Im Livestream des YouTube-Kanals der ARD-Tagesschau, sowie als Hörfunksendung der ARD-Informationswellen auf BR24, HR Info, NDR Info, rbb24 Inforadio, MDR aktuell und SWR Aktuell am 3. November 2025, 20:15 bis 22:00 Uhr (105 Min.).
Aus dem Programmhinweis:
In Deutschland leben rund 5,5 Millionen Muslime. Doch es treten Probleme auf: Islamismus, Terrorgefahr, Antisemitismus oder die Ablehnung der Gleichstellung von Mann und Frau. Wie soll man damit umgehen? Darum ging es bei »Mitreden!« am Montag (03.11.2025).
Moderator Stefan Rank begrüßte als Gäste:
- Seyran Ateş, Frauenrechtlerin, Autorin, Juristin, Mitbegründerin der Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin
- Aladdin Beiersdorf-El Schallah, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland e.V.
- Susanne Schröter, Ethnologin, Autorin, Direktorin Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam der Uni Frankfurt (das am 1.10.25 geschlossen wurde)
- Abdullah Uwe Wagishauser, Bundesvorsitzender der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland KdöR, einer islamischen Reformbewegung
Der Islam gehöre zu Deutschland, befanden 2010 der damalige Bundespräsident Christian Wulff (CDU) und die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Seither ist die Zahl der in Deutschland lebenden Muslime deutlich gestiegen, und die Stimmung im Land hat sich spürbar verändert. So schränkte etwa die CDU 2024 in ihrem Grundsatzprogramm ein: »Ein Islam, der unsere Werte nicht teilt und unsere freiheitliche Gesellschaft ablehnt, gehört nicht zu Deutschland.«
Muslimfeindlichkeit nimmt zu
Eine Umfrage von 2023 des Religionsmonitors der Bertelsmann Stiftung ergab, dass 52 Prozent der nicht-muslimischen Befragten in Deutschland den Islam als bedrohlich empfinden. Und in der Leipziger Autoritarismus-Studie der Heinrich-Böll-Stiftung gaben 2024 fast 50 Prozent der Befragten an, sie würden sich »durch die vielen Muslime […] manchmal wie ein Fremder im eigenen Land« fühlen.Deutsche Islamkonferenz in der Kritik
2006 wurde vom damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Deutsche Islamkonferenz (DIK) gegründet. Sie sollte einen Dialog zwischen den in Deutschland lebenden Muslimen und dem deutschen Staat ermöglichen. Doch das Forum steht zunehmend in der Kritik. Anfang des Jahres forderte ein neu gegründeter Arbeitskreis Politischer Islam (AK Polis) aus prominenten Muslimen und Migrationsexperten die Auflösung der Islamkonferenz. Dem AK Polis gehören auch die beiden Sendungsgäste Seyran Ateş und Susanne Schröter an. Der Arbeitskreis moniert, dass die DIK durch ihren Fokus auf konservative Islamverbände die Integrationspolitik sogar sabotiert habe, da sie ausländischen Regierungen und Bewegungen wie den Muslimbrüdern noch größeren Einfluss verschafft habe.Politischer Islam gewinnt an Einfluss
Als zunehmendes Problem erscheint der sogenannte »politische Islam«. Darunter versteht man politische Ideologien oder Bewegungen, die auf eine Umgestaltung von Staat und Gesellschaft auf der Basis von islamischen Werten abzielen. Der AK Polis merkt dazu an: »Das Problem durchdringt weite Teile des gesellschaftlichen Lebens und zeigt sich unter anderem im islamistischen Mobbing in Schulen, in Gewalt gegenüber Frauen und Homosexuellen, in der Einschüchterung von Islamismuskritikern und Ex-Muslimen, in der Verbreitung islamistischer Propaganda im digitalen Raum, in der politischen Einflussnahme von Islamisten über Parteien, Verbände und Moscheen, in Kalifats-Demos, Antisemitismus und Terroranschlägen.«Vielen Dank für Ihre Fragen zum Thema und Ihre Meinungsbeiträge in dieser »Mitreden!«-Sendung!