»Demo­kra­tie-unter­wan­dern­der Isla­mis­mus«: Ein­ord­nung eines neu­en Begriffs aus dem Bran­den­bur­ger Ver­fas­sungs­schutz

Der Ver­fas­sungs­schutz­be­richt 2025 des Lan­des Bran­den­burg, vor­ge­legt im Juni 2026, führt mit dem »demo­kra­tie-unter­wan­dern­den Isla­mis­mus« eine Bezeich­nung ein, die in die­ser Kom­bi­na­ti­on neu ist. Die Behör­de beschreibt damit die Metho­de der Unter­wan­de­rung und benennt die ihr zuge­ord­ne­ten Struk­tu­ren. Die­ser Arti­kel doku­men­tiert die zen­tra­le Pas­sa­ge im Wort­laut und ord­net sie begriffs­ge­schicht­lich sowie sicher­heits­po­li­tisch ein.

Ter­min­hin­weis 19. Juni im Bezirks­rat­haus Neu­kölln: »Mus­lim­bru­der­schaft in Ber­lin«

Am 19. Juni 2026 fin­det im Rat­haus Neu­kölln der ers­te »Neu­köll­ner Dia­log für Inte­gra­ti­on: Mus­lim­bru­der­schaft in Ber­lin – Stra­te­gien des Poli­ti­schen Islam erken­nen, Frei­heit und Demo­kra­tie stär­ken« statt. Nach einem Gruß­wort von Bezirks­bür­ger­meis­ter Mar­tin Hikel (SPD) spricht der Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­list Sascha Ada­mek über Befun­de zur Mus­lim­bru­der­schaft. Auf dem Podi­um dis­ku­tie­ren anschlie­ßend Aziz Bozk­urt (SPD), Han­nes Reh­feldt (CDU), Sey­ran Ateş und Sascha Ada­mek – mode­riert von Fre­de­rik Schind­ler (Welt) – gemein­sam mit Bür­ge­rin­nen und Bür­gern.

Ver­fas­sungs­schutz-Prä­si­dent Sinan Selen warnt vor isla­mis­ti­scher Unter­wan­de­rung der Poli­tik

Bei einem nicht­öf­fent­li­chen par­la­men­ta­ri­schen Früh­stück im Bun­des­tag hat der Prä­si­dent des Bun­des­amts für Ver­fas­sungs­schutz, Sinan Selen, laut einem Bericht der BILD-Zei­tung vom 3. Juni 2026 davor gewarnt, dass isla­mis­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen ver­su­chen, deut­sche Insti­tu­tio­nen und Par­tei­en zu unter­wan­dern. Im Mit­tel­punkt sei­ner Aus­füh­run­gen stand dem­nach die Mus­lim­bru­der­schaft.

»Huma­ni­tä­re Fas­sa­de, isla­mis­ti­scher Unter­bau«: Güner Bal­cı in der Süd­deut­schen Zei­tung über das staat­li­che Weg­se­hen im Fall Isla­mic Reli­ef

In einem Gast­bei­trag für die Süd­deut­sche Zei­tung am 3. Juni 2026 nimmt Güner Bal­cı den Fall Isla­mic Reli­ef Deutsch­land zum Anlass, eine grund­sätz­li­che Fra­ge zu stel­len: Wie konn­te der deut­sche Staat über Jah­re rund 15 Mil­lio­nen Euro Steu­er­geld an eine Orga­ni­sa­ti­on mit Nähe zur Hamas und Ver­bin­dun­gen zur Mus­lim­bru­der­schaft zah­len – und tut bis heu­te so, als sei damit alles erle­digt? Bal­cıs Befund ist scharf: Nicht die offe­ne Gesell­schaft sei das Pro­blem, son­dern ein Staat, der sich wei­gert, sie zu schüt­zen.

Sala­fis­ten in Sach­sen: (immer noch) als gemein­nüt­zig aner­kannt

Der im säch­si­schen Ver­fas­sungs­schutz­be­richt benann­te Ver­ein »Al-Amal – inter­kul­tu­rel­ler Ver­ein e.V.« aus Dres­den ist als gemein­nüt­zig aner­kannt – und die säch­si­schen Behör­den las­sen bis heu­te kein Han­deln erken­nen. Dabei ver­bie­tet § 51 Abs. 3 Abga­ben­ord­nung die­se Pra­xis ein­deu­tig.

Auf­de­ckung des Fal­les Aus­wär­ti­ges Amt und Isla­mic Reli­ef: Deut­sche Steu­er­mil­lio­nen »im Blind­flug« (Rech­nungs­hof) in die Kriegs­re­gi­on Nah­ost

Dass Isla­mic Reli­ef Deutsch­land (IRD) eine Orga­ni­sa­ti­on aus dem Umfeld der extre­mis­ti­schen Mus­lim­bru­der­schaft ist, ist behörd­lich viel­fach doku­men­tiert – und war im Aus­wär­ti­gen Amt bekannt. Trotz­dem för­der­te das Amt über Jah­re Pro­jek­te von IRD mit rund 15 Mil­lio­nen Euro Steu­er­geld. Ein Prüf­be­richt des Bun­des­rech­nungs­ho­fes, der die­ses Ver­sa­gen im Detail nach­zeich­net, war lan­ge unter Ver­schluss. Nach einer Kla­ge liegt er nun mit Schwär­zun­gen vor. Er offen­bart igno­rier­te War­nun­gen, ver­nich­te­te Akten, ver­schlepp­te Prü­fun­gen und ver­schwen­de­te Steu­er­gel­der – und ein Minis­te­ri­um, das Hin­wei­se von BND und Ver­fas­sungs­schutz und sei­ne eige­nen Regeln sys­te­ma­tisch miss­ach­te­te.

Grün-Schwarz in Baden-Würt­tem­berg: Fest­hal­ten am bekennt­nis­ge­bun­de­nen Islam­un­ter­richt mit der Stif­tung Sun­ni­ti­scher Schul­rat

Heu­te tritt in Baden-Würt­tem­berg die neue Lan­des­re­gie­rung von Grü­nen und CDU unter Minis­ter­prä­si­dent Cem Özd­emir an. Auf Sei­te 57 schreibt der Koali­ti­ons­ver­trag 2026–2031 den bekennt­nis­ge­bun­de­nen Islam­un­ter­richt fort – samt der 2019 vom Land mit­ge­grün­de­ten Stif­tung Sun­ni­ti­scher Schul­rat. Schon Vor­gän­ger Kret­sch­mann nann­te das Kon­strukt »ver­fas­sungs­recht­lich auf Kan­te genäht«. Der ein­ge­schla­ge­ne Weg gilt als »neu­er Reli­gi­ons­eta­tis­mus« (Kreß) und ange­sichts gesell­schaft­li­cher Plu­ra­li­sie­rung und säku­la­rer Mehr­hei­ten als bil­dungs­po­li­ti­sche Sack­gas­se.

»Unter­wan­de­rung« und die Fol­gen in Mün­chen: Der Poli­ti­sche Islam und die Fra­ge, was jetzt zu tun ist

Am 20. April 2026 stell­te der inves­ti­ga­ti­ve Jour­na­list Sascha Ada­mek in der Hanns-Sei­del-Stif­tung in Mün­chen sein Buch »Unter­wan­de­rung. Der Poli­ti­sche Islam wei­ter auf dem Vor­marsch« vor. Einen Schwer­punkt bil­de­te Bay­ern mit dem Fall des Penz­ber­ger Imams Ben­ja­min Idriz und dem jüngs­ten Besuch von Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder und Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann in des­sen Moschee. Nach einem Impuls von Tho­mas Hasl­böck (Hanns-Sei­del-Stif­tung) dis­ku­tier­ten Ada­mek, die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin Gül­den Hen­ne­mann und Jus­tiz­mi­nis­ter a. D. Prof. Dr. Win­fried Baus­back (CSU), mode­riert von Joseph Röh­mel (BR/ARD/Deutschlandfunk). Alle drei Tei­le des Abends sind als Video ver­füg­bar.