Ter­min­hin­weis 24. Juni: Vom »Blind­flug« zur Trans­pa­renz: Was folgt aus dem För­der­skan­dal um Isla­mic Reli­ef?

Rund 15 Millionen Euro Steuergeld flossen vom Auswärtigen Amt an Islamic Relief Deutschland – trotz behördlich dokumentierter Nähe zur Muslimbruderschaft. Der Bundesrechnungshof spricht von einem »Blindflug«. Nach mehrjähriger Klage liegt der Bericht endlich vor. Erstmals öffentliche Diskussion mit Juristin und Autorin Seyran Ateş, Staatsminister a. D. im Auswärtigen Amt Michael Roth (SPD), Islamismusexpertin Sigrid Herrmann, Investigativjournalist Sascha Adamek, Prof. Dr. Jessica Hamed (Direktorin des Instituts für Weltanschauungsrecht), Dr. Hans-Jakob Schindler (Senior Director, Counter Extremism Project), Dr. Lorenzo Vidino (Direktor des Program on Extremism, George Washington University), Dr. Remko Leemhuis (Direktor des AJC Ramer Institute Berlin) und Ali Ertan Toprak (Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland).

»Isla­mic Reli­ef Deutsch­land« ist eine Orga­ni­sa­ti­on aus dem Umfeld der extre­mis­ti­schen Mus­lim­bru­der­schaft – das ist behörd­lich viel­fach doku­men­tiert und war im Aus­wär­ti­gen Amt bekannt. Trotz­dem för­der­te das Amt Pro­jek­te von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land über Jah­re hin­weg mit rund 15 Mil­lio­nen Euro Steu­er­geld. In sei­nem kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Prüf­be­richt spricht der Bun­des­rech­nungs­hof von einem »Blind­flug«: igno­rier­te War­nun­gen, ver­nich­te­te Akten, ver­schlepp­te Prü­fun­gen und ver­schwen­de­te Steu­er­gel­der – ein Minis­te­ri­um, das Warn­hin­wei­se und die eige­ne Wei­sungs­la­ge miss­ach­te­te. Der Bericht war lan­ge unter Ver­schluss; erst eine Kla­ge hat ihn nach meh­re­ren Jah­ren mit Schwär­zun­gen ans Licht gebracht.

Laut Ver­fas­sungs­schutz bestehen »nach wie vor signi­fi­kan­te per­so­nel­le Ver­flech­tun­gen zwi­schen Isla­mic Reli­ef Deutsch­land und der Mus­lim­bru­der­schaft«.

Die Ver­an­stal­tung führt vom »Blind­flug« zur Trans­pa­renz: Sie dis­ku­tiert die Befun­de erst­mals öffent­lich und will struk­tu­rel­le Leh­ren zie­hen. Eine ver­ant­wor­tungs­vol­le För­der­pra­xis muss Risi­ko­mi­ni­mie­rung, huma­ni­tä­re Wirk­sam­keit und Rechen­schafts­pflicht mit­ein­an­der ver­bin­den – auch im Sin­ne der Sicher­heit derer, die davon in der Regi­on betrof­fen sind: Isra­el eben­so wie die Min­der­hei­ten in der Regi­on, etwa Kur­den, Jesi­den und Chris­ten. Die „Akti­on Deutsch­land Hilft” hat die Mit­glied­schaft von Isla­mic Reli­ef Deutsch­land Anfang Juni 2026 been­det. War­um ist Isla­mic Reli­ef trotz die­ser Erkennt­nis­se noch Mit­glied im »Koor­di­nie­rungs­aus­schuss Huma­ni­tä­re Hil­fe« der Bun­des­re­gie­rung und wird vom Ber­li­ner Senat geför­dert? Und wie ord­nen sich die deut­schen Befun­de in die Debat­ten in der EU, in Isra­el und in den USA ein? Die­se füh­ren von der fort­be­stehen­den »Cer­ti­fied Huma­ni­ta­ri­an Partner«-Anerkennung bei »DG ECHO« und der För­de­rung bei Eras­mus+ über die sicher­heits­po­li­ti­schen Bewer­tun­gen aus Jeru­sa­lem bis zur geplan­ten Tren­nung von Isla­mic Reli­ef USA von der Mut­ter­or­ga­ni­sa­ti­on in Groß­bri­tan­ni­en.

Pro­gramm

15:00 Uhr | Begrü­ßung | Sey­ran Ateş, Juris­tin und Autorin

15:10 Uhr | Vom Antrag zur Akten­ein­sicht – ein Lehr­stück über Infor­ma­ti­ons­frei­heit | Prof. Dr. Jes­si­ca Hamed, Direk­to­rin des Insti­tuts für Welt­an­schau­ungs­recht

15:20 Uhr | Zwei­fel und Bestä­ti­gung – Aus­wer­tung des Prüf­be­richts | Sig­rid Herr­mann, Isla­mis­mus­exper­tin

15:35 Uhr | Frank-Wal­ter Stein­mei­er und die Rol­le pro­mi­nen­ter Unter­stüt­zer: Offe­ne Fra­gen eines Jour­na­lis­ten | Sascha Ada­mek, Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­list und Autor

15:50 Uhr | Finan­zi­el­le Hil­fen in Kri­sen- und Kriegs­re­gio­nen: Risi­ken erken­nen, Risi­ken mini­mie­ren | Dr. Hans-Jakob Schind­ler, Seni­or Direc­tor, Coun­ter Extre­mism Pro­ject (CEP)

16:00 Uhr | Pau­se

16:15 Uhr | Podi­ums­run­de mit Publi­kums­fra­gen

  • Dr. Rem­ko Leem­huis, Direk­tor des AJC Ramer Insti­tu­te for Ger­man-Jewish Rela­ti­ons Ber­lin
  • Micha­el Roth (SPD), Staats­mi­nis­ter a. D. (Aus­wär­ti­ges Amt 2013 bis 2021) und Vor­sit­zen­der des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges (2021 bis 2025)
  • Ali Ertan Toprak, Bun­des­vor­sit­zen­der der Kur­di­schen Gemein­de Deutsch­land
  • Dr. Loren­zo Vidi­no, Direk­tor des Pro­gram on Extre­mism at The Geor­ge Washing­ton Uni­ver­si­ty

Mode­ra­ti­on: Sey­ran Ateş

17:15 Uhr | Abschluss und Aus­blick

Ver­an­stal­ter sind das Mer­nis­si-de Gou­ges Bil­dungs­werk, das AJC Ramer Insti­tu­te for Ger­man-Jewish Rela­ti­ons Ber­lin, Honest­ly Con­cer­ned und der AK Polis – Arbeits­kreis Poli­ti­scher Islam.


Ort: Otto­stra­ße 16, 10555 Ber­lin

Zeit: Mitt­woch, 24. Juni 2026, 15:00 Uhr

Ein­lass: 14:30 Uhr | Beginn: 15:00 Uhr | Ende: 17:30 Uhr

Anmel­dung bis 23. Juni 2026 auf ak-polis.de über das Anmel­de­for­mu­lar

Teil­nah­me nur mit Anmel­de­be­stä­ti­gung!