Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD: Gastbeitrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der ZEIT

An diesem Wochenende finden in mehreren kleineren Städten CSD-Umzüge statt, die bereits im Vorfeld bedroht wurden. Steinmeier benennt die Täterspektren klar, fordert konsequente Strafverfolgung und erklärt Selbstbestimmung und gleiche Rechte zur politischen DNA des Landes.
Nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD Berlin: Murat Kayman widerspricht der Deutung der Moscheeverbände als Präventionsakteure

Der Jurist und frühere DITIB-Verbandsfunktionär Murat Kayman nimmt zwei Interviews des Berliner Soziologen Özgür Özvatan im »Freitag« und im Deutschlandfunk zum Ausgangspunkt einer Grundsatzkritik. Er konfrontiert die These von den Gemeinden als wirksamen Schutzräumen mit Befunden des Forschungsverbunds MOTRA und mit der Predigtpraxis der staatlichen Partnerverbände. Sein Fazit: Ob religiöse Bildung vor Radikalisierung schützt, entscheidet sich an ihrem Inhalt, und genau diese Frage bleibt in der Debatte unbeantwortet.
Was hat Clankriminalität mit dem Islam zu tun?

»Ich beschreibe das Milieu, in dem so etwas wächst.« So antwortete der Islamwissenschaftler Ralph Ghadban am 20. Mai 2026 auf dem Podium der Friedrich-Naumann-Stiftung, als ihn der Berliner Grünen-Innenpolitiker Vasili Franco nach dem Zusammenhang von Clankriminalität und Islam fragte. In diesem Artikel führt Ghadban die Antwort aus. Er beschreibt die Großfamilie als Sozialsystem, das Scharia-Familienrecht, die Ehrenkultur samt Blutrache, den politisch privilegierten Verbandsislam sowie die Parallelgesellschaft. Erst aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren ergebe sich, warum das Phänomen so robust ist – und welche Hebel im Sinne einer Auflösung wirken könnten.
Islamistischer Anschlag auf den Berliner CSD: Ninve Ermagan wirft im SPIEGEL Teilen der Linken und der queeren Szene Realitätsverweigerung vor

Eine Woche nach der tödlichen Attacke vom 25. Juli analysiert die Journalistin Ninve Ermagan die Reaktionen aus Politik und Community. Ihr Befund fällt ernüchternd aus: Wer den islamistischen Hintergrund der Tat umdeutet oder relativiert, blockiert die Suche nach Lösungen und riskiert weitere Anschläge.
SPD-Staatsminister a. D. Michael Roth fordert im IPG-Journal eine linke Debatte über den islamischen Fundamentalismus

Michael Roth (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt von 2013 bis 2021 und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages von 2021 bis 2025, benennt sechs Gründe für das Schweigen des eigenen Lagers, kritisiert den Begriff des antimuslimischen Rassismus und warnt die Sozialdemokratie vor einem Vertrauensverlust bis tief in die eigene Wählerschaft.
Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD: Tugay Saraç kritisiert im Podcast von Paul Ronzheimer die Nähe der Politik zu queerfeindlichen Funktionären

Der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Burhan Kesici, bezeichnete im ZDF die Darstellung eines schwulen muslimischen Paares als »Abnormalitäten«. Er wirkt mit seinem Verband in Berlin am Religionsunterricht mit und sitzt in Nordrhein-Westfalen im Konfessionellen Beirat für Islamische Theologie der Uni Münster. Warum hält die Politik an solchen Gesprächspartnern fest?
»Damit schützt man nicht Muslime, sondern Islamisten« – Ali Ertan Toprak in der Jüdischen Allgemeinen nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD Berlin

Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ehrenpräsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland (BAGIV) und Mitgründer des AK Polis, rechnet mit einem eingeübten Reflex ab: der Beteuerung, mit dem Islam habe das alles nichts zu tun. Wer Begriffe wie antimuslimischen Rassismus dazu benutze, den Islamismus gegen Kritik abzuschirmen, schütze am Ende die Islamisten. Den Preis dafür zahlten auch die Muslime selbst.
Nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD Berlin: Thierry Chervel über »jene mühsam erkämpfte Freiheit«

Thierry Chervel hat im Perlentaucher einen Kommentar zum islamistischen Anschlag auf den CSD Berlin veröffentlicht. Darin zeigt er am Beispiel des schwulen Paares aus der Akzeptanzkampagne für Vielfalt im Islam und der abwertenden Reaktion des Islamratsvorsitzenden Burhan Kesici (»Abnormalitäten«), dass es um die sexuelle Freiheit geht – dieselbe Freiheit, die der Attentäter angegriffen hat.
Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD: AK Polis unterstützt die gemeinsame Presseerklärung gegen Islamismus

Ein breites gesellschaftliches Bündnis ruft dazu auf, den Kampf gegen Islamismus nicht als rechts noch links einzuordnen, sondern es als Aufgabe der demokratischen Mitte zu bearbeiten. Der AK Polis schließt sich dieser Erklärung an und dokumentiert sie im Wortlaut.
Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne): Vorschlag »Gedenkstätte für Opfer des Islamismus« hat »etwas sehr Versöhnliches«

Am 24. Juli 2026 jährt sich zum zweiten Mal das Verbot des Islamischen Zentrums Hamburg (IZH). Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt die Idee, die IZH-Liegenschaften an der Außenalster als Ort des Gedenkens weiterzuentwickeln, und den Vorschlag einer »Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus«. Auch aus der Hamburgischen Bürgerschaft kommt grüne Unterstützung.