Der Tagesspiegel berichtet ausführlich vom 19. Juni 2026, an dem trotz 30 Grad rund 150 Gäste in das Rathaus Neukölln kamen – Saal wie Empore waren voll besetzt.
Der Investigativjournalist Sascha Adamek führte durch das Netzwerk aus Moscheen, Vereinen und internationalen Kontakten der Muslimbrüder bis in das Emirat Katar. Zur Sprache kam auch die Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) um Imam Taha Sabri: Die Moscheegemeinde tauchte einst als Muslimbruder-Umfeld im Verfassungsschutzbericht auf, wehrte sich gerichtlich und wird dort nicht mehr öffentlich erwähnt, sie sei weiterhin problematisch laut Adamek.
Politisch brisant wurde es bei der Frage nach Kontakten des Berliner SPD-Fraktionschefs Raed Saleh zu muslimischen Funktionären, von denen einige als Islamisten gelten. Saleh selbst weist – darauf wurde hingewiesen – jeden Vorwurf zurück. Auf dem Podium fiel Staatssekretär Aziz Bozkurt (SPD) die »undankbare Aufgabe« zu, seinen Parteifreund zu verteidigen. Der Tagesspiegel schildert, wie Bozkurt zunächst auf seine eigene Herkunft aus einer Familie kurdischer Aleviten verwies, denn er gebe für arabische und türkische Islamisten gewissermaßen das ultimative Feindbild ab. Er erinnerte daran, dass sich auch CDU-Politiker immer wieder mit Vertretern der Grauen Wölfe getroffen hätten, jener meist als ›Kulturvereine‹ organisierten türkischen Rechtsextremisten. Aus Kontakten allzu viel abzuleiten, sei daher schwierig.
Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt (CDU) hielt dagegen: Die Muslimbrüder verfolgten eine Strategie. Als zwar legalistisch arbeitende, aber reaktionäre Fanatiker sollte man ihren Gesprächsangeboten zumindest misstrauen.
Unvermeidlich sei gewesen, so der Tagesspiegel, dass sich der frühere Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer, aus dem Publikum zu Wort meldete – unvermeidlich deshalb, weil Germer seit Jahren berlinweit dafür eintrete, die NBS und das, was man wohlwollend Mainstream-Islam nennen könne, zu rehabilitieren. Germer rief in den Saal, er wolle für die NBS eine Lanze brechen und warf dem Podium vor, mit bestimmten Schablonen zu arbeiten.
Seyran Ateş berichtete, sie sei schon früher stets ermahnt worden, Kritik am Islamismus könne in den Vorwurf des Rassismus münden. Wiederholt betonten Ateş, Adamek und der als Moderator tätige WELT-Redakteur Frederik Schindler: Es gehe nicht um den Islam insgesamt oder alle Muslime, sondern um die politisch orientierten, extremistischen Strömungen des Islams.
Pascal Bartosz (19. Juni 2026): Polizeischutz im Rathaus. Neukölln diskutiert vor vollem Saal über die Gefahr durch Islamisten. In: Der Tagesspiegel. Online verfügbar unter: LINK
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