»Damit schützt man nicht Mus­li­me, son­dern Isla­mis­ten« – Ali Ertan Toprak in der Jüdi­schen All­ge­mei­nen nach dem isla­mis­ti­schen Anschlag auf den CSD Ber­lin

Ali Ertan Toprak, Bun­des­vor­sit­zen­der der Kur­di­schen Gemein­de Deutsch­land, Ehren­prä­si­dent der Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Immi­gran­ten­ver­bän­de in Deutsch­land (BAGIV) und Mit­grün­der des AK Polis, rech­net mit einem ein­ge­üb­ten Reflex ab: der Beteue­rung, mit dem Islam habe das alles nichts zu tun. Wer Begrif­fe wie anti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus dazu benut­ze, den Isla­mis­mus gegen Kri­tik abzu­schir­men, schüt­ze am Ende die Isla­mis­ten. Den Preis dafür zahl­ten auch die Mus­li­me selbst.

Nach dem isla­mis­ti­schen Anschlag auf den CSD Ber­lin: Thier­ry Cher­vel über »jene müh­sam erkämpf­te Frei­heit«

Thier­ry Cher­vel hat im Per­len­tau­cher einen Kom­men­tar zum isla­mis­ti­schen Anschlag auf den CSD Ber­lin ver­öf­fent­licht. Dar­in zeigt er am Bei­spiel des schwu­len Paa­res aus der Akzep­tanz­kam­pa­gne für Viel­falt im Islam und der abwer­ten­den Reak­ti­on des Islam­rats­vor­sit­zen­den Bur­han Kesi­ci (»Abnor­ma­li­tä­ten«), dass es um die sexu­el­le Frei­heit geht – die­sel­be Frei­heit, die der Atten­tä­ter ange­grif­fen hat.

Wis­sen­schafts­se­na­to­rin Maryam Blu­men­thal (Grü­ne): Vor­schlag »Gedenk­stät­te für Opfer des Isla­mis­mus« hat »etwas sehr Ver­söhn­li­ches«

Am 24. Juli 2026 jährt sich zum zwei­ten Mal das Ver­bot des Isla­mi­schen Zen­trums Ham­burg (IZH). Wis­sen­schafts­se­na­to­rin Maryam Blu­men­thal (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) unter­stützt die Idee, die IZH-Lie­gen­schaf­ten an der Außen­als­ter als Ort des Geden­kens wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, und den Vor­schlag einer »Gedenk­stät­te für die Opfer des Isla­mis­mus«. Auch aus der Ham­bur­gi­schen Bür­ger­schaft kommt grü­ne Unter­stüt­zung.

»Abnor­ma­li­tä­ten«! Was der Islam­rats­vor­sit­zen­de Kesi­ci im ZDF zur Norm erklärt – und was die Fak­ten sagen

Im ZDF-For­mat »Forum am Frei­tag« vom 8. Mai 2026 bezeich­net der Vor­sit­zen­de des Islam­rats für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Bur­han Kesi­ci, die vier Moti­ve der Akzep­tanz­kam­pa­gne zur Viel­falt im Islam »Ich bin Mus­lim / Ich bin Mus­li­min« als »Abnor­ma­li­tä­ten«. Die Daten zei­gen: Er erklärt damit das real exis­tie­ren­de mus­li­mi­sche Leben in Deutsch­land zur Abwei­chung. Das wirft Fra­gen auf – vor allem an jene, die den Islam­rat als Reprä­sen­tan­ten »der« Mus­li­me legi­ti­mie­ren. In der Poli­tik beginnt die Klä­rung bereits: Beim Neu­köll­ner Inte­gra­ti­ons­dia­log im Juni 2026 ver­or­te­te SPD-Staats­se­kre­tär Aziz Bozk­urt den Islam­rats­vor­sit­zen­den »klar im isla­mis­ti­schen Bereich« – und stell­te fest: »Kesi­ci ist wie Höcke.«
+++ Mit Update nach dem isla­mis­ti­schen CSD-Anschlag +++

675.000 Euro für Isla­mic Reli­ef: Ber­lin finan­ziert Seel­sor­ge­te­le­fon im Umfeld der Mus­lim­bru­der­schaft – Grü­ne Neu­kölln fei­er­ten im Advents­ka­len­der

Bun­des­re­gie­rung und Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz attes­tie­ren dem Trä­ger­ver­ein seit Jah­ren signi­fi­kan­te per­so­nel­le Ver­flech­tun­gen mit der Mus­lim­bru­der­schaft, das Aus­wär­ti­ge Amt hat sei­ne För­de­rung 2019 been­det. Der Ber­li­ner Senat bewil­lig­te die Mit­tel für 2026 den­noch ohne Auf­la­gen. Dass sie im Haus­halt ste­hen, rekla­mie­ren die Grü­nen Neu­kölln als eige­nen Erfolg und fei­er­ten die »Ret­tung« im Advents­ka­len­der.

Poli­ti­scher Islam als Prüf­stein: »Die Gren­zen der Tole­ranz« von Micha­el Schmidt-Salo­mon

Der Phi­lo­soph und Vor­stands­spre­cher der Giord­a­no-Bru­no-Stif­tung, Micha­el Schmidt-Salo­mon, hat 2016 bei Piper eine Streit­schrift zur deut­schen Islam­de­bat­te vor­ge­legt. Sie lie­fert belast­ba­re Defi­ni­tio­nen, his­to­ri­sche Bele­ge und ein drei­stu­fi­ges Prüf­sche­ma für den Umgang mit dem Poli­ti­schen Islam. Wer ver­ste­hen will, war­um die Rede vom »Poli­ti­schen Islam« ana­ly­tisch trag­fä­hig ist und wo zugleich die Fall­stri­cke der Islam­kri­tik lie­gen, fin­det hier bis heu­te eine der klars­ten Grund­le­gun­gen.

Roter Tep­pich für al-Sha­raa, Mil­lio­nen für Isla­mic Reli­ef: Ronya Oth­mann in der FAZ über Deutsch­lands Syri­en-Poli­tik

In ihrer FAZ-Kolum­ne befasst sich Ronya Oth­mann mit dem Emp­fang des syri­schen Prä­si­den­ten in Ber­lin und der mehr­jäh­ri­gen För­de­rung von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land durch das Aus­wär­ti­ge Amt. Der Orga­ni­sa­ti­on hat­te die Bun­des­re­gie­rung selbst signi­fi­kan­te per­so­nel­le Ver­bin­dun­gen zur Mus­lim­bru­der­schaft beschei­nigt. Dem stellt die Autorin die Lage von Min­der­hei­ten, Oppo­si­tio­nel­len und einer in Syri­en inhaf­tier­ten Deut­schen gegen­über. Weil die Kon­flik­te Syri­ens in Deutsch­land ange­kom­men sei­en, hält sie die Tren­nung von Außen- und Innen­po­li­tik für über­holt.