ZDF-Maga­zin »Forum am Frei­tag« berich­tet über Akzep­tanz­kam­pa­gne zur Viel­falt im Islam

Das ZDF-Magazin »Forum am Freitag« hat am 8. Mai 2026 über die Akzeptanzkampagne »Ich bin Muslim / Ich bin Muslimin« berichtet. Im Mittelpunkt des 15-minütigen Beitrags stehen Fragen der Vielfalt, Selbstbestimmung und des innerislamischem Pluralismus. Durch die Sendung führt der Islamwissenschaftler und Moderator Abdul-Ahmad Rashid. In Interviews kommen Seyran Ateş, Sineb El Masrar und Burhan Kesici zu Wort.
ZDF »Forum am Freitag« über Akzeptanzkampagne zur Vielfalt im Islam am 8. Mai 2026 (Bild: Screenshot zdf.de)

Die Akzep­tanz­kam­pa­gne wird in ihrer pri­vat finan­zier­ten Staf­fel 1 von dem Mer­nis­si-de Gou­ges Bil­dungs­werk, der Ibn Rushd-Goe­the-Moschee und dem Arbeits­kreis Poli­ti­scher Islam (AK Polis) gemein­sam umge­setzt. Im Inter­view erläu­tert Sey­ran Ateş die Idee hin­ter der Akti­on und den vier Moti­ven:

  • eine Mus­li­min in einer inter­kul­tu­rel­len Fami­lie,
  • ein schwu­les mus­li­mi­sches Paar,
  • ein Mus­lim, der Anis­schnaps trinkt (»Rakı«),
  • eine mus­li­mi­sche Leh­re­rin ohne Kopf­tuch.

Mit ihrem Bekennt­nis zur indi­vi­du­el­len Glau­bens­frei­heit und Selbst­be­stim­mung posi­tio­nie­ren sich die gezeig­ten Per­so­nen gegen isla­mis­ti­sche Nor­mie­rungs- und Macht­an­sprü­che, so Ateş. Im Bei­trag wird auch erwähnt, dass die Bil­der KI-gene­riert sei­en, weil sich trotz Anfra­gen nie­mand für die Bild­mo­ti­ve zur Ver­fü­gung stel­len woll­te, auch aus Angst vor Bedro­hung durch ande­re Mus­li­me. Die Kam­pa­gne durch­bre­che laut Bei­trag eine media­le Dar­stel­lung von mus­li­mi­schem Leben, die oft beschränkt blei­be auf Sym­bo­le der Fröm­mig­keit, wie Kopf­tuch, Moschee oder Gebets­ket­te. Ateş begrün­det den Alko­hol­kon­sum damit, dass der maß­vol­le Genuss von Rakı zur mus­li­mi­schen Kul­tur der Tür­kei gehö­re und Wein­bau auch in Län­dern wie Tune­si­en oder Marok­ko eine gesell­schaft­li­che Rea­li­tät sei.

Die Best­sel­ler­au­torin Sineb El Mas­rar erkennt sich und ande­re Mus­li­min­nen und Mus­li­me aus ihrem Umfeld in den Moti­ven wie­der. Vie­le Mus­li­min­nen und Mus­li­me emp­fän­den die Moti­ve in Deutsch­land als nor­mal, aber ein Teil reagie­re aggres­siv, und das habe einen Grund: »Es trig­gert, weil die­se Pla­ka­te, die­se Lebens­mo­del­le, die ja gelebt wer­den von einem Teil der Mus­li­me, die­sen Men­schen noch­mal vor Augen füh­ren, dass sie sich nicht aus dem Kor­sett der Unfrei­heit, der feh­len­den Selbst­be­stim­mung tat­säch­lich befrei­en kön­nen.« Sey­ran Ateş habe da etwas Gutes ange­sto­ßen.

Auch der Vor­sit­zen­de des Islam­rats für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Bur­han Kesi­ci, kommt aus­führ­lich zu Wort. Größ­ter Mit­glieds­ver­band des Islam­rats ist die Isla­mi­sche Gemein­schaft Mil­lî Görüş (IGMG), die vom Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz als »aktu­ell größ­te isla­mis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on in Deutsch­land« ein­ge­stuft wird. Kesi­ci bezeich­net in dem ZDF-Bei­trag die Moti­ve der Kam­pa­gne als »Abnor­ma­li­tä­ten« und behaup­tet ohne nähe­re Bele­ge, die Kam­pa­gne sei »staat­lich finan­ziert«. Er sagt (13:48): »Ich kann ja nicht für die Mus­li­me spre­chen oder sagen, sie sind Mus­lim oder nicht – son­dern ich kann nur sagen, dass das, was dort abge­bil­det ist, nicht der isla­mi­schen Norm ent­spricht.«

In der Gesamt­schau macht die­ser Bei­trag unter­schied­li­che Posi­tio­nen zur Viel­falt im Islam sicht­bar und the­ma­ti­siert inner­is­la­mi­sche Kon­flikt­li­ni­en. Der voll­stän­di­ge Bei­trag des ZDF kann hier ange­se­hen wer­den: