun­gen zu Bar­geld, gebiets­be­zo­ge­ne Auf­la­gen für von Extre­mis­ten kon­trol­lier­te Räu­me, Reak­tio­nen auf die Sank­ti­ons­klau­sel. (2) Die GIZ um Dar­stel­lung ihrer dama­li­gen Moni­to­ring- und Prüf­pra­xis für die vier Pro­jek­te bit­ten. (3) Berich­te des Länderreferats/der Aus­lands­ver­tre­tun­gen auf ein­schlä­gi­ge War­nun­gen oder Vor­fäl­le aus­wer­ten. (4) BfV und BND anfra­gen, ob emp­fän­ger­be­zo­ge­ne War­nun­gen zu den Letzt­emp­fän­gern oder zu Mit­tel­ab­flüs­sen an dschi­ha­dis­ti­sche Akteu­re vor­la­gen.
C. Ant­wort­fas­sung: Abschlie­ßen­de Auf­zäh­lung der Maß­nah­men mit Fund­stel­le und Datum. Ergibt die Durch­sicht kei­ne über A hin­aus­ge­hen­den Maß­nah­men, wird genau die­ses Prüf­ergeb­nis mit­ge­teilt (»Über die genann­ten Instru­men­te hin­aus sind Maß­nah­men in den Akten nicht doku­men­tiert«), und zwar als Ergeb­nis der Schrit­te (1)–(4), nicht als Vor­weg­nah­me (Nr. 6). Die doku­men­tier­ten Wirk­sam­keits­gren­zen wer­den offen­ge­legt (Nr. 11).
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Die Ant­wort besteht aus zwei Ver­wei­sen. Eine kon­kre­te Maß­nah­me wird an kei­ner Stel­le benannt (Nr. 2). Die in Bezug genom­me­ne Vor­be­mer­kung ent­hält kei­ne Maß­nah­me; dort tritt nicht erfrag­tes ent­las­ten­des Mate­ri­al an die Stel­le der erfrag­ten Anga­ben (Nr. 12).
5. Zu wel­chem Ergeb­nis kamen die inter­nen Prü­fun­gen der Bun­des­re­gie­rung hin­sicht­lich der Fra­ge, ob durch die För­de­rung von IRD eine indi­rek­te Finan­zie­rung ter­ro­ris­ti­scher Struk­tu­ren ermög­licht wur­de?
Gemein­sa­me Ant­wort zu 5–6b.A. Ant­wort­kern: Die durch­ge­führ­ten Ver­wen­dungs­nach­weis­prü­fun­gen hat­ten die zuwen­dungs­recht­li­che Ord­nungs­mä­ßig­keit zum Gegen­stand; sie beant­wor­ten die Fra­ge nach einer indi­rek­ten Finan­zie­rung ter­ro­ris­ti­scher Struk­tu­ren nicht (Nr. 3). Ihre Aus­sa­ge­kraft war zudem begrenzt (feh­len­de Letzt­emp­fän­ger-Nach­wei­se; Beja­hung von Prüf­punk­ten ohne Bele­ge; Teil 2, Tz. 5.2.2, 5.3); zugleich stell­ten sie zahl­rei­che zuwen­dungs­recht­li­che Ver­stö­ße fest, die zu Rück­for­de­run­gen von rund 155.000 Euro zuzüg­lich Zin­sen führ­ten (Teil 2, Tz. 0.6, 5.3); die­ser Befund ist offen­zu­le­gen (Nr. 11).
B. Arbeits­pro­gramm: (1) Innen­re­vi­si­on und Lei­tungs­be­reich anfra­gen, ob im Zeit­raum 2016–2026 (ins­be­son­de­re aus Anlass der Pres­se­be­richt­erstat­tung 2017 und der BRH-Prü­fung 2019) eine inter­ne Prü­fung statt­fand, die spe­zi­fisch die Ter­ror­fi­nan­zie­rungs­fra­ge zum Gegen­stand hat­te; Ergeb­nis und Fund­stel­le erhe­ben. (2) BfV und BND förm­lich betei­li­gen: Lie­gen Erkennt­nis­se zu Mit­tel­flüs­sen aus den geför­der­ten Pro­jek­ten an ter­ro­ris­ti­sche Struk­tu­ren vor, und mit wel­chem Ergeb­nis wur­den sie bewer­tet? (3) Erkennt­nis­se von Zoll/FIU zum Bar­geld­vor­gang (240.000 Euro) abfra­gen. (4) Ein­stu­fungs­be­darf der Ergeb­nis­se klä­ren. C. Ant­wort­fas­sung: Das Ergeb­nis der Schrit­te (1)–(3) wird benannt, ein­schließ­lich eines etwa­igen nega­ti­ven Ergeb­nis­ses (»Eine spe­zi­fisch auf die­se Fra­ge gerich­te­te inter­ne Prü­fung hat nach dem Ergeb­nis der Abfra­gen nicht statt­ge­fun­den«), dann ver­bun­den mit der Anga­be, wel­che Prü­fun­gen statt­des­sen erfolg­ten und was sie nicht abde­cken. Ein­ge­stuf­te nach­rich­ten­dienst­li­che Bewer­tun­gen wer­den über die Geheim­schutz­stel­le über­mit­telt (Nr. 5).
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Die Fra­ge nach der Ter­ror­fi­nan­zie­rung wird durch die Fra­ge nach der Zweck­ent­spre­chung ersetzt; bei­de Prüf­ge­gen­stän­de sind ver­schie­den, denn zweck­ent­spre­chend ver­wen­de­te Mit­tel kön­nen De-fac­to-Macht­ha­bern gleich­wohl zugu­te­kom­men, etwa über Abga­ben und Zwangs­er­he­bun­gen (Nr. 3). Die Sam­mel­be­ant­wor­tung der Fra­gen 5 bis 6b ist das for­ma­le Vehi­kel des Über­ge­hens (Nr. 1).
6. Wur­de das Aus­wär­ti­ge Amt über mög­li­che Mit­tel­ver­wen­dun­gen in von Extre­mis­ten kon­trol­lier­ten Gebie­ten (z. B. Idlib) infor­miert? a) Wenn ja, zu wel­chem Zeit­punkt, und wel­che Kon­se­quen­zen wur­den nach Kennt­nis der Bun­des­re­gie­rung dar­aus gezo­gen? b) Wenn nein, war­um nicht?
Die Fra­gen 5 bis 6b wer­den zusam­men beant­wor­tet. Die von der Bun­des­re­gie­rung geför­der­ten Pro­jek­te wur­den einer ver­tief­ten Ver­wen­dungs­nach­weis­prü­fung unter­zo­gen. Das beinhal­tet eine detail­lier­te Ein­zel­prü­fung mit Nach­wei­sen, ob Zuwen­dungs­mit­tel zweck­ent­spre­chend, wirt­schaft­lich und recht­mä­ßig ver­wen­det wur­den. Dabei wur­den kei­ne Hin­wei­se für eine zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung von Zuwen­dungs­mit­teln fest­ge­stellt.A. Ant­wort­kern: Ja. Am 26. Okto­ber 2018 wies das Län­der­re­fe­rat AS-SYR das Fach­re­fe­rat S09 dar­auf hin, dass eine För­de­rung von IRD »auch bei ord­nungs­ge­mä­ßer Ver­wen­dung für huma­ni­tä­re Zwe­cke zu einer nicht-inten­dier­ten För­de­rung kari­ta­ti­ver Struk­tu­ren der MB in SYR füh­ren« kön­ne (Ver­merk vom 7. Novem­ber 2018; Teil 1, Tz. 3.5.1.3). Kon­se­quen­zen wur­den zunächst nicht gezo­gen: Der Ver­merk wur­de weder in der Grund­satz- noch in der Pro­jekt­ak­te abge­legt; das Fach­re­fe­rat nahm das Gespräch bis Mai 2019 nicht zum Anlass, die lau­fen­de För­de­rung zu hin­ter­fra­gen (ebd.). Nach der BRH-Emp­feh­lung, die För­de­rung ein­zu­stel­len, sag­te das AA am 17. Sep­tem­ber 2019 schrift­lich zu, IRD nicht wei­ter zu för­dern (Teil 1, Tz. 3.6). Teil­fra­ge b) ent­fällt.
B. Arbeits­pro­gramm: (1) Wei­te­re Infor­ma­ti­ons­we­ge prü­fen und mit Datum bele­gen: lau­fen­de Syri­en-Lage­be­richt­erstat­tung zur Gebiets­kon­trol­le (ins­be­son­de­re Idlib), Berich­te der GIZ und des Zuwen­dungs­emp­fän­gers, etwa­ige Hin­wei­se von BfV/BND und Aus­lands­ver­tre­tun­gen. (2) Für jeden fest­ge­stell­ten Infor­ma­ti­ons­zeit­punkt die doku­men­tier­te Reak­ti­on (oder deren Feh­len) erhe­ben. C. Ant­wort­fas­sung: Ja/Nein zuerst, dann Zeit­punk­te und Kon­se­quen­zen je Infor­ma­ti­ons­weg in zeit­li­cher Fol­ge (Nr. 1); die doku­men­tier­te Kon­se­quenz­lo­sig­keit bis Mai 2019 wird nicht aus­ge­spart (Nr. 11).
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Die Ja/N­ein-Fra­ge samt Teil­fra­gen 6a (Zeit­punkt, Kon­se­quen­zen) und 6b (Begrün­dung) bleibt voll­stän­dig unbe­ant­wor­tet; Geheim­hal­tungs­grün­de wer­den nicht gel­tend gemacht (Nr. 1, 5). Akten­kun­dig wäre zu berich­ten gewe­sen: die haus­in­ter­ne War­nung des Län­der­re­fe­rats AS-SYR vom 26. Okto­ber 2018 und die doku­men­tier­te Kon­se­quenz­lo­sig­keit bis Mai 2019 (Teil 1, Tz. 3.5.1.3).
7. War­um wur­de die För­de­rung des IRD trotz der in der Vor­be­mer­kung der Fra­ge­stel­ler genann­ten War­nun­gen und Berich­te, unter ande­rem aus den Jah­ren 2015, 2019 und 2020, fort­ge­setzt, und wel­che Kon­se­quen­zen zieht die Bun­des­re­gie­rung aus den nun öffent­lich gewor­de­nen kri­ti­schen Berich­ten des Bun­des­rech­nungs­ho­fes (bit­te aus­füh­ren)?
Das AA hat die Prüf­be­rich­te des Bun­des­rech­nungs­hofs von 2019 zur Kennt­nis genom­men. Die dar­in ent­hal­te­nen Vor­wür­fe wur­den geprüft und die dar­aus gewon­ne­nen Erkennt­nis­se sind in die Wei­ter­ent­wick­lung der pro­jekt­be­zo­ge­nen Zusam­men­ar­beit mit För­der­mit­tel­emp­fän­gern ein­ge­flos­sen. All­ge­mein sind die der­zei­ti­gen Anfor­de­run­gen in der Zusam­men­ar­beit mit Zuwen­dungs­emp­fän­gern deut­lich umfas­sen­der. Das betrifft unter­schied­li­che Berei­che, dar­un­ter die erwei­ter­te Prü­fung der Eig­nung und der Zuver­läs­sig­keit eines Zuwen­dungs­emp­fän­gers, die erwei­ter­te Prü­fung sank­ti­ons­recht­li­cher Bestim­mun­gen im Antrags­ver­fah­ren sowie erwei­ter­te Auf­la­gen zur Sicher­stel­lung zweck­ent­spre­chen­der Mit­tel­ver­wen­dung. Dazu gehö­ren fer­ner erwei­ter­te Auf­la­gen und Prüf­pflich­ten, Ver­wen­dungs­nach­weis­prü­fun­gen und Erfolgs­kon­trol­len.A. Ant­wort­kern (ers­ter Fra­ge­teil): Eine akten­mä­ßig beleg­te Begrün­dung für Auf­nah­me und Fort­set­zung der För­de­rung exis­tiert nach den Fest­stel­lun­gen des BRH nicht: Die maß­geb­li­chen Grün­de für den Mei­nungs­um­schwung von der Ableh­nung im Janu­ar 2009 zur För­de­rung ab 2013 »blei­ben im Dun­keln« (Teil 1, Tz. 3.3); die Grund­la­ge der Ein­schät­zung eines »guten Rufs« konn­te das AA nicht erklä­ren (Teil 1, Tz. 3.3 i. V. m. 3.2.2); die spä­te­re Alter­na­tiv­lo­sig­keits-Dar­stel­lung »scheint nach­ge­scho­ben« (Teil 1, Tz. 3.7.1); Band 1 der Grund­satz­ak­te wur­de am 7. August 2013 ver­nich­tet (Teil 2, Tz. 3.1.3). Die­ser Befund ist als sol­cher mit­zu­tei­len.
B. Arbeits­pro­gramm (zwei­ter Fra­ge­teil, Kon­se­quen­zen): (1) Syn­op­se aller seit 2019 geän­der­ten oder neu­en Erlas­se, Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten und Rege­lun­gen des Pro­jekt­hand­buchs Huma­ni­tä­re Hil­fe erstel­len (Bezeich­nung, Datum des Inkraft­tre­tens, Fund­stel­le; Ver­si­ons­ver­gleich der Hand­buch­stän­de). (2) Fest­stel­len, ob und seit wann die Vor­la­ge und Prü­fung von Letzt­emp­fän­ger-Nach­wei­sen zwin­gend ist. (3) GIZ-Beauf­tra­gung: aktu­el­le Leis­tungs­be­schrei­bung, Prüf­fris­ten, Beleg­an­for­de­run­gen; Ände­run­gen seit den Fest­stel­lun­gen zu Prüf­ver­zö­ge­run­gen von bis zu fünf Jah­ren und zur Aner­ken­nung unbe­leg­ter Zah­lun­gen (Teil 2, Tz. 5.2.1, 5.3). (4) Stand dienst- und dis­zi­pli­nar­recht­li­cher Prü­fun­gen beim Personalreferat/Disziplinarvorgesetzten erhe­ben (Wei­sungs­ver­stö­ße, Akten­ver­nich­tung, Akten­füh­rung), ein­schließ­lich Ver­jäh­rungs­la­ge. (5) Lei­tungs­vor­la­ge zur KoA-Mit­glied­schaft von IRD her­bei­füh­ren (Ent­schei­dungs­grund­la­ge: Teil 1, Tz. 3.7.1; BfV-Aus­kunft Mai 2026). (6) Posi­ti­on des Hau­ses zur künf­ti­gen Erfas­sung von Bewil­li­gun­gen trotz ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­ter Erkennt­nis­se klä­ren (Drs. 21/5406, Ant­wort zu Fra­ge 21b). (7) Hin­weis des BRH auf vor­be­hal­te­ne Nach­fra­ge­ver­fah­ren und Kon­troll­prü­fun­gen berück­sich­ti­gen (Teil 2, Tz. 0.8, 8). C. Ant­wort­fas­sung: Nur die nach B beleg­ten Ände­run­gen, ein­zeln mit Datum und Fund­stel­le; das Prä­di­kat »deut­lich umfas­sen­der« ent­fällt oder wird durch die­se Lis­te ersetzt (Nr. 9). Gegen­läu­fi­ge Fak­ten (fort­be­stehen­de KoA-Mit­glied­schaft, feh­len­de Erfas­sung) wer­den offen­ge­legt (Nr. 11). Ergibt Schritt (4), dass kei­ne Prü­fun­gen ein­ge­lei­tet wur­den, wird dies mit Begrün­dung mit­ge­teilt.
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Der Fra­ge­teil »war­um« bleibt unbe­ant­wor­tet; dass eine beleg­te Begrün­dung nach Akten­la­ge nicht exis­tiert (Teil 1, Tz. 3.3: die Grün­de »blei­ben im Dun­keln«), wird nicht offen­ge­legt (Nr. 6). Die Kon­se­quenz­be­schrei­bung besteht aus Pro­zess­be­haup­tun­gen ohne Akteur, Datum und Fund­stel­le (Nr. 8); »deut­lich umfas­sen­der« bleibt unbe­legt, wäh­rend Kon­trol­le und Erfas­sung nach Drs. 21/5406 wei­ter­hin feh­len (Nr. 9). Die ein­schlä­gi­ge Wei­sungs­la­ge galt bereits im gesam­ten För­der­zeit­raum. Nach dem Befund des BRH lag das Pro­blem in ihrer Miss­ach­tung.
8. Plant die Bun­des­re­gie­rung, die Zusam­men­ar­beit mit IRD und ver­wand­ten Orga­ni­sa­tio­nen zu been­den sowie bestehen­de För­der­zu­sa­gen zu über­prü­fen bzw. ein­zu­stel­len, wenn nein, war­um nicht?
Seit 2020 hat die Bun­des­re­gie­rung gegen­über Isla­mic Reli­ef Deutsch­land kei­ne För­der­zu­sa­gen getä­tigt oder Pro­jek­te von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land geför­dert.A. Ant­wort­kern: Gegen­über IRD bestehen seit 2020 kei­ne För­der­zu­sa­gen des AA. Die Zusam­men­ar­beit besteht in Form der Mit­glied­schaft von IRD im Koor­di­nie­rungs­aus­schuss Huma­ni­tä­re Hil­fe fort (öffent­li­che KoA-Lis­te, Stand März 2026); der BRH hat­te fest­ge­stellt, dass die­ser Sta­tus »mit Blick auf die eige­ne Wei­sungs­la­ge« nicht hät­te ein­ge­räumt wer­den dür­fen (Teil 1, Tz. 3.7.1).
B. Arbeits­pro­gramm: (1) Lei­tungs­ent­schei­dung zur KoA-Mit­glied­schaft ein­ho­len; Ent­schei­dungs­vor­la­ge mit der BRH-Fest­stel­lung und der BfV-Aus­kunft vom Mai 2026 als Grund­la­ge. (2) Bestands­auf­nah­me sons­ti­ger Zusam­men­ar­beit des AA mit IRD (Gre­mi­en, Kon­sul­ta­tio­nen, Ver­an­stal­tun­gen, Dia­log­for­ma­te). (3) »Ver­wand­te Orga­ni­sa­tio­nen« im Sin­ne des Fra­ge­tex­tes zuvor defi­nie­ren (Maß­stab wie zu Fra­ge 1: Ver­bun­den­heit mit IRD (orga­ni­sa­to­risch, per­so­nell oder als Wei­ter­lei­tungs­emp­fän­ger); hier­nach Res­sort­ab­fra­ge zu lau­fen­den Koope­ra­tio­nen, Gre­mi­en­mit­glied­schaf­ten und För­der­zu­sa­gen gegen­über IRW, IRT und DSV, aus­drück­lich ein­schließ­lich des Geschäfts­be­reichs des BMZ. (4) Für jede fest­ge­stell­te Zusam­men­ar­beit die Absicht (Fortsetzung/Beendigung/Überprüfung) klä­ren.
C. Ant­wort­fas­sung: Die Zukunfts­fra­ge wird als Zukunfts­aus­sa­ge beant­wor­tet (Nr. 4): je Orga­ni­sa­ti­on und Zusam­men­ar­beits­form Bestand + Absicht. Lau­tet die Absicht »kei­ne Been­di­gung«, ist das »wenn nein, war­um nicht« aus­drück­lich zu beant­wor­ten, ein­schließ­lich der Begrün­dung gegen die BRH-Fest­stel­lung und die fort­be­stehen­den Ver­flech­tun­gen (Nr. 1, 11).
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Die auf die Zukunft gerich­te­te Fra­ge wird mit einer Ver­gan­gen­heits­an­ga­be beant­wor­tet (Nr. 4). Die Fra­ge nach ver­wand­ten Orga­ni­sa­tio­nen und das »wenn nein, war­um nicht« blei­ben offen (Nr. 1); die fort­be­stehen­de Mit­glied­schaft von IRD im Koor­di­nie­rungs­aus­schuss Huma­ni­tä­re Hil­fe des Aus­wär­ti­gen Amts bleibt uner­wähnt (Nr. 11).
9. In wie vie­len wei­te­ren Fäl­len hat das Aus­wär­ti­ge Amt in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren Gel­der zur huma­ni­tä­ren Hil­fe an Orga­ni­sa­tio­nen geneh­migt und ver­ge­ben, die nach­ge­wie­sen Ver­bin­dun­gen zur Mus­lim­bru­der­schaft oder zu ande­ren isla­mis­ti­schen Netz­wer­ken haben bzw. denen Ver­bin­dun­gen zu die­sen vor­ge­wor­fen wer­den (bit­te nach Jahr und Emp­fän­ger auf­schlüs­seln)?
Auf die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung vom 6. Mai 2026 auf Fra­ge 13 der Klei­nen Anfra­ge der Frak­ti­on AfD (Bun­des­tags­druck­sa­chen­num­mer 21/5840) wird ver­wie­sen.A. Ant­wort­kern: Res­sort­über­grei­fend ver­füg­bar ist die Fall­sta­tis­tik des Haber-Ver­fah­rens: 2017–2025 gin­gen 302 Rück­mel­dun­gen »ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te Erkennt­nis­se lie­gen vor« ein; in 165 Fäl­len wur­den wei­ter­ge­hen­de Infor­ma­tio­nen über­mit­telt (Drs. 21/5406). Die dor­ti­ge Aus­sa­ge, ein­schlä­gi­ge Daten wür­den »nicht sys­te­ma­tisch erho­ben oder vor­ge­hal­ten« (Ant­wor­ten zu Fra­gen 12, 21b), betrifft die res­sort­über­grei­fen­de zen­tra­le Erfas­sung; sie ent­bin­det das AA nicht davon, den eige­nen Geschäfts­be­reich aus­zu­wer­ten: die im Haber-Ver­fah­ren ein­ge­gan­ge­nen BfV-Rück­mel­dun­gen zu AA-Anträ­gen lie­gen in den jewei­li­gen Antrags- bzw. Koor­di­nie­rungs­vor­gän­gen des Hau­ses vor.
B. Arbeits­pro­gramm: (1) Grund­ge­samt­heit bil­den: alle Zuwen­dungs­emp­fän­ger der huma­ni­tä­ren Hil­fe des AA der letz­ten zehn Jah­re aus Haus­halts- und För­der­da­ten (Titel­aus­wer­tung, Pro­jekt­da­ten­bank des Fach­re­fe­rats). (2) Abgleich mit den haus­ei­ge­nen Haber-Vor­gän­gen: alle BfV-Rück­mel­dun­gen zu Anträ­gen des AA iden­ti­fi­zie­ren (Antrags­ak­ten, koor­di­nie­ren­des Refe­rat); Fäl­le mit posi­ti­ver Mel­dung und gleich­wohl erfolg­ter Bewil­li­gung geson­dert aus­wei­sen. (3) Kri­te­ri­en für »nach­ge­wie­se­ne« und »vor­ge­wor­fe­ne« Ver­bin­dun­gen doku­men­tie­ren (BfV-Erkennt­nis; öffent­li­che behörd­li­che Fest­stel­lun­gen; sub­stan­ti­ier­te Vor­wür­fe) und die Grund­ge­samt­heit hier­nach klas­si­fi­zie­ren; für ver­blei­ben­de Emp­fän­ger ergän­zen­de BfV-Abfra­ge. (4) Auf­wand und Zeit­be­darf der Schrit­te doku­men­tie­ren (Grund­la­ge einer etwa­igen Zumut­bar­keits­aus­sa­ge). (5) Ein­stu­fungs­ent­schei­dung je Emp­fän­ger vor­be­rei­ten: offe­ner Teil / VS über die Geheim­schutz­stel­le, je Schutz­gut begrün­det.
C. Ergeb­nis­ab­hän­gi­ge Ant­wort­fas­sun­gen: (a) Voll­stän­di­ge Auf­schlüs­se­lung Jahr × Emp­fän­ger im offe­nen Teil. (b) Offe­ner Teil: Jahr × Anzahl; Emp­fän­ger­na­men als VS über die Geheim­schutz­stel­le (mil­de­re Mit­tel vor Ver­wei­ge­rung, Nr. 5). © Soweit ein­zel­ne Anga­ben auch ein­ge­stuft nicht über­mit­telt wer­den sol­len: aus­drück­li­che, fra­ge­be­zo­gen und je Schutz­gut begrün­de­te Teil­ver­wei­ge­rung. (d) Erweist sich die Rekon­struk­ti­on nach doku­men­tier­ter Durch­füh­rung der Schrit­te (1)–(4) als unzu­mut­bar oder lücken­haft: Mit­tei­lung die­ses Ergeb­nis­ses mit Auf­wands- und Lücken­dar­le­gung.
Kom­men­tar (ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken): Die benann­te Fund­stel­le ent­hält ihrer­seits einen wei­te­ren Ver­weis auf Drs. 21/5406 nebst einer Staats­wohl-Ver­wei­ge­rung, die aus­drück­lich auch eine Beant­wor­tung unter VS-Ein­stu­fung aus­schließt; die Fund­stel­len­ket­te endet ohne die erfrag­te Infor­ma­ti­on (Nr. 2). Der Ver­wei­ge­rungs­grund wird nicht fra­ge­be­zo­gen gege­ben, die Geheim­schutz­stel­le als mil­de­res Mit­tel nicht erkenn­bar geprüft (Nr. 5). Dass die erfrag­ten Daten nach eige­ner Aus­kunft der Bun­des­re­gie­rung nicht sys­te­ma­tisch erho­ben oder vor­ge­hal­ten wer­den (Drs. 21/5406, Ant­wor­ten zu den Fra­gen 12 und 21b), wird nicht mit­ge­teilt (Nr. 6).

Befund

Die Gegen­über­stel­lung führt zu einem ein­fa­chen Ergeb­nis: Die am 9. Juli 2026 erteil­te Ant­wort ver­fehlt die Fra­gen. Die Kom­men­tar­zei­len wei­sen je Fra­ge meh­re­re ver­wirk­lich­te Tech­ni­ken des Aus­wei­chens oder Nicht-Beant­wor­tens aus. Selbst eine Ver­wei­ge­rung wäre recht­mä­ßig mög­lich gewe­sen, näm­lich aus­drück­lich erklärt, fra­ge­be­zo­gen begrün­det und vor­ran­gig im Wege der ein­ge­stuf­ten Beant­wor­tung über die Geheim­schutz­stel­le des Deut­schen Bun­des­ta­ges. Auch die­sen Weg hat die Bun­des­re­gie­rung aus­ge­schla­gen.

Dass eine regel­kon­for­me Neu­be­ant­wor­tung mög­lich ist, zeigt die rech­te Spal­te: Der gesi­cher­te Ant­wort­kern liegt in den Akten des AA (deren Kennt­nis in der Bun­des­re­gie­rung vor­aus­zu­set­zen ist), die offe­nen Punk­te sind durch benann­te Erhe­bungs­schrit­te zu klä­ren. Für wie­der­hol­te Zusi­che­run­gen des Aus­wär­ti­gen Amts, die in in die­ser Ant­wort vom 9. Juli 2026 vor­ge­tra­gen wur­den, hat der Bun­des­rech­nungs­hof bereits im Jahr 2019 einen Maß­stab for­mu­liert, der auf Ant­wor­ten an das Par­la­ment über­trag­bar ist: Sie wer­den, »je häu­fi­ger vor­ge­tra­gen, des­to weni­ger glaub­wür­dig« (Teil 2, Tz. 3.1.5).

Quel­len

Deut­scher Bun­des­tag: Schrift­li­che Fra­gen mit den in der Woche vom 16. Janu­ar 2017 ein­ge­gan­ge­nen Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung (dar­in Fra­ge 8 des Abge­ord­ne­ten Vol­ker Beck), Druck­sa­che 18/10923 vom 20. Janu­ar 2017, S. 6 f. LINK

Deut­scher Bun­des­tag: Klei­ne Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on »Die Bezie­hun­gen des Ver­eins ›Isla­mic Reli­ef Deutsch­land‹ zur Mus­lim­bru­der­schaft und der Umgang mit Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen mit Ver­bin­dun­gen zu isla­mis­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen«, Druck­sa­che 19/8306 vom 13. März 2019. LINK

Deut­scher Bun­des­tag: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on, Druck­sa­che 19/9415 vom 15. April 2019 (dar­in Fra­ge 50). LINK

Deut­scher Bun­des­tag: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der AfD-Frak­ti­on, Druck­sa­che 19/24094 vom 5. Novem­ber 2020. LINK

Deut­scher Bun­des­tag: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on »Isla­mic Reli­ef«, Druck­sa­chen 19/23023 und 19/24269 vom 13. Novem­ber 2020. LINK

Deut­scher Bun­des­tag: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­nen »Koope­ra­ti­on und Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen den Bun­des­mi­nis­te­ri­en und dem Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz im Rah­men des soge­nann­ten Haber-Ver­fah­rens«, Druck­sa­che 21/5406 vom 14. April 2026. LINK

Deut­scher Bun­des­tag: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der AfD-Frak­ti­on »Mög­li­che Gefahr der Par­tei­en­un­ter­wan­de­rung durch Isla­mis­ten«, Druck­sa­che 21/5840 vom 6. Mai 2026. LINK

Deut­scher Bun­des­tag: Klei­ne Anfra­ge der AfD-Frak­ti­on, Druck­sa­che 21/6719 vom 25. Juni 2026. LINK

Deut­scher Bun­des­tag: Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der AfD-Frak­ti­on »Bun­des­mit­tel für die Orga­ni­sa­ti­on ›Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V.‹ und mög­li­che Mit­tel­ab­flüs­se an isla­mis­ti­sche bzw. ter­ro­ris­ti­sche Struk­tu­ren in Syri­en«, Druck­sa­che 21/7057 vom 9. Juli 2026. LINK

Bun­des­rech­nungs­hof: Abschlie­ßen­de Prü­fungs­mit­tei­lung Teil 1 (Eig­nung von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e. V. als Zuwen­dungs­emp­fän­ger) vom 10. Dezem­ber 2019, geschwärz­te Fas­sung. LINK